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Wirkung und Anwendung von Heilerde

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Wirkung und Anwendung von Heilerde

Gesundes Pulver aus dem Erdreich

Heilerde im heilkundlichen Sinne ist ein Gemisch von Mineralien und Spurenelementen mit nützlichen Wirkungen für unsere Gesundheit. In der Sache handelt es sich bei der pulvrigen Substanz tatsächlich „bloß“ um zerriebenes Gestein: das sogenannte Löss, ein eiszeitliches Seidmentgestein. Heilerde gehört in die Gruppe der traditionellen Arzneimittel. Ihre Wirkungen sind nicht medizinisch anerkannt, obwohl der Wirkstoff bereits seit mindestens 5000 Jahren angewendet wird.

Auch wenn die Schulmedizin ihr bis dato den offiziellen Segen verweigert, liegt der Jahrtausende alten Anwendungshistorie der Heilerde natürlich mehr als bloßer Aberglaube zugrunde. Ihre günstige Kombination an Mineralstoffen verleiht ihr hilfreiche Wirkeigenschaften für die innere und äußere Anwendung bei verschiedenen Beschwerden: Sie besitzt ein hohes Wasserbindungsvermögen und wirkt anregend auf die Durchblutung.

Innerlich angewendet kann Heilerde daher als Hausmittel bei Magen-Darmbeschwerden durchaus sinnvoll eingesetzt werden. Auf der Körperoberfläche kann sie bei Hautbeschwerden, Entzündungen und Muskel- sowie Gelenkbeschwerden wirksam sein.

Auf einen Blick:

Heilerde

  • Kann wirken: wechselweise durchblutungsfördernd und gefäßzusammenziehend, stoffwechselsteigernd, lösend auf Muskelverspannungen, schmerzlindernd
  • Kann innerlich eingesetzt werden: bei Magen-Darmbeschwerden
  • Kann äußerlich eingesetzt werden: gegen Hautprobleme, Entzündungen und bei Muskel- und Gelenkbeschwerden

Inhaltsstoffe der Heilerde

Heilerde hat eine sehr spezielle mineralogische Zusammensetzung, die sowohl medizinisch als auch in der Agrarwirtschaft begehrt ist. Sie besteht überwiegend aus Silikat, Kalkspat und Tonmineralien, was ihr beispielsweise ein sehr gutes Wasserbindungsvermögen verleiht.

Trägt man die Erde auf die Haut auf, führt das zu unterschiedlichen Effekte. Bei warmer Anwendung können die speziellen Mineralien und Spurenelemente durchblutungsfördernd, muskellockernd und schmerzlindernd wirken. Kalte Heilerde wirkt hingegen zusammenziehend auf die Gefäße und soll sogar den Stoffwechsel verlangsamen können.

Kurz und knapp: Heilerde kann bei sehr vielen Anwendungsgebieten eingesetzt werden. Der Wirkmechanismus unterscheidet sich aber hauptsächlich hinsichtlich der inneren und äußeren Anwendung sowie dem kalten oder warmen Einsatz. 

Innerliche Wirkung bei Magen-Darmbeschwerden

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Bindend auf Flüssigkeiten im Magen-Darmtrakt

Die feine Pulverform der Heilerde eignet sich grundsätzlich gut, um störende Substanzen zu binden: z.B. Giftstoffe, schädliche Darmbakterien und überschüssige Magen- und Gallensäuren. Denn je kleiner die einzelnen Teilchen einer Stoffmenge sind, desto größer ist die Gesamtoberfläche. Dies wiederum erhöht die Fähigkeit, mit anderen Stoffen in Wechselwirkung zu treten. Das Bindevermögen der Heilerde wurde in mehreren Versuchen nachgewiesen. Sie kann den Organismus „entgiften“, also überschüssige Substanzen binden und ausscheiden und ihm gleichzeitig wichtige Mineralien wie Magnesium, Calcium und Eisen zuführen. Auch kann sie bei der Darmsanierung hilfreich sein. 

Äußerliche Wirkung bei Hautbeschwerden, Entzündungen und Muskel- sowie Gelenkbeschwerden

Schmerzlindernd und reinigend

Äußerlich auf die Haut aufgetragen, kann Heilerde eine durchblutungsfördernde (warme Anwendung) oder gefäßzusammenziehende (kalte Anwendung) und reinigende Wirkung haben. Die Heilerde trocknet von innen nach außen, sodass eine Saugwirkung auf die Hautporen entsteht. Die Poren öffnen sich, Bakterien und Schadstoffe, Talg- und Schmutzstoffe können beseitigt werden. Die Haut soll so über eine bessere Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen verfügen können. Kalt wird Heilerde in Form von Umschlägen oder Verbänden bei Hauterkrankungen oder Entzündungen bei denen eine zusammenziehende Wirkung erwünscht ist, eingesetzt.

Bei Muskel- und Gelenkbeschwerden, die ebenfalls mit Entzündungen verbunden sein können, wird Heilerde z.B. als Wickel oder Badezusatz warm angewendet.

Heilerde

Darreichungsform und Dosierung der Heilerde

Innerliche Behandlung: Heilerdewasser/Heilerdetee

Heilerde ist beliebt bei Durchfall, Völlegefühl und Magen-Darmbeschwerden, weil sie den Organismus entgiften und bei der Darmsanierung helfen kann. Sodbrennen ist ein weiteres populäres Anwendungsgebiet. Verrühren Sie ein bis zwei Teelöffel der Heilerde in einem halben Glas Wasser oder Tee, bis sich die Heilerde gut verteilt hat und trinken Sie die Mischung in kleinen Schlucken. Sollten Sie die gelöste Heilerde nicht mögen oder für die Anwendung für Unterwegs gibt es auch Heilerde-Kapseln.

Dosierung

Nehmen Sie Heilerde zwei- bis dreimal täglich und auf nüchternem Magen ein. Bitte beachten Sie jedoch, dass die Erde Einfluss auf die Wirkung von Medikamenten nehmen kann, werden diese gleichzeitig eingenommen. Deshalb sollte stets ein Abstand von mindestens einer Stunde eingehalten und im Zweifelsfall ein Arzt konsultiert werden.

Äußerliche Behandlung: Wickel, Auflagen, Gesichtsmasken mit Heilerde

Heilerde kann äußerlich kalt als Wickel, Verband, Auflage oder Gesichtsmaske angewandt werden. Sie soll bei allergischen Hautbeschwerden, bei Akne, unreiner und fettender Haut, Ausschlägen, Ekzemen und Insektenstichen, bei Muskel- und Gelenkbeschwerden (Kälteanwendung) und Prellungen sowie Entzündungen nützen. Zur Herstellung eines Heilerdewickels oder einer Kompresse verrühren Sie einige Esslöffel der Heilerde mit etwas Wasser zu einem streichfähigen Brei.

Anwendung

Tragen Sie denn Brei fingerdick auf die betroffene Partie auf und bedecken Sie ihn mit einem kalten feuchten Tuch. Darüber legen Sie ein trockenes Baumwollhandtuch und befestigen es zum Beispiel mit Sicherheitsnadeln. Der Heilerdebrei sollte zwischen 1,5 und 2 Stunden auf der Wunden Hautstelle verbleiben, da sich die Wirkung durch das Trocknen entfaltet. Ist die Heilerde trocken und bröckelig, kann die Auflage entfernt werden.

Tipp: Bei einer Gesichts- oder Dekolletépackung braucht der Heilerdbrei nicht mit einem Tuch bedeckt werden. Er ist nach etwa 20 Minuten trocken und kann dann mit einem feuchten Lappen entfernt werden.

Äußerliche Behandlung: Warme Bäder mit Heilerde

Warme Heilerdeanwendungen eigenen sich besonders bei Erkrankungen der Gelenke, Muskeln und werden auch für Nervenbeschwerden sowie Wirbelsäulenprobleme empfohlen. Sie können die Anwendung wie oben unter „Kalte Anwendung“ beschrieben durchführen. Verwenden Sie jedoch anstelle eines kalten feuchten Tuches ein sehr warmes.

Eine weitere Anwendungsvariante ist ein Bad. Für ein Heilerde-Vollbad geben Sie acht bis 10 Esslöffel der Heilerde ins einlaufende Badewasser.

Anwendung

Die Badetemperatur sollte zwischen 32 bis 36 °C betragen und das Bad sollte nicht länger als 15 bis 20 Minuten dauern. Duschen Sie sich anschließend mit warmen Wasser ab, lassen Sie aber die an der Haut haftenden Heilerdereste antrocknen, während Sie in einem großen Tuch eingewickelt ruhen, um die Wirkung zu verstärken. Nach 15 Minuten wird die getrocknete Erde mit einem feuchten Tuch abgerubbelt.

Heilerde

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen der Heilerde nicht bekannt.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Heilerde ist in Form von standardisierten Fertigarzneimitteln bislang nicht erhältlich. Sie kann aber in Apotheken und Reformhäuser erworben werden.

Heilerde ist ein traditioneller Wirkstoff, der bei Magen-Darmbeschwerden eingesetzt werden kann und auch bei Hautbeschwerden, Entzündungen sowie bei Muskel- und Gelenkbeschwerden hilft. Der Wirkstoff soll ein sehr gutes Bindungsvermögen von Flüssigkeiten (auch von Säuren und Basen) besitzen und einen Einfluss auf die Durchblutung der Gefäße haben sowie schmerzlindernd wirken.

In der Volksmedizin wird Heilerde wie oben beschrieben eingesetzt.

Quellen:
  • Au F: Hausrezepte gegen alle Krankheiten. München 1994
  • Augustin M, Schmiedel V: Leitfaden Naturheilkunde. 4. Auflage, Stuttgart 2003
Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann
Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 07.11.2014
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Die Angaben sind ausschließlich zu Informations­zwecken bestimmt und stellen keine Kauf- oder Anwendungs­empfehlung dar. Diese Informationen ersetzen auch nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.