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Gänsefingerkraut - Potentilla anserina

Gänsefingerkraut - Potentilla anserina

Leibspeise für die Einen – Medizin für die Anderen

Das Gänsefingerkraut ist die Leibspeise von Gänsen. Sie lieben es, an dem Kraut zu knabbern, weil sie den Geschmack und vielleicht auch instinktiv die medizinische Wirkung des Krautes bei Entzündungen kennen. Die Gänse verzehren alle Bestandteile der Pflanze inklusive der Samen, die sie mit ihrem Kot andernorts wieder ausscheiden. Dadurch sorgen die Tiere für eine natürliche Düngung des Bodens und für die Verbreitung der Pflanze.

Es sind also die Gänse, denen das Gänsefingerkraut seinen Namen verdankt.

Wissenswertes über das Gänsefingerkraut

Seit wann das Gänsefingerkraut medizinisch eingesetzt wird, kann nicht mit Bestimmtheit gesagt werden. In den Kräuterbüchern von Hieronymus Bock wird es erst erstmalig im 16. Jahrhundert erwähnt. Verwendet wurde das Gänsefingerkraut seinerzeit vor allem bei Krämpfen und Blutungen. Später erwähnt es auch der berühmte Pfarrer Kneipp zur Behandlung von Muskelschmerzen.

Das Gänsefingerkraut wurde aber auch als Lebensmittel verwendet. Speziell seine Wurzel diente in Notzeiten in Skandinavien als Gemüseersatz. Heute würde man eher von einem kulinarischen Erlebnis mit einer Wildpflanze sprechen.

Als gefährlich anzusehen ist hingegen die manchmal noch in der Volksmedizin verbreitete Meinung, dass das Gänsefingerkraut auch bei Blutvergiftungen als Gegengift eingesetzt werden kann. Eine Blutvergiftung kann durch verschiedene Stoffe verursacht werden und muss entsprechend mit einem passenden arzneilichem Gegengift durch einen Arzt behandelt werden. Ein „Allheilmittel“ gibt es leider nicht, deshalb kann auch das Gänsefingerkraut wenig bis nichts ausrichten.

Das Gänsefingerkraut ist heute weit verbreitet. Man trifft es hierzulande am Wegesrand, auf Waldlichtungen und Wiesen an. Weil das Gänsefingerkraut selbst Böden mit hohem Salzgehalt toleriert, kommt es auch an Ufern vor und hat sich speziell in den letzten Jahren an Autobahnen und Straßen ausgebreitet. Neben seinem offiziellen deutschen Namen verfügt es zudem viele sinnverwandte Bezeichnungen: Anserine, Fingerkraut, Gänserich, Ganskraut, Krampfkraut und Silberkraut sind einige dieser Synonyme.

Botanik des Gänsefingerkrauts

Das leuchtend gelb blühende Gänsefingerkraut ist eine Kriechpflanze, die zu der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) gehört. Das Kraut wird zwischen 10 und 80 cm lang und hat einen dicken und verzweigten aber kurzen Wurzelstock. Durch lange kahle oder behaarte Sprossen kriecht es über den Boden, welche in regelmäßigen Abständen Knoten entwickeln. An diesen Knoten bilden sich die Wurzeln aus.

Die unterbrochen-unpaarig gefiederten Blätter sind unterseitig mit silbrigen oder weißen glänzenden Haaren überzogen. Die Oberseite der Blätter ist von saftigem grün und unbehaart. Die Stängel entspringen von den Sprossen. Auf ihnen sitzen die gelben Blüten mit ihren fünf Blütenblättern, die einen Durchmesser von 1,5 bis 3 cm haben. Aus diesen Blüten entwickeln sich die kahlen eiförmigen oder kugeligen Früchte.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltstoffe des Gänsefingerkrauts

Medizinisch werden die oberen, krautigen Bestandteile des Gänsefingerkrauts eingesetzt. Dazu gehören die Blüten, Blätter und Stängel. Gänsefingerkraut wird in der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache Potentillae anserinae herba genannt. Die Anforderungen an die Qualität des Krautes sind durch den Deutschen Arznei Codex (DAC) geregelt, wozu auch die Inhaltstoffe gehören.

Gänsefingerkraut enthält überwiegend Gerbstoffe (5 bis 10%), wobei die Hauptkomponenten Ellagitannine darstellen.

Weitere Inhaltstoffe des Gänsefingerkrauts sind Flavonoide und Cumarine.

Medizinische Wirkungen

Gänsefingerkraut ist eine Gerbstoffpflanze, die wegen dieser Inhaltstoffe nachweislich gegen leichten Durchfall und gegen krampfartige Regelbeschwerden hilft. Außerdem ist das Kraut bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum (Mundschleimhautentzündung, Stomatitis; Zahnfleischentzündung; Halsschmerzen) erwiesenermaßen wirksam.

Das Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte befürwortet die Anwendung des Gänsefingerkrautes „bei leichter Dysmenorrhö, leichten Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut sowie zur adjuvanten Therapie leichter unspezifischer akuter Durchfallerkrankungen."

Geschrieben von Redaktion 10.10.2011
Geschrieben von Redaktion 10.10.2011
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