Anzeige
Anzeige

Sie kennen uns vielleicht auch aus:

Isländisches Moos-Extrakt – Lichen islandicus

Isländisches Moos-Extrakt – Lichen islandicus

Milder Wirkstoff bei gereizten Schleimhäuten und Appetitlosigkeit

Der medizinische Wirkstoff des Isländischen Moos ist sein Vegetationskörper (Thallus), also die oberirdischen Bestandteile der Pflanze. Isländisches Moos ist eine symbiotische Verbindung aus einem Pilz und zumeist aus einer Grünalge, daher eine Flechte und botanisch betrachtet kein Moos.

Aus medizinischer Sicht hat die Flechte viele wertvolle Eigenschaften. Durch ihre reizlindernden und entzündungshemmenden Wirkungen können Extrakte aus Isländisch Moos besonders bei Schleimhautreizungen im Mund- und Rachbereich sowie bei trockenem Reizhusten wirksam sein. Außerdem enthält Isländisches Moos Säuren mit milder Wirkung und bitterem Geschmack, die den Appetit nachweislich anregen.

Auf einen Blick:

Isländisches Moos

  • Wirkt: reizlindernd, entzündungshemmend, stärkend auf das Immunsystem, appetitanregend, gegen Bakterien (schwach)
  • Kann eingesetzt werden: bei Entzündungen und Reizungen im Mund- und Rachenbereich, gegen trockenen Reizhusten, bei Appetitlosigkeit

Inhaltstoffe des Isländischen Moos

Isländisch Moos enthält mehrere wirksamkeitsbestimmende Inhaltstoffe.

Wichtig sind vor allem die enthaltenen Schleimstoffe, deren Anteil bis zu 50% in der Flechte betragen können. Sie haben „einhüllende“ Eigenschaften auf Schleimhäute und wirken dadurch nachweislich reizlindernd.

Aber auch die enthaltende Usninsäure, die zu der großen Gruppe der Polyketide gehört, ist von Bedeutung. Sie wirkt sanft gegen Bakterien (antibiotisch) und darüber hinaus entzündungshemmend.

Zudem sind weitere bitter schmeckende Flechtensäuren am Wirkmechanismus beteiligt. Sie regen nachweislich den Appetit an.

Anwendung bei Schleimhautreizungen

Einhüllend bei Mund- und Rachenentzündungen

Kurz gesagt sind es die Schleimstoffe des Isländischen Moos, die ihre hervorragenden Wirkungen bei Schleimhautreizungen entfalten können. Sie hüllen die entzündeten Stellen im Mund und im Rachen regelrecht ein, sodass wunde Stellen, die oftmals bei einer Halsentzündung schmerzen, abgedichtet werden. Dadurch beruhigen sich die gereizten Stellen wieder. Außerdem dürfte durch die abdichtende und antibiotische Wirkung der Nährboden für Krankheitserreger entzogen werden, wobei der Effekt gegen Bakterien auf die enthaltende Usninsäure zurück geht. Das Immunsystem wird durch diese Mechanismen ebenfalls unterstützt, weil es weniger gegen die von außen eintreffenden Keime ankämpfen muss. Zusätzlich wurde den Schleimstoffen allgemein eine immunstärkende Wirkung nachgewiesen.

Anwendung bei Reizhusten

Lindernd bei trockenem Reizhusten

Die Wirkung des Isländischen Moos gegen trockenen Reizhusten ist mit dem Mechanismus bei gereizten Schleimhäuten vergleichbar. Oft tritt dieser Husten bei denen es zu regelrechten Hustenattacken kommen kann bei Entzündungen der Atemwege auf. Isländisch Moos-Extrakte lindern den Hustenreiz einerseits, weil der enthaltende Schleimstoff einen Schutzfilm über die gereizten und entzündeten Stellen entfaltet. Dadurch können bei der Ein- und Ausatmung Luft und Fremdkörper wie Staub besser an der problematischen Stelle vorbeigleiten.

Zusätzlich zeigt die enthaltene Usninsäure antibakterielle und entzündungshemmende Eigenschaften. Hierdurch wird das Immunsystem wiederum aktiviert und entlastet.

Isländisches Moos kann also aktiv einen positiven Beitrag bei Atemwegserkrankungen leisten.

Anwendung bei Appetitlosigkeit

Anregend auf die Verdauungsdrüsen

Anders als bei den Wirkungen auf die Schleimhäute, spielen bei der Anwendung gegen Appetitlosigkeit diese Stoffe allenfalls eine Nebenrolle.

Wirksamkeitsbestimmend sind bei der Wirkung gegen einen schwachen Appetit die Flechtensäuren, die aufgrund ihres bitteren Geschmacks die Verdauungssäfte zu vermehrter Produktion anregen.

Bereits im Mund regen sie reflektorisch die Speicheldrüsen an. Dieser Mechanismus führt zu einer vermehrten Speichelbildung, weswegen einem sprichwörtlich „das Wasser im Munde zusammenläuft.“

Aber auch im Magen werden durch die bitter schmeckenden Stoffe vermehrt Verdauungssäfte produziert. Das führt gleichzeitig dazu, dass sich die Magenmuskulatur schneller bewegt und der Magen eine Nahrungsaufnahme „erwartet“.

Aus diesen Gründen wird der Appetit angeregt.

Isländisches Moos-Extrakt

Darreichungsform und Dosierung des Isländischen Moos

Tee

Zur Behandlung von Schleimhautreizungen im Mund oder bei Halsschmerzen sowie bei trockenem Reizhusten oder Appetitlosigkeit ist Isländisches Moos ein wirksames und mildes pflanzliches Arzneimittel. Für die Teeherstellung übergießen Sie bitte 1 leicht gehäuften Teelöffel (1,5 g) des Isländisch Moos mit 1 Tasse (150 ml) kochenden Wassers. Lassen Sie den Tee 10 Minuten ruhen und gießen Sie den Auszug durch ein Teesieb ab.

Dosierung

Über den Tag verteilt können bis zu 4 Tassen Isländisch Moos-Tee getrunken werden.

Isländisches Moos-Extrakt

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (4 bis 6 g) des Isländischen Moos nicht bekannt.

Sehr selten kann es bei äußerlicher Anwendung zu einer Sensibilisierung kommen.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben, bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus Islandmoos sind als Fertigarzneimittel bisher weder als Monopräparat noch in Kombination mit anderen Wirkstoffen erhältlich. Dennoch können Sie Islandmoos-Extrakt in getrockneter Form in Ihrer Apotheke erwerben.

Isländisches Moos enthält nachweislich reizlindernde, entzündungshemmende und appetitanregende Inhaltstoffe. Es wird daher bei Schleimhautreizungen im Mund- und im Rachen, bei trockenem Reizhusten und gegen Appetitlosigkeit eingesetzt.

In der Volksmedizin wird Isländisches Moos innerlich bei Magenerkrankungen, Durchfall Übelkeit, Erbrechen (Schwangerschaftserbrechen), Bronchitis, Tuberkulose, Keuchhusten und bei Nieren- und Blasenproblemen eingesetzt. Äußerliche Verwendung findet Isländisches Moos in der Volksmedizin bei schlecht heilenden Wunden.

Quellen:
  • Jänicke CJ, Grünwald J, Brendler T: Handbuch Phytotherapie. Stuttgart 2003
  • Teuscher E, Melzig MF, Lindequist U: Biogene Arzneimittel. 6. Auflage, München 2004
  • Wichtl M (Hrsg.): Teedrogen und Phytopharmaka. 5. Auflage, Stuttgart 2009
Geschrieben von Redaktion 14.11.2012
Geschrieben von Redaktion 14.11.2012
Anzeige