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Gewürznelke – Syzygium aromaticum

Gewürznelke – Syzygium aromaticum

Tropische Heil- und Gewürzpflanze

170 Jahre hielten sie den Daumen auf der Gewürznelke drauf, die holländischen Handelsherren. Dann geschah das, was man gemeinhin mit „wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein“ beschreiben kann.

Wissenswertes über die Gewürznelke

Als die Holländer 1599 die heute zu Indonesien gehörende Inselgruppe in Besitz nahmen, monopolisierten sie die Kultur der Gewürznelken ebenso wie den Handel mit diesem Gewürz. Auf der kleinen Insel Amboina wurden alle Bäume abgeschlagen, der Handel mit anderen Völkern untersagt und vorhandene Vorräte den Flammen übergeben. Um 1770 schaffte es der französische Gouverneur Poivre, Sämlinge der Gewürznelke auf seine Insel zu bringen. Sehr schnell verbreitete sich daraufhin der Anbau des Nelkenbaums bis hin nach Trinidad (eine Insel der Karibik). Die Insel Sansibar an der Ostküste Afrikas ist heute einer der wichtigsten Lieferanten von Gewürznelken. Auf Amboina verfielen dagegen Kulturen und Monopol.

Nach Europa sollen Gewürznelken übrigens während der Regierungszeit Konstantins des Großen gekommen sein, der von 306 bis 388 römischer Kaiser war. Andererseits heißt es aber, der Gelehrte Plinius erwähne dieses Gewürz in seinen Schriften. Doch Plinius lebte im 1. Jahrhundert n.Chr. Er kam beim Ausbruch des Vesuvs im Jahre 79 ums Leben.

Wenn man an die umfassenden Handelsbeziehungen der antiken Völker denkt und auch die Berichte berücksichtigt, dass Gewürznelken in ägyptischen Gräbern gefunden wurden, dann sollte man doch davon ausgehen können, dass zumindest die im Süden Europas lebenden Menschen dieses Gewürz schon recht früh kennengelernt haben.

Heute sind Gewürznelken neben ihrem medizinischen Gebrauch eine unverzichtbare Zutat in der Weihnachtsbäckerei (Lebkuchen und Gewürzplätzchen) und auch Glühwein und Punsch sind ohne Gewürznelken unvorstellbar. Übrigens: Manchmal werden Gewürznelken auch Gewürznägelein, Kreidenelken oder Nägelein genannt.

Botanik der Gewürznelke

Die Gewürznelke wächst auf einem immergrünen, pyramidenförmigen, bis zu 20 Meter hohen Baum, der zu der Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae) gehört. An seinen rundlichen Zweigen befinden sich kurz gestielte, ledrig, elliptische bis lanzettliche Blätter. Seine kleinen Blüten sind in gabeligen Trugdolden angeordnet und blühen zwischen März und Mai. Sie sind kurz gestielt und rosa bis weiß. Aus ihnen entwickeln sich die typischen einsamigen braunen Früchte.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltstoffe der Gewürznelke

Die medizinisch verwendeten Pflanzenteile der Gewürznelke sind ihre Früchte und das daraus gewonnene Nelkenöl (ätherisches Öl). Gewürznelkenfrüchte heißen in der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache Caryophylli flos. Nelkenöl wird als Caryophylli floris aetheroleum bezeichnet. Bei den Nelkenblüten handelt es sich um die von Hand gepflückten und nachfolgend getrockneten Blütenknospen vom Gewürznelkenbaum. Nelkenöl wird durch Wasserdampfdestillation aus diesen Blütenknospen gewonnen.

Die Qualitätsanforderungen an die Gewürznelken und das Nelkenöl ist durch das Europäische Arzneibuch (PhEur) geregelt.

Bei den Gewürznelken handelt es sich um einen ätherisch-Öl-Wirkstoff. Eugenol stellt mit 85 bis 95% das wichtigste ätherische Öl dar. Darüber hinaus enthalten Gewürznelken Gerbstoffe, fettes Öl, Flavonoide, Phytosterole und Gerbstoffe.

Nelkenöl hingegen besteht ausschließlich aus ätherischen Ölen. Es setzt sich hauptsächlich aus Eugenol (75 bis 88%) zusammen, enthält daneben 4 bis 15% Aceteugenol und 5 bis 14% β-Caryophyllen.

Medizinische Wirkungen

In der Zahnheilkunde werden Gewürznelken und Nelkenöl schon lange eingesetzt. Tatsächlich besitzen beide Wirkstoffe Inhaltstoffe, die eine örtliche Schmerzlinderung bei Zahnschmerzen bewirken können. Darüber hinaus helfen Gewürznelken und Nelkenöl nachweislich bei Entzündungen im Mund und im Rachen (Mundschleimhautentzündung, Stomatitis; Zahnfleischentzündung; Halsschmerzen).

Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte befürwortet die Anwendung von Gewürznelken „bei entzündlichen Veränderungen der Mund- und Rachenschleimhaut sowie zur lokalen Schmerzstillung in der Zahnheilkunde.“ Die Kommission E verweist in ihrer Monographie auf die Wirkungen des Nelkenöls, zu dem keine separate Monographie vorliegt. In der Praxis wird Nelkenöl allerdings fast ausschließlich eingesetzt. Hier spielen die Gewürznelkenfrüchte eine untergeordnete Rolle.

Geschrieben von Redaktion 11.04.2012
Geschrieben von Redaktion 11.04.2012
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