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Ernte und Verarbeitung von Ginkgo-Blättern

Ernte und Verarbeitung von Ginkgo-Blättern

Ein Qualitätsextrakt zeichnet sich dadurch aus, dass es aus einer geschlossenen Qualitätskette stammt und gleichbleibende Verhältnisse sichergestellt werden. Diese beginnt bereits beim Anbau und endet mit der Extraktionsmethode und dem Einstellen des Wirkstoffgehaltes.

Doch die Professionalisierung der Herstellung alleine reicht nicht aus, um eine gleichbleibende Qualität zu sichern. Die Zusammensetzung der Wirkstoffe in den Blättern des Ginkgobaumes hängt von vielen Faktoren ab. Vom Standort, von der Bodenbeschaffenheit und auch von der Erntemethode.

Ernte der Ginkgo-biloba-Blätter

Geerntet werden die Blätter, wenn sie ein Maximum an Wirkstoffen gespeichert haben. Werden die Bedingungen nicht kontrolliert, könnte jede Extrahierung eine andere Zusammensetzung aufweisen.

Für die Herstellung von Ginkgo-Extrakten werden zunächst die geernteten Ginkgo-Blätter zerkleinert und anschließend schonend getrocknet. Dazu wird ein Lufttrocknungswirbelverfahren eingesetzt. Durch diese Methode werden die Inhaltsstoffe in die Blattmatrix eingeschlossen und zudem haltbar gemacht. In weiteren Herstellungsschritten werden sie schließlich extrahiert.

Herstellung des Ginkgo-biloba-Blätter-Extrakts

Bevor es in die Produktion des Ginkgo-Extrakts geht, müssen die Blätter erst eine Identitäts-, dann eine Gehaltsprüfung überstehen. Nach offizieller Bestimmung muss ein Extrakt aus Ginkgoblättern, der mit Aceton-Wasser-Extraktion hergestellt wurde, den folgenden Wirkstoffgehalt aufweisen:

  • 22-27% Flavonglykoside
  • 5-7% Terpenlactone (davon 2,8-3,4% Ginkgolide A, B, C und ca. 2,6-3,2% Bilobalid)
  • Nicht mehr als 5 ppm Ginkgolsäuren

Diese Wirkstoffmengen entsprechen einem Ginkgo-Extrakt nach dem Europäischen Arzneibuch (PhEur).

Besonders die Ginkgoflavonglykoside und Terpenlactone wie Ginkgolid und Bilobalid sind für die Medizin von Nutzen, weswegen Extrakte mit diesen angereichert werden. Unerwünschte Inhaltsstoffe wie Gerbstoffe, Ginkgolsäuren und Methylpyridoxin (MPD) werden herausgelöst und auf ein Minimum reduziert.

Auf diese Weise können Ginkgo-Präparate von hoher Qualität und bestmöglicher Verträglichkeit und Wirksamkeit hergestellt werden. Abschließend wird der Extrakt normiert, um am Ende ein standardisiertes Produkt von immer gleicher Qualität, Wirksamkeit und Verträglichkeit zu erhalten. 

Um ein Ginkgo-Arzneimittel für den Menschen möglichst verträglich zu machen, wird der Gehalt an Ginkgolsäuren und MPD, die sich negativ auf die Befindlichkeit auswirken können, auf ein Minimum reduziert. Zubereitungen aus ein- und derselben Pflanze können aufgrund der unterschiedlichen angewandten Herstellungsverfahren verschiedene Inhaltsstoffgehalte aufweisen und somit unterschiedlich wirken.

Über pharmakologisch-toxische Untersuchungen konnte Ginkgolsäuren mutagene (erbgutverändernde) gewebszell- und nervenschädigende Wirkungen nachgewiesen werden. Daher wird der Anteil an Ginkgolsäure in den Extrakten so weit reduziert werden, wie es technisch nur irgendmöglich ist.

Das Gleiche gilt für Methylpyridoxin. Methypryridoxin ist physiologisch in den Samen der Ginkgo-Früchte enthalten, kann aber möglicherweise schädliche Wirkungen auf den Organismus entwickeln. Im Rahmen von Laborversuchen wurde festgestellt, dass Methypryridoxin epileptische Anfälle auslösen kann, weil es das lebenswichtige Vitamin B6 im Gehirn blockiert. Werden Ginkgoblätter nicht sachgemäß geerntet, kann es zu Verunreinigungen mit Ginkgosamen kommen. Aus diesem Grund ist von billigen Ginkgo-Produkten und -Präparaten unbedingt abzuraten.

Erst nachdem sichergestellt wurde, dass die Ginkgo-Extrakte keine schädlichen Inhaltsstoffe enthalten wird Ginkgo-Arznei in Form von Filmtabletten oder Tropfen hergestellt.

Quellen:
  • Ammon HPT (Hrsg): Hunnius – Pharmazeutisches Wörterbuch. 9. Auflage, Berlin 2004
  • Bühring U: Praxis-Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. 2. Auflage, Stuttgart 2009
  • ESCOP: Ginkgo folium. ESCOP Monographs, 2nd edition. Stuttgart, New York 2003
  • Hempen CH, Fischer T: Leitfaden Chinesische Phytotherapie. München & Jena 2001
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Geschrieben von Redaktion 10.07.2014
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