Ginkgo biloba Pflanzenmerkmale

Laub- oder Nadelbaum?
Die Ginkgobäume könnten zu den Laubbäumen zählen, da sie im Herbst ihre Blätter abwerfen. Anhand der Beschaffenheit der Samen werden sie jedoch der Gattung Koniferen (Nadelbäumen) zugeordnet. Mit einer Wuchshöhe bis zu 40 Metern ist der Ginkgobaum eine imposante Erscheinung und kann ein Alter von 1000 Jahren und mehr erreichen.
Der Stammdurchmesser beträgt in der Regel 1-4 Meter, womit der Ginkgobaum eher schlank in die Höhe ragt. Die äußere Erscheinung bei jungen Bäumen ähnelt einer Pyramide, ältere Bäume sind stärker verästelt und bilden eine mächtige Baumkrone aus, die oft aus zwei Haupttrieben besteht.
Holz
Das Holz des Ginkgobaumes ist leicht, weich und harzfrei. Es hat eine feine Struktur und eine hellbraune (Kernholz) bis hellgelbe Färbung (Splintholz). Da es sich das Holz für den Möbelbau nicht eignet, wird der Ginkgobaum auch nicht für die Holzgewinnung angebaut. Es eignet sich jedoch gut als Schnitzholz und zur Herstellung von Paneelen.
Einjährige Zweige weisen eine hellgraue Rinde auf, die bereits im zweiten Jahr in eine hellbraune Färbung übergeht. Die Borke von jungen Ginkgobäumen erschein graubraun und ist von helleren Rissen gezeichnet. Ältere Bäume besitzen eine dunkelgraue Borke, die recht rau und tieffurchig ist. Besonders interessant ist, dass die Borke schwer entflammbar ist und der Gingkobaum dadurch Waldbrände oft ohne Schaden übersteht.
Knospen und Blätter
Der Ginkgobaum besitzt kleine, hellbraune Knospen – kaum größer als 5 mm, die von kleinen Blättern umgeben sind.
Die Laubblätter sind das charakteristischste Merkmal des Ginkgo biloba, die ihn unverwechselbar machen. Sie sind fächerförmig mit einer mittigen Kerbung. Die Blattform kann je nach Alter des Baumes etwas variieren, ebenso aufgrund ihres Sitzes an Lang- oder Kurztrieben. Die jungen Blätter sind zunächst hellgrün und färben sich zum Sommer hin dunkler und fallen im Herbst als hellgelbes Laub ab.
Wurzeln
Auch die Wurzeln variieren je nach Alter des Ginkgobaumes. Während bei jungen Bäumen eine bis zu einen Meter lange Pfahlwurzel dominiert, sind es bei älteren Bäumen eher die Seitenwurzeln.
Diese wiederum besitzen behaarte Feinwurzeln. Sind die Umweltbedingungen für den Baum schlecht oder entstehen Verletzungen an Ästen oder Stamm, kann der Baum Schwellungen entwickeln, sogenannte basal chichi. Bei Kontakt mit Erde entwickeln sich an diesen Anschwellungen Sprossen, so dass auf diese Weise neue Pflanzen entstehen können.
Blüte
Die Ginkgoblüte ist im März. Als Windbestäuber ist er nicht auf bestäubende Insekten angewiesen. Gewöhnlich finde man männliche und weibliche Pflanzen, selten ist ein Ginkgobaum zweigeschlechtlich. Bis zu einem Alter von 20-35 Jahren sind männliche und weibliche Bäume kaum voneinander unterscheidbar, erst nach diesem Alter, dass ungefähr das Alter der Geschlechtsreife ist, werden die Unterschiede erkennbar. Die Blüten der männlichen Bäume erscheinen als zwei bis drei Zentimeter lange Kätzchen mit Pollensäcken. Die weiblichen Blüten erinnern an der Form an winzige Eicheln und beinhalten in ihrem Inneren eine Megaspore.
Früchte mit Samen
Nach der Befruchtung, die von Ende August bis Ende September stattfindet, entwickeln sich aus den weiblichen Blüten die runden Ginkgosamen, die einen essbaren Kern besitzen. Bis zur Reife ist die Samenschale grün. Im Herbst verfärbt sie sich gelb bevor sie abfällt.
Fortpflanzung
Obwohl der Ginkgobaum ein Windbestäuber ist, verbleiben die weiblichen Sporen in der Blüte. Diese Megasporen lassen sich auch bei Algen finden. Die männlichen Pollen verbreiten sich über den Wind. Große Samenzellen mit Geißeln (Spermatozoiden), die sich selbstständig bewegen können, bleiben an den weiblichen Blüten, die ein schleimiges Sekret absondern, hängen. Trocknet das Sekret ein, gelangen die männlichen Pollen in die Pollenkammer der weiblichen Blüte, wo sie nach etwa vier Monaten auskeimen.
Gleichzeitig entwickelt sich ein Pollenschlauch, der das weibliche Gewebe durchdringt und auf diese Weise Nährstoffe aufnehmen kann. Der Pollenschlauch entwickelt sich zu einem sackähnlichen Gebilde, in dem zwei Geschlechtszellen heranreifen. Zerplatz der Pollenschlauch, werden die schwimmfähigen Zellen entlassen und können mit der weiblichen Eizelle verschmelzen.
Es kann mitunter vorkommen, dass die Verschmelzung der Samenzellen mit dem Ei erst stattfindet, wenn die Früchte bereits abgefallen sind. Durch den anschließenden Fäulnisprozess in der Frucht entwickeln sich Fettsäuren, die recht unangenehm riechen. Als Zierpflanze ist daher die männliche Pflanze beliebter.
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