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Hopfen – Humulus lupulus

Hopfen – Humulus lupulus

Vom Grundnahrungs- zum pflanzlichen Arzneimittel

Hopfen (Humulus lupulus) gehört zu den populärsten deutschen Kulturpflanzen, denn er gehört bekanntermaßen zur heiligen Dreifaltigkeit des Bierbrauens. Genauer gesagt: seine Blüten. Aber auch für den medizinischen Gebrauch eignet sich der Hopfen. Seine Wirkung kommt vor allem bei Unruhezuständen und Schlafstörungen zur Anwendung und kann gut mit anderen Heilpflanzen kombiniert werden, etwa mit Baldrian.

Wissenswertes zum Hopfen

Bei der Fahrt durchs südliche Deutschland begegnet man ihm überall: dem Hopfen. Die Pflanze kann in Deutschland auf eine lange Tradition zurückblicken, denn sie wird bereits seit dem 8. oder 9. Jahrhundert angebaut.

Bis heute wird dem Hopfen eine lusthemmende (anaphrodisierende) Wirkung nachgesagt. Deshalb ist es kaum verwunderlich, dass das Hopfengebräu vor allem in Klöstern Zuspruch fand. Liebeslust war hier nicht erwünscht, noch weniger während der Fastenzeit. Weil Bier zudem sehr nahrhaft und kalorienreich ist, fand es seinen Weg in die arbeitende Bevölkerung. Sogar Kindern gab man früher (verdünntes) Bier, denn es neben Brot und Brei war es ein Grundnahrungsmittel. Die medizinische Wirkung des Hopfens wurde vermutlich im 10. Jahrhundert entdeckt, als man seine beruhigende und entspannende Wirkung beobachtete und ihn als Heilpflanze zu nutzen begann. Schon Paracelsus und Hildegard von Bingen rühmten seine schlaffördernden Effekte.

Das Wort "Hopfen", der auch Hupfen oder Hoppen genannt wird, geht zurück auf die Sprache der Germanen und aufs Lateinische. „Humulus“ ist wahrscheinlich lateinisch und hat sich aus dem germanischen Namen des Hopfens entwickelt. „Lupus“ bedeutet auf Latein „Wolf“. Der Beiname „lupulus“ meint „kleiner Wolf“.

Aus der Eigenschaft des Hopfens, sich an anderen Pflanzen festhalten zu können, wurde der Name sinnbildhaft für einen Wolf verwendet, der sich an seinem Opfer festgebissen hat.

Botanik des Hopfens

Der Hopfen ist eine mehrjährige Schlingpflanze, die bis zu zwölf Meter lang wachsen kann und zur Familie der Hanfgewächse (Cannabaceae) gehört.

Hopfen windet sich ausschließlich rechts herum, sein grüner, unverholzter Stängel erreicht einen Durchmesser von etwa einem Zentimeter. Er ist mit sogenannten Klimmhaken besetzt, mit denen er sich etwa an Spalieren oder anderen Pflanzen festhaken kann. Die gegenständigen Blätter der Heilpflanze sind in drei bis fünf Lappen geteilt, gezähnt und lang zulaufend.

Hopfen ist eine zweihäusige Pflanze. Das bedeutet, dass es Pflanzen mit männlichen und weiblichen Blüten gibt. Von medizinischem Interesse sind die zapfenartigen weiblichen Blüten, die in Scheinähren zusammenstehen. In den Innenseiten der Deckblätter der Zapfen befinden sich unzählige kleine, hellgelb glänzende Drüsenschuppen (Hopfendrüsen).

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe 

Der medizinische Wirkstoff des Hopfens sind nicht etwa die Hopfendolden, sondern die weiblichen Blüten (Zapfen). Sie werden in der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache Lupuli strobulus oder Lupuli flos genannt: Hopfenzapfen oder Hopfenblüten.

Die Qualität der Hopfenzapfen durch das Europäische Arzneibuch (PhEur) geregelt. Dazu gehören auch die Inhaltstoffe der Hopfenzapfen, die vor allem Harz, Bitterstoffe (Humulon, Lupulon), Gerbstoffe, Flavonoide, ätherische Öle und Phenolcarbonsäuren enthalten.

Medizinische Wirkungen

Hopfenzapfen sind vor allem wegen ihrer nachgewiesenen beruhigenden, schlaffördernden und angstlösenden Wirkung von medizinischem Interesse. Deshalb werden sie bei Nervosität und Angstzuständen sowie bei Schlafstörungen eingesetzt.

Die Kommission E des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte empfiehlt Hopfenzapfen bei „Befindungsstörungen wie Unruhe und Angstzustände“. Der europäische Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP) befürwortet zusätzlich die Anwendung bei „Nervosität, Unruhe und Einschlafstörungen“.

Geschrieben von Redaktion 24.02.2014
Geschrieben von Redaktion 24.02.2014
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News zu Hopfen – Humulus lupulus

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Studien zu Hopfen – Humulus lupulus

Studientitel
Effect of a fixed valerian-Hop extract combination (Ze 91019) on sleep polygraphy in patients with non-organic insomnia: a pilot study (und weitere 1 Studie)
Jahr
2000, 1998
Kurzinfo
Eine Reihe von Forschungsgruppen hat untersucht, wie wirksam der Doppelpack aus diesen beiden Pflanzen wirklich ist. Die Extrakte der Baldrianwurzel werden seit alters her zur Behandlung von Krankheiten  Mehr...wie z.b. Schlafstörungen genutzt. Häufig vermischte man sie schon damals mit anderen Heilpflanzen, wie etwa Hopfen oder Melisse, um eine noch wirkungsvollere Arznei zu erhalten. Hopfen selbst hat als Mittel gegen Nervosität, depressive Verstimmung und Schlafstörungen ganzen Generationen geholfen. Auch heute noch sind Kombinationspräparate aus Baldrian und Hopfen beliebt und werden von zahlreichen Personen wegen ihrer lindernden Wirkung sehr geschätzt.
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