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Ginkgo - Ginkgo biloba

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Ginkgo - Ginkgo biloba

Ginkgo biloba: Ein Überlebenskünstler mit wertvollen Wirkstoffen

Ginkgo biloba – so lautet der lateinische Name des in China heimschen Ginkgobaumes mit seinen einmaligen fächerförmigen Blättern. Hierzulande finden wir ihn als exotischen Laubbaum in botanischen Gärten und Parkanlagen. Dass der Ginkgobaum alles andere als nur ein Zierbaum ist, beweist seine lange Geschichte, die bis in frühere Erdzeitalter zurückreicht. Geschichten und Mythen berichten von den Wundern, die er vollbringen kann – als Überlebenskünstler, der Dinosaurier und die Eiszeit überlebte und sogar atomarer Strahlung trotzt, aber auch als bewährtes Heilmittel gegen die Beschwerden des Alters.

Gegen welche Beschwerden wirkt Ginkgo?

Die wichtigste Wirkung von Ginkgo betrifft nachlassende kognitive Fähigkeiten im Alter. Besonders bei altersbedingten demenziellen Erkrankungen, welche die Hirnleistung wie Merk- und Lernfähigkeit, Konzentration und Erinnerung betreffen, kann Ginkgo positiv wirken und zur Verbesserung der Lebensqualität Betroffener beitragen. Darüber hinaus nützen Extrakte aus Ginkgoblättern bei arteriellen Erkrankungen wie der arteriellen Verschlusskrankheit, bei der Betroffene durch schlechten Blutfluss, vor allem in den Beinen, nur kurze Wegstrecken zurücklegen können.

Generell zielt die Wirkweise auf die Steigerung der Gedächtnis- und Konzentrationsfähigkeit und kann Beschwerden wie Schwindelgefühle und Ohrgeräusche lindern.

Bestätigte Wirkung:
  • Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte sowie der europäische Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP) empfehlen Gingko-biloba-Blätter zur medizinischen Anwendung „von hirnorganischen bedingten Leitungsstörungen, bei dementiellem Syndrom, primär degenerativer Demenz, vaskulärer Demenz und Mischformen aus beiden, zur Verbesserung der schmerzfreien Gehstrecke bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit im Stadium II (Claudication intermittens), bei Schwindel und bei Tinnitus.“
  • Die aktuelle Anwendungsempfehlung der EMA für Ginkgo biloba finden Sie in laienverständlicher, englischer Sprache unter diesem Link.

Detaillierteres Wissen über die Wirkung von Ginkgo biloba hält unser Wirkstoffartikel über die Ginkgoblätter für Sie bereit.

Wissenswertes über Ginkgo biloba

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Im alten China wurde der Ginkgobaum sehr geschätzt, da ihm verjüngende Wirkung zugesprochen wurde. Heute ist der Ginkgobaum eine bedeutende Heilpflanze in der Altersheilkunde (Geriatrie), aber auch in der Tinnitus-Therapie und bei Krankheiten, die die Arterien betreffen.

Der Ginkgobaum ist in vielerlei Hinsicht faszinierend. Er ist ein botanischer Exot, der Merkmale von Laub- und Nadelbäumen in sich trägt. Selbst seine Fortpflanzungsmethode ist in der Pflanzenwelt einmalig, weil seine Samen erst „hergestellt“ werden müssen, bevor sie angebaut werden können.

In China existieren Exemplare, die mehr als 3000 Jahre alt sind. Ein berühmter Ginkgobaum steht in Sendai (Japan). Sein Alter wird auf 1250 Jahre geschätzt. Die Besonderheit sind jedoch seine meterlangen Auswüchse, die ihm den Namen Chichi-Baum einbrachten. Manchmal wird der Ginkgobaum jedoch auch Entenfußbaum, Fächerblattbaum, Japanischer Tempelbaum, Mädchenhaarbaum oder Silberaprikose genannt.

In Deutschland ist der älteste Ginkgobaum gerade 230 Jahre alt. Er wurde 1781 gepflanzt und steht in der Nähe von Magdeburg im Schlosspark des Fürsten von Harbke.

Botanik des Ginkgobaumes

Ginkgobäume könnten zu den Laubbäumen zählen, da sie im Herbst ihre Blätter abwerfen. Anhand der Beschaffenheit der Samen werden sie jedoch den Nadelbäumen (Koniferen) zugeordnet. Sie bekleiden sogar eine eigene Familie: die Familie der Ginkgogewächse (Ginkgoaceae). Mit einer Wuchshöhe bis zu 40 Metern ist der Ginkgobaum eine imposante Erscheinung und außerdem ein echter Methusalem unter den Bäumen: Er kann ein Alter von 1000 Jahren und mehr erreichen.

Der Stammdurchmesser beträgt in der Regel einen bis vier Meter, womit der Ginkgobaum eher schlank in die Höhe ragt. Die äußere Erscheinung bei jungen Bäumen ähnelt einer Pyramide, ältere Bäume sind stärker verästelt und bilden eine mächtige Baumkrone aus, die oft aus zwei Haupttrieben besteht.

Das Holz des Ginkgobaumes ist leicht, weich und harzfrei. Es hat eine feine Struktur und eine hellbraune (Kernholz) bis hellgelbe Färbung (Splintholz). Da sich das Holz für den Möbelbau nicht eignet, wird der Ginkgo-Baum auch nicht für die Holzgewinnung angebaut. Es eignet sich jedoch gut als Schnitzholz und zur Herstellung von Paneelen.

Einjährige Zweige weisen eine hellgraue Rinde auf, die bereits im zweiten Jahr in eine hellbraune Färbung übergeht. Die Borke von jungen Ginkgobäumen erscheint graubraun und ist von helleren Rissen gezeichnet. Ältere Bäume besitzen eine dunkelgraue Borke, die recht rau und tieffurchig ist. Besonders interessant ist ihre schwere Entflammbarkeit, durch die der Baum selbst Waldbrände relativ unbeschadet überstehen kann.

Der Ginkgobaum besitzt kleine, hellbraune Knospen – kaum größer als 5 mm, die von kleinen Blättern umgeben sind.

Die Laubblätter sind das charakteristischste Merkmal des Ginkgo biloba, die ihn unverwechselbar machen. Sie sind fächerförmig mit einer mittigen Kerbung. Die Blattform kann je nach Alter des Baumes etwas variieren, ebenso aufgrund ihres Sitzes an Lang- oder Kurztrieben. Die jungen Blätter sind zunächst hellgrün, färben sich zum Sommer hin dunkler und fallen schließlich im Herbst als hellgelbes Laub ab.

Auch die Wurzeln variieren je nach Alter des Ginkgobaumes. Während bei jungen Bäumen eine bis zu einen Meter lange Pfahlwurzel dominiert, sind es bei älteren Bäumen eher die Seitenwurzeln. Diese wiederum besitzen behaarte Feinwurzeln. Sind die Umweltbedingungen für den Baum schlecht oder entstehen Verletzungen an Ästen oder Stamm, kann der Baum Schwellungen entwickeln, sogenannte basal chichi. Bei Kontakt mit Erde entwickeln sich an diesen Anschwellungen Sprossen und neue Pflanzen können entstehen.

Die Ginkgoblüte ist im März. Als Windbestäuber ist er nicht auf bestäubende Insekten angewiesen. Gewöhnlich findet man männliche und weibliche Pflanzen, selten ist ein Ginkgobaum zweigeschlechtlich. Bis zu einem Alter von 20 bis 35 Jahren sind männliche und weibliche Bäume kaum voneinander unterscheidbar, erst nach diesem Alter, das ungefähr das Alter der Geschlechtsreife ist, werden die Unterschiede erkennbar. Die Blüten der männlichen Bäume erscheinen als zwei bis drei Zentimeter lange Kätzchen mit Pollensäcken. Die weiblichen Blüten erinnern an der Form an winzige Eicheln und beinhalten in ihrem Inneren eine Megaspore.

Nach der Befruchtung, die von Ende August bis Ende September stattfindet, entwickeln sich aus den weiblichen Blüten die runden Ginkgosamen, die einen essbaren Kern besitzen. Bis zur Reife ist die Samenschale grün. Im Herbst verfärbt sie sich gelb, bevor sie schließlich abfällt.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe des Ginkgo

Die medizinischen Wirkstoffe des Ginkgos sind seine Blätter. In der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache werden sie Ginkgo bilobae folium genannt. Die Qualität der Gingkoblätter für medizinische Anwendungen ist durch das Europäische Arzneibuch (PhEur) geregelt.

Zu ihren wichtigsten Inhaltsstoffen der gehören vor allem Flavonoide, Terpenlactone mit den Komponenten Ginkgolide und Bilobalide, Proanthocyanidine und Diterpene.

Pflanzenmerkmale

Laub- oder Nadelbaum?

Die Ginkgobäume könnten zu den Laubbäumen zählen, da sie im Herbst ihre Blätter abwerfen. Anhand der Beschaffenheit der Samen werden sie jedoch der Gattung Koniferen (Nadelbäumen) zugeordnet.

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Geschichte

Von der Eiszeit bis zur Gegenwart

Aus Untersuchungen zahlreicher Fossilien geht hervor, dass bereits in früheren Erdzeitaltern Ginkgogewächse weit verbreitet waren, auch in Europa.

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Herkunft des Baumes

Durch Samenraub wieder in Europa

Mit einem Samenraub kam der Ginkgobaum nach einer Millionen Jahre, in der er hier als ausgestorben galt, nach Europa zurück.

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Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann
Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 10.07.2014
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Die Angaben sind ausschließlich zu Informations­zwecken bestimmt und stellen keine Kauf- oder Anwendungs­empfehlung dar. Diese Informationen ersetzen auch nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.

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Ginkgo biloba extract in the treatment of tinnitus: a systematic review
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Toxicology and Carcinogenesis Studies of Ginkgo biloba Extract (CAS No. 90045-36-6) in F344/N Rats and B6C3F1/N Mice (Gavage studies). (und weitere 3 Studien)
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2013, 2011, 2011, 2007
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In China und Japan wird der Ginkgo schon seit Jahrtausenden als Naturheilmittel verehrt. Eine aktuelle Studie förderte jetzt aber einige brisante Ergebnisse zutage, die den guten Ruf des Ginkgos ernsthaft  Mehr...in Frage stellen könnten. Es gibt aber auch schon Stimmen, die das Resultat der Arbeit anfechten. Ist die Einnahme der Pflanze wirklich gefährlich?
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Wenn man dem Ginkgo eine Wirkung nachsagt, dann vor allem die Steigerung von geistigen Fähigkeiten, wie Konzentration und Lernvermögen. Doch ein Blick in die Datenbanken der Medizin zeigt, dass man sich  Mehr...in der Wissenschaft noch nicht so recht einig ist, wie und gar ob Ginkgo bei mentalen Problemen helfen kann. Ein Überblick über den aktuellen Stand der Forschung.
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Ginkgo biloba extract for age-related macular degeneration
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Special ginkgo extract in cases of vertigo - A systematic review of randomised, double-blind, placebo controlled clinical examinations
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Wenn sich die Welt anfängt zu drehen, hört der Spaß für Betroffene auf. Zum Glück gibt es verschiedene Therapien gegen krankhaften Schwindel. Seit längerem verwendet man auch pflanzliche Wirkstoffe,  Mehr...wie Ginkgo biloba. Aber hilft die Pflanze wirklich?
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A novel anti-inflammatory role for ginkgolide B in asthma via inhibition of the ERK/MAPK signaling pathway. (und weitere 2 Studien)
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2011, 2009, 2007
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Seit vielen Generationen verwendet man Ginkgo bei Lungenbeschwerden wie dem Asthma bronchiale. Doch ist die Pflanze wirklich geeignet, um diese weit verbreitete und lästige Atemwegserkrankung zu behandeln?  Mehr...Es folgt ein kurzer Blick auf aktuelle Forschungsarbeiten.
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Ginkgo biloba: An adjuvant therapy for progressive normal and high tension glaucoma
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Der Grüne Star (Glaukom) ist eine Krankheit, die sich schleichend über viele Jahre hinweg entwickelt. Die Ärzteschaft ist seit jeher auf der Suche nach neuen Therapie-Möglichkeiten, die den Verlauf  Mehr...der Erkrankung eindämmen können. Ginkgo biloba wird von vielen Medizinern gern verwendet. Doch was ist dran an der nachgesagten Wirkung?
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