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Syzygiumrinden-Extrakt – Syzygii cumini cortex

Syzygiumrinden-Extrakt – Syzygii cumini cortex

Gewöhnungsbedürftig im Geschmack, aber hilfreich bei Durchfall und Entzündungen

Es handelt sich um eine Pflanze, aber getrennte Namen für die Stammpflanze und den medizinischen Wirkstoff. Gemeint ist der Jambulbaum, mit seinem Wirkstoff der getrockneten Syzygiumrinde.

Syzygiumrinden-Extrakte können wegen ihrer stark zusammenziehenden (adstringierenden) Wirkung sowohl innerlich als auch äußerlich wirksam verwendet werden. Innerlich eingesetzt, z.B. als Tee oder Pinselung, gebraucht man den Wirkstoff gegen Durchfallerkrankungen und bei Schleimhautentzündungen im Mund und im Rachen (Mundschleimhautentzündung, Stomatitis; Zahnfleischentzündung; Halsschmerzen). Wird der Syzygiumrinden-Extrakt äußerlich verwendet, z.B. als Umschlag, nützt er nachweisbar gegen oberflächliche Hautentzündungen.

Auf einen Blick:

Syzygiumrinde

  • Wirkt: zusammenziehend, antientzündlich, gewebeverdichtend, hemmend auf Sekretbildung, stabilisierend auf Blutgefäße
  • Kann innerlich eingesetzt werden: bei Durchfall, bei Schleimhautentzündungen im Mund und Rachen
  • Kann äußerlich eingesetzt werden: gegen leichte Hautentzündungen

Inhaltsstoffe der Syzygiumrinde

Die Wirkungen der Syzygiumrinde werden durch ihre enthaltenen Gerbstoffe ausgelöst. Gerbstoffe sind im Pflanzenreich sehr verbreitet. Sie sind aber dennoch kompliziert aufgebaut und können tierische Haut in Leber umwandeln, also gerben. Dieser Vorgang beruht auf der Eigenschaft der Gerbstoffe, mit den Eiweißkörpern der Haut unlösliche Komplexe zu bilden. Medizinisch nutzt man diese eiweißfällende Wirkung, die zur oberflächlichen Verdichtung von Schleimhäuten und Haut führt, weil sie die Bildung einer schützenden Membran bewirkt. Dieser Effekt wird zumeist als adstringierend beschrieben.

Anwendung bei Durchfall

Zusammenziehend auf die äußeren Darmschichten

Extrakte aus der Syzygiumrinde sind besonders reich an Gerbstoffen, die selbst akute Durchfallerkrankungen stoppen können. Bei innerlicher Aufnahme des Wirkstoffes, verbinden sich die enthaltenen Gerbstoffe im Darm mit den dort vorkommenden Eiweißen (Proteinen) und erzeugen vor Ort eine unlösliche Verbindung, die mit einer schützenden Membran vergleichbar ist. Diese Membran bewirkt, dass sich die Oberfläche des Darms verdichtet und sich zusammenzieht. Krankheitserreger wie Bakterien wird es folglich erschwert, durch diese Schicht zu dringen. Sie verbleiben auf der Oberfläche, können sich dort nicht oder nur noch sehr eingeschränkt vermehren bis sie schließlich absterben. Gleichzeitig bewahrt der Syzygiumrinden-Extrakt vor weiterem drastischen Flüssigkeitsverlust, was deshalb so bedeutsam ist, weil ein wässriger Stuhl ein erhöhtes Risiko auszutrocknen birgt. Durch die gebildete Membran (oder Schutzfilm) im Darm wird jedoch diesem Prozess entgegengewirkt. Die Darmschleimhaut wird nicht nur geschützt, sie regeneriert sich und kann letztendlich ihre volle Funktionstüchtigkeit wieder aufnehmen.

Anwendung bei Schleimhautentzündungen im Mund und Rachen

Abdichtend auf verletzte Schleimhäute

Wie alle Wirkungen des Syzygiumrinden-Extraktes geht auch der Nutzen bei entzündeten Schleimhäuten im Mund und Rachen (Mundschleimhautentzündung, Stomatitis; Zahnfleischentzündung; Halsschmerzen) auf die enthalten Gerbstoffe zurück. Die Wirkung dieser Substanzen wird im Allgemeinen als „zusammenziehend“ oder „verdichtend“ bezeichnet.

Kommen die Gerbstoffe mit der entzündeten Schleimhaut in Kontakt, verbinden sie sich mit den örtlichen Eiweißen, die ausfällen und zusammen eine unlösliche Verbindung bilden. Dadurch wird die entzündete Stelle abgedichtet. Diese Reaktion ist jedoch auch der Grund dafür, warum der Wirkstoff, wenn er als Tee getrunken wird, ein Gefühl im Mund hinterlässt, als sei die Schleimhaut ausgetrocknet und pelzig.

Durch ihre Eigenschaften wirken Gerbstoffe nachweislich gefäßabdichtend, weswegen Krankheitserreger wie Bakterien abgewehrt werden. Sie können sich auf der geschützten und heilenden Schleimhaut nicht vermehren und sterben ab.

Anwendung bei leichten Hautentzündungen

Verhindernd auf das Eindringen von Krankheitserregern

Extrakte aus der Syzygiumrinde eigenen sich, wie schon bei den oben beschriebenen Anwendungsbereichen, wegen des hohen Gerbstoffgehaltes des Wirkstoffes sehr gut zur Behandlung von oberflächlichen und leichten Hautentzündungen, etwa nach einer Schnittverletzung oder bei einem Ekzem. Kommt der Syzygiumrinden-Extrakt mit der Haut in Berührung so verdichtet sich augenblicklich das Gewebe an der behandelten Hautstellte, weil die Gerbstoffe mit den Hauteiweißen reagieren. Eine Schutzschicht entsteht, die dazu führt, dass die Wundsekretion herabgesetzt, Schmerzen vermindert, kleine Blutungen gestillt und das Eindringen der Krankheitserreger in tiefere Wundschichten verhindert werden. Da auch Pilze und Bakterien dieser Wirkung unterliegen, wirkt der Syzygiumrinden-Extrakt auch bakterienhemmend oder abtötend auf Bakterien und Pilze.

Die darunter liegende Haut hingegen ist geschützt und kann abheilen.

Syzygiumrinden-Extrakt

Darreichungsform und Dosierung der Syzygiumrinde

Tee / Umschlag

Bei Durchfall, Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut sowie bei leichten Hautentzündungen können Extrakte aus der Syzygiumrinde identisch hergestellt werden. Geben Sie 1 Teelöffel (1 bis 1,5 g) der Rinde in einen kleinen Topf und übergießen Sie diese mit 1 Tasse (150 ml) kalten Wassers. Erhitzen Sie das Ganze bis es kurz aufkocht. Nehmen Sie nun den Topf von der Flamme und lassen Sie die Rinde mindestens 10 Minuten im Wasser ziehen, damit sich die Gerbstoffe ausreichend herauslösen können. Anschließend wird die Rinde durch ein Teesieb abgeseiht.

Dosierung bei innerlicher Anwendung

Trinken Sie den Syzygiumrindentee bis zu 3-mal täglich.

Umschlag für äußere Anwendung

Tränken Sie ein kleines Baumwoll- oder Leinenhandtuch in dem Syzygiumrindentee. Anschließend wird das ausgewrungene, nicht zu heiße Tuch auf die betroffene Körperstelle gelegt. Befestigen Sie es mit einem größeren, trockenen Handtuch. Der Umschlag kann bis zu 3-mal täglich eingesetzt werden und sollte etwa 15 bis 30 Minuten einwirken.

Syzygiumrinden-Extrakt

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (Tagesdosis: 3 bis 6 g) der Syzygiumrinde nicht bekannt.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben, bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus der Syzygiumrinde sind als zugelassene Fertigarzneimittel bislang nicht erhältlich.

In der Volksmedizin wird die Syzygiumrinde bei Bronchitis, Asthma, blutigem Durchfall und äußerlich bei Geschwüren eingesetzt.

Quellen:
  • Bäumler S: Heilpflanzen Praxis Heute. München 2007
  • Rajbhandari KR: Etnobotany of Nepal. Kathmandu 2001
  • Sahni KC: The Book of Indian Trees. Mumbai – New Delhi 2000
Geschrieben von Redaktion 12.04.2012
Geschrieben von Redaktion 12.04.2012
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