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Grüne Teeblätter – Theae viridis folium

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Grüne Teeblätter – Theae viridis folium

Genuss für die einen, Heilmittel für die anderen

Grüner Tee wird im Allgemeinen als schmackhaftes Getränk mit positiven Eigenschaften auf den Körper angesehen – mehr noch als der Schwarze Tee. Zur Herstellung von grünem Tee werden die gedämpften, gerollten und getrockneten Blätter des Teestrauches mit der botanischen Bezeichnung Camellia japonica verwendet. Es ist jedoch auch möglich Grünen Tee bzw. die Grünen Teeblätter aus der Pflanze Camellia sinenis (Schwarzer Tee) zu gewinnen, da es sich in erster Linie um unterschiedliche Herstellungsverfahren für Grünen bzw. Schwarzen Tee handelt. Weil Grüner Tee vor allem ein Lebens- und Genussmittel und kein offiziell anerkanntes Arzneimittel darstellt, soll im weiteren Verlauf des Textes durchgängig von Grünem Tee gesprochen werden. Nichts desto trotz sind die medizinischen Wirkungen des Grünen Tees nicht gering.

Grüner Tee wirkt beweisbar anregend auf das Zentralnervensystem (ZNS) und dadurch gegen körperliche und geistige Erschöpfung. Das Getränk enthält außerdem Substanzen, die nachweislich gegen akut und chronisch Durchfall wirken können, die Harnwege durchspülen und Gefäßerkrankungen vorbeugen können. Zu guter Letzt kann Grüner Tee äußerlich bei entzündlichen Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Ekzemen hilfreich sein, aber auch bei Juckreiz.

Auf einen Blick:

Grüner Tee

  • Wirkt: stimulierend auf das Zentralnervensystem, entwässernd, antioxidativ, entzündungshemmend, zusammenziehend
  • Kann innerlich eingesetzt werden: bei körperlicher und geistiger Ermüdung, zur Durchspülungstherapie, gegen Durchfall, zur Vorbeugung gegen Gefäßveränderungen (Arteriosklerose)
  • Kann äußerlich eingesetzt werden: bei entzündlichen Hauterkrankungen

Inhaltsstoffe des Grünen Tees

Grüner Tee enthält mehrere Inhaltsstoffe, die von medizinischer Bedeutung sind. Eine der wichtigsten Inhaltsstoffgruppen sind die Methylxanthine mit ihren Hauptsubstanzen dem Coffein (ca. 4), Theobromin und Theophyllin. Die Methylxanthie, vor allem das Coffein und das Theophllin, wirken nachweislich stimulierend auf das Zentralnervensystem (ZNS) und damit gegen körperliche und geistige Müdigkeit. Alle drei Komponenten haben außerdem eine Wirkung auf die Schlagfrequenz des Herzens. Zusätzlich wirken sie auf die Atemwege, die Skelettmuskulatur und auf die Wasserausscheidung.

Die zweite bedeutsame Inhaltsstoffgruppe bekleiden die Gerbstoffe. Sie wirken nachweislich verdichtend auf Oberflächen (zusammenziehend) und sind daher für die Anti-Durchfall-Wirkung zuständig. Sie hemmen außerdem die Vermehrung von Bakterien, weswegen Grüner Tee bei äußerer Anwendung gegen entzündete Haut wirksam sein kann. Der dritte wichtige Inhaltsstoff des Grünen Tees sind die Flavonoide, die zusammen mit den Polyphenolen und ätherischen Ölen leicht entwässernd wirken. Zusätzlich sollen die Polyphenole antioxidativ wirken und dadurch Gefäßerkrankungen vorbeugen können.

Anwendung bei körperlicher und geistiger Erschöpfung

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Anregend auf das Zentralnervensystem (ZNS)

Grüner Tee enthält bis zu 4% Coffein und zusätzlich Theobromin. Beide Inhaltsstoffe, sowohl das Coffein, als auch das mildere Theobromin, verfügen über nachweisliche Wirkungen auf das ZNS. Wird viel Güner Tee getrunken (> 5 Tassen) bewirken die beiden Inhaltsstoffe, dass vermehrt Kalzium freigesetzt wird, was die Muskulatur aktivieren kann. Dadurch nimmt die Muskeltätigkeit, z.B. vom Herzmuskel, zu. Insgesamt bewirkt der Grüne Tee, dass die Schlagkraft des Herzens erhöht wird und die Schlagfrequenz zunimmt. Kurzzeitig wird man dadurch aufnahmefähiger und es kommt zu einer messbaren körperlichen Leistungssteigerung.

Anwendung bei Durchfall

Verdichtend auf Oberflächen

Grüne Teeblätter enthalten etwa 4% Gerbstoffe (vorwiegend Galloylcatechine und Catechine). Lässt man die Grünen Teeblätter lange ziehen, etwa 10 Minuten, so hinterlässt der Tee ein leicht pelziges Gefühl auf der Zunge. Dieses Gefühl wird von den Gerbstoffen ausgelöst, die dazu in der Lage sind Oberflächen zu verändern. Sie wirken zusammenziehend. Dieser Effekt tritt nicht nur im Mund ein und wird dort spürbar, sondern auch im Magen-Darmtrakt. Dort verändern die Gerbstoffe die Form von Eiweißen, die sich mit ihnen verbinden und eine unlösliche Verbindung bilden, sodass sich bei Durchfall die Oberfläche des Darms verdichtet. Krankheitserreger, z.B. Bakterien, die den Durchfall ausgelöst, können diese Schicht nur noch sehr schwer durchdringen und sterben ab.

Anwendung bei Harnwegsproblemen

Vorbeugend und durchspülend auf die Harnorgane

Dass Getränke wie Grüner Tee, Schwarzer Tee oder Kaffee die Harnausscheidung beschleunigen, dürfte jedem der schon einmal in den Genuss der Getränke gekommen ist festgestellt haben. Und das hat durchaus Gründe: Wird Wasser in Form von Getränken oder Speisen aufgenommen, wird es von den Nieren gefiltert. Grüner Tee enthält Flavonoide, Polyphenole und ätherische Öle, die die Wiederaufnahme des Minerals Natrium hemmen. Dadurch wird der Harn schneller gefiltert und ausgeschieden. Zusätzlich kommt es wahrscheinlich zu einer verbesserten Durchblutung der Nieren, die den mild entwässernden Effekt unterstützt. Fremdstoffe wie kleinste Harnsteine werden dabei ausgeschwemmt ohne den Körper dabei zu „entwässern“.

Anwendung zur Vorbeugung von Gefäßveränderungen

Radikalfängereigenschaften für gesunde Blutgefäße

Grüner Tee enthält wertvolle Polyphenole, die antioxidativ wirken können. Polyphenole sind damit Radikalfänger von reaktionsfreudigem Sauerstoff und Stickstoff, die durch chemisches Zusammenwirken Proteine, wichtige Fettsäuren und unsere Erbsubstanz (DNA) schädigen können. Durch ihre antioxidative Wirkung sollen die Polyphenole gefäßschützend und entzündungshemmend wirken, und deshalb auch Herzkreislauferkrankungen, zu denen Arterienverkalkung (Arteriosklerose) führen kann, vorbeugen können. Sie sollen damit einen gewissen Schutz vor Gefäßschäden bieten.

Anwendung bei entzündlichen Hauterkrankungen

Antientzündlich bei Hautentzündungen

Grüne Teeblätter sind reich an Gerbstoffen. Sowohl bei innerlicher als auch bei äußerlicher Anwendung verändern Gerbstoffe Oberflächen, indem sie mit Eiweißen auf der Haut reagieren und sich die entzündete Stelle dadurch verdichtet. Hierduch entsteht eine natürliche Barriere gegenüber Keimen wie Bakterien, die sich auf der Schicht nicht vermehren können und absterben. Aus diesen Gründen kann Grüner Tee bei Entzündungen der Haut, bei Ekzemen, Neurodermitis und Verbrennungen sowie Juckreiz, z.B. durch Insektenstiche, nützen.

Grüner Tee

Darreichungsform und Dosierung des Grünen Tees

Tee

Grüner Tee kann je nach Anwendungsgebiet unterschiedlich zubereitet werden. Grundsätzlich wird 0,5 Teelöffel (1 g) der Grünen Teeblätter mit 1 Tasse (150 ml) kochendem Wasser übergossen. Bei körperlicher und geistiger Ermüdung, Durchspülungstherapie und zur Vorbeugung von Gefäßveränderungen ist es ausreichend, wenn der Grüne Tee 3 Minuten lang zieht. Nach 3 Minuten ist das enthalten Koffein gelöst. Bei Durchfall und zur äußerlichen bei entzündlichen Hauterkrankungen sollte der Grüne Tee mindesten 10 Minuten ziehen, damit die enthaltenen Gerbstoffe ausreichend gelöst werden.

Dosierung

Der Konsum von bis zu 5 Tassen Grünen Tees ist unbedenklich.

Äußerliche Anwendung

Tränken Sie ein saubereres Baumwoll- oder Leinenhandtuch in dem Grünen Tee. Legen Sie das feuchte, ausgewrungene Tuch auf die betroffene entzündete Körperstelle, über welches ein trockenes Tuch gelegt und befestigt werden sollte. Der Umschlag kann bis zu 3-mal täglich eingesetzt werden und sollte etwa 15 bis 30 Minuten einwirken.

Grüner Tee 

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen des Grünen Tees nicht bekannt.

Personen, die an einem empfindlichen Magen leiden, können jedoch Magen-Darmprobleme entwickeln, vor allen bei langen Ziehzeiten des Tees über 10 Minuten.

Bitte beachten Sie, dass Medikamente sollten nicht zusammen mit Grünem Tee eingenommen werden sollen. Die Aufnahme der Arzneimittel kann verzögert oder vermindert werden, was insbesondere für Eisen gilt.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben, bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Grüner Teeblätter werden nicht als Arzneimittel eingestuft und sind in Form von loser Teeware im Lebensmitteleinzelhandel erhältlich.

Die Grenze zwischen dem Einsatz des Grünen Tees als Lebensmittel und Arzneimittel geht nahtlos in einander über. Grüner Tee ist per Definition ein Lebensmittel, das jedoch nachweislich anregend, zusammenziehend, schwach entwässernd und antioxidativ wirkt. Deshalb eignet sich Grüner Tee sehr gut bei körperlicher und geistiger Kraftlosigkeit, Durchfall, zur Durchspülungstherapie und zur Vorbeugung gegenüber Gefäßveränderungen (Arteriosklerose). Außerdem können Auszüge bei äußerer Anwendung gegen entzündliche Hauterkrankungen nützlich sein.

In der Volksmedizin wird Grüner Tee als Zellschutzmittel, zur Vorbeugung vor Krebs und bei Migräne eingesetzt.

Quellen:
  • Bäumler, S: Heilpflanzen Praxis Heute. München 2007
  • Frohne D, Jense U: Systematik des Pflanzenreiches. 5. Auflage, Stuttgart 1998
Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann
Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 07.11.2014

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