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Gänsefingerkraut – Potentillae anserinae herba

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Gänsefingerkraut – Potentillae anserinae herba

Kleines Kraut mit großer Wirkung

Gänsefingerkraut ist eine Gerbstoffpflanze, deren Inhaltsstoffe verletzte Haut- oder andere Gewebeoberflächen abdichten können. Der medizinische Wirkstoff des Gänsefingerkrautes ist – wie der Name schon sagt – das Kraut. 

Gänsefingerkraut hat vielfältige Anwendungsbereiche und ist eine der relativ wenigen Heilpflanzen, die bei krampfartigen Regelbeschwerden (Menstruationsbeschwerden / Dysmenorrhoe) hilfreich sind. Außerdem eignet sich das Kraut gut zur Behandlung von Durchfallerkrankungen und kann bei entzündeter Mund- und Rachenschleimhaut (Mundschleimhautentzündung, Stomatitis; Zahnfleischentzündung; Halsschmerzen) ein wirksames pflanzliches Mittel darstellen. Auch in der traditionellen Volksmedizin wird Gänsefingerkraut äußerlich bei schlecht heilenden Wunden eingesetzt. 

Auf einen Blick:

Gänsefingerkraut

  • Wirkt: zusammenziehend, erhöhend auf die Anspannung und Fähigkeit des Zusammenziehens der Gebärmutter
  • Kann eingesetzt werden: bei krampfartigen Regelbeschwerden (Dysmenorrhoe), Durchfall und bei entzündeter Mund- und Rachenschleimhaut

Inhaltsstoffe von Gänsefingerkraut

Gänsefingerkraut ist eine Gerbstoffpflanze. Davon enthält sie reichlich, nämlich zwischen 5 bis 10%. Zu den wichtigsten Gerbstoffkomponenten zählen die Ellagitannine. Im Vergleich zu anderen Gerbstoffpflanzen ist die zusammenziehende Wirkung des Gänsefingerkrautes allerdings eher schwach ausgeprägt.

Trotzdem ist Wirkung der Gerbstoffe im Gänsefingerkraut nicht zu unterschätzen, denn Gerbstoffe bilden an ihrem Wirkort immer eine Art Schutzschicht, die es Krankheitserregern deutlich erschwert Schaden anzurichten. Das machen sie, indem sie mit kleinsten Eiweißen (Enzymen) reagieren und mit Hilfe anderer Stoffe, z.B. Wasserstoff, unlösliche Verbindungen mit Eiweißen bilden.

Aus diesen Gründen helfen Gerbstoffpflanzen – bis zu einem bestimmten Grad – bei innerer Anwendung stets gegen Entzündungen und Durchfall.

Entkrampfende Wirkung bei Regelbeschwerden

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Jede Frau die unter starken krampfartigen Regelbeschwerden leidet, steht ihrer allmonatlichen Menstruation argwöhnisch gegenüber. Dieser ganz natürliche Vorgang macht sich bei manchen Frauen schon vor dem eigentlichen Beginn der Regelblutung durch Krämpfe im Unterbauch bemerkbar.

Eine häufige Ursache ist die sogenannte Endometriose, eine gutartige Erkrankung, bei der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter vorkommt. Außerdem tritt es bei gutartigen Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut (Myom) auf, kann aber auch durch Polypen, Fehlbildungen der Gebärmutter, psychosomatische Ursachen und vielem mehr auftreten.

Problematisch sind diese Regelbeschwerden, die auch Dysmenorrhö genannt werden, weil entzündungsauslösende Hormone, sogenannte Prostaglandine, gebildet werden, deren Freisetzung zum Zeitpunkt der Regelblutung erfolgt.

Ganz unabhängig von der Stärke der Regelblutung können neben den Krämpfen, Übelkeit, Erbrechen bis hin zu Migräne und Rückenschmerzen auftreten.

Gänsefingerkraut kann die Symptome der Regelbeschwerden lindern, weil sie leicht entspannend auf die Gebärmutter wirken. Das macht das Kraut, indem es die Anspannung der Gebärmutter erhöht. Ebenso hat es die Fähigkeit, dass Zusammenziehen der Gebärmutter zu steigern.

Aus diesem Grund kann Gänsefingerkraut innerlich gut bei Regelbeschwerden angewendet werden. Es eignet sich zum Einsatz besonders in Kombination mit Kamillenblüten und Schafgarbenkraut, die äußerlich als Sitzbäder eingesetzt werden können.

Zusammenziehende Wirkung bei Durchfall

Bakterien, Viren oder kleinste Lebewesen (Protozoen und Würmer) können Durchfall auslösen. Von Durchfall wird dann gesprochen, wenn man(n) oder Frau mehr als 3-mal am Tag plötzlich Stuhl entleeren muss und der Toilettengang übermäßig und wässrig ausfällt.

Jeder der schon einmal Durchfall hatte, weiß dass diese unangenehme Erkrankung durch verunreinigte Lebensmittel oder Wasser ausgelöst werden kann. Manche Krankheitserreger, wie beispielsweise Salmonellen, können nicht nur durch Lebensmittel, sondern auch von Tier-zu-Mensch oder im Schwimmbad übertragen werden.

Gegen derart starken Durchfall, den Salmonellen auslösen, darf das Gänsefingerkraut allenfalls begleitend eingesetzt werden. Hier ist genauso wie bei allen heftigen Durchfällen der Schritt zur Schulmedizin angezeigt.

Bei leichtem Durchfall hingegen kann Gänsefingerkraut allerdings eine gute pflanzliche Alternative zur Schulmedizin darstellen.

Gänsefingerkraut ist besonders reich an Gerbstoffen. Wird das Gänsefingerkraut innerlich, z.B. als Tee angewendet, verbinden sich die Gerbstoffe im Darm mit Eiweißen und bilden eine unlösliche Verbindung. Diese Reaktion führt dazu, dass die Oberfläche des Darms verdichtet wird. Sie zieht sich zusammen.

Die ausgeklügelte Wirkung führt wiederum dazu, dass giftige Stoffe oder Krankheitserreger nur sehr schwer durch diese Schicht dringen können. Sie sterben ab. Außerdem verhindern die Gerbstoffe, dass dem Darm Flüssigkeit entzogen wird und überziehen entzündete oder verletzte Stellen mit einer „Schutzschicht“. Aus diesem Grund helfen die Gerbstoffe aktiv dabei, den Darm zurück ins Gleichgewicht zu bringen.

Antientzündliche Wirkung bei Wunden in Mund und Rachen

Winterzeit – Erkältungszeit. Unzählige Bakterien und Viren schwirren in geschlossenen Räumen in der Luft und lösen eine Erkältung aus. Die wiederum kann sich durch eine entzündete Schleimhaut im Rachen äußern. Entzündungen können jedoch auch durch andere Umwelteinflüsse wie das Einatmen von giftigen Stoffen ausgelöst werden.

Gurgellösungen oder Spülungen mit Gänsefingerkraut können jetzt hilfreich sein. Bei Entzündungen bilden die darin enthaltenen Gerbstoffe eine Schutzschicht auf den betroffenen Stellen, indem sie mit Eiweißen reagieren. Diese Schutzschicht können Krankheitserreger wie Bakterien nur schwer durchdringen. Dadurch heilen entzündete Hautstellen und Schleimhäute schneller ab.

Gänsefingerkraut

Anwendung und Dosierung von Gänsefingerkraut

Gänserfingerkraut-Tee

Bei krampfartigen Regelbeschwerden und leichtem Durchfall ist ein Tee aus Gänsefingerkraut ein wirksames pflanzliches Therapeutikum. Der erkaltete Tee kann auch zum Gurgeln oder Spülen bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum eingesetzt werden.

Übergießen Sie 1 Teelöffel (1 g) Gänsefingerkraut mit 1 Tasse (150 ml) siedend heißen Wassers. Lassen Sie den Tee 10 Minuten lang ruhen und gießen Sie das Kraut anschließen ab.

Dosierung

Trinken Sie bei Regelbeschwerden oder Durchfall 3 bis 4 Tassen Gänsefingerkraut-Tee täglich, oder gurgeln/ spülen Sie den Mund und den Rachen mehrmals täglich mit dem kalten Gänsefingerkrauttee.

Gänsefingerkraut

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (4 bis 6 g) des Gänsefingerkrauts nicht bekannt. Allerdings können sich durch die Anwendung des Gänsefingerkrauts bestehende Magen-Darmprobleme (Reizmagensyndrom) verstärken.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben, bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel mit Gänsefingerkraut

Extrakte aus Gänsefingerkraut sind als Fertigarzneimittel derzeit nicht erhältlich. Getrocknetes Gänsefingerkraut erhalten Sie in der entsprechenden Qualität in der  Apotheke. Der Wirkstoff wird in Arzneitee eingesetzt.

Gänsefingerkraut ist eine Gerbstoffpflanze. Deshalb wirkt es bei innerer Anwendung gegen leichten Durchfall und bei entzündeter Mund- und Rachschleimhaut. Außerdem kann sich Gänsefingerkraut entspannend auf die Gebärmutter auswirken, weswegen der Wirkstoff bei krampfartigen Regelbeschwerden eingesetzt wird.

 

Quellen:
  • Bühring U: Praxis-Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. 2. Auflage, Stuttgart 2009
  • Greten H (Hrsg.): Innere Medizin. 12. Auflage, Stuttgart 2005
 
Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann
Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 04.11.2014

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