Anbau des Ginkgos

Obwohl der Ginkgobaum ein Windbestäuber ist, verbleiben die weiblichen Sporen in der Blüte. Diese Megasporen lassen sich auch bei Algen finden. Die männlichen Pollen verbreiten sich über den Wind. Große Samenzellen mit Geißeln (Spermatozoiden), die sich selbstständig bewegen können, bleiben an den weiblichen Blüten, die ein schleimiges Sekret absondern, hängen. Trocknet das Sekret ein, gelangen die männlichen Pollen in die Pollenkammer der weiblichen Blüte, wo sie nach etwa vier Monaten auskeimen.
Gleichzeitig entwickelt sich ein Pollenschlauch, der das weibliche Gewebe durchdringt und auf diese Weise Nährstoffe aufnehmen kann. Der Pollenschlauch entwickelt sich zu einem sackähnlichen Gebilde in dem zwei Geschlechtszellen heranreifen. Zerplatzt der Pollenschlauch werden die schwimmfähigen Zellen entlassen und können mit der weiblichen Eizelle verschmelzen.
Es kann mitunter vorkommen, dass die Verschmelzung der Samenzellen mit dem Ei erst stattfindet, wenn die Früchte bereits abgefallen sind. Durch den anschließenden Fäulnisprozess in der Frucht entwickeln sich Fettsäuren, die recht unangenehm riechen. Als Zierpflanze ist daher die männliche Pflanze beliebter.
Vermehren lässt sich der Ginkgobaum durch Stecklinge.
Stecklingsvermehrung des Ginkgo
Im Frühsommer werden vom diesjährigen Trieb des Gingkobaumes am Übergang vom alten zum neuen Holz 25 bis 30 cm lange Stecklinge geschnitten. Zur Vorbereitung des Stecklings wird das weiche Holz an der Sprossspitze direkt über einem Knoten entfernt. Das untere Blatt muss abgenommen werden und die Sprossbasis wird verletzt. Der fertige Steckling soll zwischen 8 bis 10 cm lang sein und drei Knoten haben.
Jetzt ist die Basis eines jeden Stecklings in ein Bewurzelungshormon zu halten, eine Topflatte mit Substrat je zur Hälfte mit Torf und Perlit zu befüllen.
Die Stecklinge werden so tief eingepflanzt, dass sie aufrecht stehen bleiben. Im letzten Schritt werden sie bewässert und etikettiert.
Krankheiten und Schädlinge des Ginkgobaumes
Der Ginkgobaum ist einer der ältesten Baumarten auf der Erde. Er ist äußerst resistent gegenüber Krankheiten und Schädlingen sowie gegenüber Luftverschmutzungen.
Einzig Staunässe verträgt der Baum nicht. Zuviel Wasser kann sich beispielsweise durch Verfärbung der Blätter äußern.