Ginseng – Panax ginseng

Koreanische Gebirgswaldpflanze für einen starken Geist und Körper
„Da sagte eines Tages die Ginseng-Frau zum Ginseng-Mann: `Lass uns wieder in die Welt ziehen und sehen, was im Alten neu und im Neuen alt ist“ (Zitat im Film: Die Koreanische Hochzeitstruhe). Die Menschen in Korea erkennen seit jeher in der Ginsengwurzel eine menschliche Gestalt und übertragen diese auf einen gesunden Geist und Körper.
Wissenswertes über den Ginseng
Der in den Gebirgswäldern heimische Ginseng wird in Korea und in China schon seit über 4.000 Jahren medizinisch eingesetzt. Dort wird die Pflanze auch „Wurzel des Lebens“ genannt. In Deutschland heißt der Ginseng, der in Europa im 17. Jh. eingeführt wurde, auch Allheilkraut, Gilgen, Kraftwurz und Samwurzel.
In China und in Korea hingegen schätzten Heilkundige sowie kranke Personen die Heilwirkung der menschengestaltähnlichen Wurzel bereits seit Jahrtausenden. Wohl auch deshalb ist der Ginseng aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) nicht wegzudenken. Praktiker der TCM glauben, dass es neben den eigentlichen Organfunktionen auch Querverbindungen zu einer Art „feinstofflichem Körper“ (nicht sichtbar) gibt, der energetische Funktionen wiederum auf die Organe ausübt. Diese Funktionen können z.B. durch Stress oder Umwelteinflüsse gestört werden und zu Krankheit führen. Die Ginsengwurzel soll diese Funktionen wieder ins Gleichgewicht bringen können und dadurch regulierend wirken.
Ob die Gebirgswaldpflanze tatsächlich energisch regulierende Wirkungen hat, wird sich kaum messen lassen können. Fakt ist jedoch, dass die Wurzel stärkend auf das Gehirn, manche Körperfunktionen und auf das Immunsystem wirkt.
Botanik des Ginsengs
Der Ginseng ist eine bis zu 80 cm hoch wachsende Staude, die zu der Familie der Araliengewächse (Araliaceae) gehört. Sein kahler, runder Stängel ist mit lang gestielten 5-zähligen und gefingerten Blättern besetzt. Sie erreichen eine Länge von bis zu 20 cm und eine Breite von 5 cm. Die weiß-grüne Ginsengblüte kommt ein einfacher oder verzweigter doldiger Gestalt vor, wobei die Anzahl der zwittrigen Blüten zwischen einer und 30 Dolden stark variiert. Nach der Blüte entwickeln sich die etwa erbsengroßen, dunkelrot glänzenden und runden bis gebogenen Steinfrüchte, die je 2 Samen enthalten.
Der Wurzelstock des Ginsengs ist von spindelförmiger Form, der an der Spitze meist handförmig geteilt ist. Aus dieser Gestalt lässt sich mit etwas Fantasie eine menschliche Form erkennen.
Verwendete Pflanzenteile und Inhaltstoffe des Ginsengs
Das medizinisch verwendete Pflanzenteil des Ginsengs ist seine Wurzel, die aus den getrockneten Haupt-, Neben- und Haarwurzel bestehen. Die Ginsengwurzel wird in der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache Ginseng radix genannt. Die Qualität der Ginsengwurzel ist durch das Europäische Arzneibuch (PhEur) festgelegt.
Zu den wichtigsten Inhaltstoffen der Ginsengwurzel gehören Saponine, die auch Ginsenoside genannt werden und nach dem PhEur mindestens 1,5% betragen müssen. Daneben enthält die Ginsengwurzel ätherische Öle, Phytosterole, Peptidoglykane und verschiedene Zuckerverbindungen.
Medizinische Wirkungen
Extrakte aus der Ginsengwurzel eignen sich besonders gut wenn man sich über einen langen Zeitraum müde und kraftlos fühlt, bei nachlassender Konzentrations- und Leistungsfähigkeit sowie zur Wiederherstellung der alten körperlichen Leistungsfähigkeit nach längerer Krankheit. Darüber hinaus kann der Wirkstoff auch dazu beitragen, dass manche Organfunktionen wie Herz oder Lunge positiv beeinflusst werden und das Immunsystem gestärkt wird.
Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte befürwortet den therapeutischen Einsatz der Ginsengwurzel „als Tonikum zur Stärkung und Kräftigung bei Müdigkeits- und Schwächegefühl, nachlassender Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit sowie in Rekonvaleszenz.“