Anzeige

Ingwerwurzelstock-Extrakt - Zingiberis rhizoma

Ingwerwurzelstock-Extrakt - Zingiberis rhizoma

Ingwer: gut für die Verdauung und wirksam gegen Übelkeit

In der Phytotherapie kommt der Wurzelstock des Ingwer (Zingiber officinale) als medizinischer Wirkstoff zum Einsatz. Ingwerwurzelstock (Zingiberis rhizoma) ist einer der wenigen pflanzlichen Wirkstoffe, die als Arzneimittel anerkannt und eingesetzt werden und gleichzeitig als frisches oder verarbeitetes Lebensmittel beziehungsweise als Gewürz in nahezu jedem Supermarkt zu finden sind.

Der Ingwerwurzelstock, kurz Ingwer, enthält Scharfstoffe und ätherische Öle, die nachweislich die Speichel- und Magensaftproduktion sowie den Darm zu erhöhter Tätigkeit anregen. Deshalb wird der Ingwer vor allem in der asiatischen Küche eingesetzt, während er in Deutschland eher als Kapsel oder als Tee angeboten wird: Er ist einfach gut für die Verdauung.

Außerdem hilft die Knolle der Heilpflanze erwiesenermaßen gegen Übelkeit, speziell zur Vorbeugung von Reiseübelkeit und Erbrechen. Er kann sogar – in geringen Dosen – bei Kleinkindern ab dem ersten Lebensjahr eingesetzt werden.

Auf einen Blick:

Ingwerwurzelstock

  • Wirkt: anregend auf die Speichel- und Magensaftproduktion, anregend auf die Darmtätigkeit, gegen Übelkeit, Reiseübelkeit und Erbrechen, gallensaftanregend, krampflösend
  • Kann eingesetzt werden: bei Verdauungsbeschwerden, zur Vorbeugung der Reiseübelkeit, gegen Übelkeit und Erbrechen

Inhaltsstoffe des Ingwerwurzelstocks

Der Ingwerwurzelstock enthält überwiegend ätherische Öle (2 bis 3 Prozent), die je nach Herkunftsland in ihrem Gehalt sehr schwanken können. Zusammen mit der zweiten Hauptkomponente des Wurzelstockes, den Scharfstoffen, wirken die ätherischen Öle nachweislich gegen Verdauungsbeschwerden. Die beiden wichtigsten Scharfstoffe des Ingwers sind die Gingerole und die Shoagole, wobei die Shoagole erst durch die Gingerole produziert werden. Sie entstehen durch Umwandlungsprozesse bei der Lagerung des Ingwers. Zusammen wirken die Scharfstoffe erwiesenermaßen zusätzlich zu Verdauungsproblemen gegen Übelkeit, Erbrechen und können Reisekrankheit vorbeugen.

Anwendung bei Verdauungsbeschwerden, Erbrechen und Übelkeit

Scharfe Wurzel mit milder Wirkung

Der recht ungleichmäßig gewachsene, knollige Ingwerwurzelstock mit seiner beigen Oberfläche und den vielen Seitentrieben gehört im Supermarkt mittlerweile zum Standardrepertoire in der Obst- und Gemüseabteilung. Schließlich wird er in deutschen Küchen längst regelmäßig – auch bewusst zur Verdauungsförderung – als Würzmittel eingesetzt.

Tatsächlich hilft die Ingerwurzel erwiesenermaßen gegen Verdauungsprobleme. Grund für diese Wirkung sind die enthaltenen ätherischen Öle, vor allem aber die Scharfstoffe (Gingerole und Shoagole).

Die Mundschleimhaut verfügt über sogenannte Rezeptoren. Wenn süße, salzige oder scharfe Stoffe in den Mund gelangen, registriert sie den Geschmack und leitet die entsprechende Information an das Gehirn weiter. Im Falle des Ingwers wird "Schärfe" erkannt und zwar in ähnlicher Intensität wie bei Chili. Allerdings ist die Schärge des Ingwers weitaus geringer. Darum werden die Wärmerezeptoren zwar aktiviert, zum Brennen im Mund kommt es aber nicht, ganz im Gegenteil: andere, positive Effekte setzen ein.

Im Mund, wo die Verdauung beginnt, wird jetzt vermehrt Speichel produziert, im Magen weitere Verdauungssäfte. Auch die Leber regt die Gallensaftproduktion an und da die Galle besonders wichtig für die Fettverdauung ist, wird die Verdauung durch diesen Vorgang erleichtert. Zusätzlich bewirkt die Ingwerknolle eine angeregte Darmtätigkeit. All diese Effekte führen zu einer schnelleren und leichteren Verdauung. 

Zusätzlich helfen die Gingerole und Shoagole (Scharfstoffe) des Wirkstoffes durch Dämpfung von eigenständigen Zentren des zentralen Nervensystems aber auch gegen Übelkeit, Erbrechen und zur Vorbeugung der Reiseübelkeit. 

Serotonin ist ein sogenanntes Glückhormon. Durch die Scharfstoffe des Wirkstoffes wird ein Gegenspieler (Antagonist) aktiviert, der als Serotonin-Antagonist bezeichnet wird. Dieser Vorgang bewirkt aber keineswegs einen negativen Stimmungsumschwung, sondern bewirkt, dass Übelkeit und selbst Erbrechen vergehen.

Aber auch zur Vorbeugung von Reiseübelkeit kann der Wirkstoff hilfreich sein. Ab Reiseantritt im Vierstundentakt etwa als Pulver eingenommen, ist Ingwer nachweislich ein gutes Mittel gegen diese unangenehmen Symptome.

Neusten Erkenntnissen zufolge sollen Extrakte aus dem Ingwerwurzelstock auch bei Beschwerden des Bewegungsapparates (Rheuma, Gelenkentzündungen) und zur Verbesserung der Blutgerinnung wirksam sein. Diese Anwendungsgebiete sind jedoch (noch) nicht offiziell anerkannt.

Ingwerwurzelstock-Extrakt

Darreichungsform und Dosierung des Ingwerwurzelstock-Extraktes

Tee

Ingwertee eignet sich sehr gut bei Verdauungsproblemen, Übelkeit und Erbrechen. Zur Herstellung des Tees überbrühen Sie ½ Teelöffel (1 g) fein geschnittene oder grob gepulverte Ingwerwurzel mit einer Tasse (150 ml) kochendem Wasser. Lassen Sie den Ingwertee anschließend 5 bis 10 Minuten zugedeckt ruhen und sieben Sie die Wurzelbestandteile durch ein Teesieb ab.

Dosierung

Trinken Sie 2 bis 3 Tassen Ingwertee täglich, jeweils eine ½ Stunde vor den Mahlzeiten, bis sich die Beschwerden bessern.

Ingwerpulver

Zur Vorbeugung der Reiseübelkeit ist ein hochkonzentriertes Ingwerpulver besser geeignet als Ingwertee. Geben Sie hierzu 0,5 g Ingwerpulver (am besten aus der Apotheke – Arzneimittelqualität) auf einen Löffel und nehmen Sie das Pulver mit etwas Wasser ein.

Dosierung

Nehmen Sie die erste Dosis etwa ½ Stunde vor Reiseantritt ein. Die nächste Dosis, kann je nach Reisedauer, nach weiteren 4 Stunden geschluckt werden.

Beachten Sie jedoch bitte, dass für Kinder eine niedrigere Dosierung erforderlich ist. Die Tagesdosis bei Kindern zwischen 1 und 4 Jahren sollte 1 g nicht überschreiten, die für Kinder zwischen dem 4. und 10. Lebensjahr darf nicht höher als 2 g täglich sein.

Ingwerwurzelstock-Extrakt

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (Tagesdosis 2 bis 3 g) des Ingwerwurzelstocks nicht bekannt.

Allerdings wird eine Anwendung bei Schwangerschaftserbrechen nicht empfohlen, da für diese Anwendung derzeit keine kontrollierten Studien vorliegen.

Auch sollten Sie bei Gallensteinleiden vor der Anwendung Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt abhalten, da Ingwer die Gallesaftproduktion anregt.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus dem Ingwerwurzelstock sind als Fertigarzneimittel in Form von Kapseln erhältlich (Mittel gegen Übelkeit und Erbechen). Außerdem erhalten Sie den Wirkstoff in getrockneter Form in Ihrer Apotheke.

Der Ingwerwurzelstock hilft wegen seiner enthalten Scharfstoffe (Gingerole und Shoagole) und ätherischen Öle nachweislich gegen Verdauungsbeschwerden. Zusätzlich nützen die Scharfstoffe erwiesenermaßen gegen Übelkeit und Erbrechen sowie zur Verbeugung der Symptome der Reiseübelkeit.

In der Volksmedizin findet der Ingwerwurzelstock zur Behandlung von chronischer Magenschleimhautentzündung, Husten, Halsentzündung, Unterleibsschmerzen, Rheuma, Migräne und gegen Nervenschwäche Einsatz.

Quellen:
  • Berling N: Heilpflanzen in der Tibetischen Medizin. Essen 2008
  • Jänicke CJ, Grünwald J, Brendler T: Handbuch Phytotherapie. Stuttgart 2003
  • Teuscher E, Melzig MF, Lindequist U: Biogene Arzneimittel. 6. Auflage, München 2004
Geschrieben von Redaktion 08.02.2011
Geschrieben von Redaktion 08.02.2011
Anzeige

Erfahrungsberichte zu Ingwer

Fragen zu Ingwer

Tipps zu Ingwer