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Fichtennadelöl – Piceae aetheroleum

Fichtennadelöl – Piceae aetheroleum

Bei Erkältungen und schmerzenden Muskeln

Die medizinischen Wirkstoffe der Fichte sind ihre Spitzen (frischen Triebe) und das aus den frischen Nadeln, Zweigspitzen oder Ästen gewonnene ätherische Öl (Fichtennadelöl).

Die Wirkung der Fichtenspitzen und des ätherischen Öls unterscheidet sich kaum, obwohl es sich um verschieden eingesetzte Pflanzenteile handelt.

Fichtennadelöl wirkt daher wie die Fichtenspitzen erwiesenermaßen gegen Erkrankungen der Atemwege. Außerdem nützt das Fichtennadelöl nachweislich bei rheumatischen Beschwerden und bei leichten Nervenschmerzen.

Auf einen Blick:

Fichtennadelöl

  • Wirkt: schleimlösend, gewebereizend, gegen Bakterien und Pilze
  • Kann innerlich eingesetzt werden: bei entzündlichen Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege
  • Kann äußerlich eingesetzt werden: bei entzündlichen Atemwegserkrankungen (ober und untere), Rheuma, Nervenschmerzen

Inhaltstoffe des Fichtennadelöls

Die Bezeichnung Fichtennadelöl erscheint ein wenig irreführend, wenn man bedenkt, dass es aus den frischen Nadeln, den Zweigspitzen und den Ästen gewonnen wird. Trotzdem ist dies die offizielle Bezeichnung für das ätherische Öl, das sich wiederum aus vielen verschiedenen Komponenten zusammensetzt.

Fichtennadelöl besteht zu 20 bis 45% aus dem ätherischen Öl Bornylacetat und zu 1 bis 8% aus Borneol. Diesen beiden ätherischen Ölen ist daher die Hauptwirkung zuzuordnen. Außerdem enthält Fichtennadelöl weitere ätherische Öle wie beispielsweise Limonen, α- und β-Pinen, Camphen oder Myrcen. Zusammen mit den Hauptkomponenten begünstigen sich alle flüchtigen Öle untereinander und rufen die gewünschten Wirkungen auf die Atemwege, die Muskeln und auf die Nerven hervor.

Anwendung bei entzündlichen Atemwegserkrankungen

Keimhemmend und schleimlösend bei entzündeten Luftwegen

Die Fichte ist aus unseren deutschen Wäldern kaum wegzudenken. Auch schmückt sie gar manchmal als Weihnachtsbaum unsere deutschen Wohnzimmer.

Der Brauch sich einen Weihnachtsbaum in das Haus zu holen, hatte früher durchaus Gründe. So verströmen die frisch gefällten Bäume einen angenehmen Duft mit ätherischen Ölen, die nicht nur den Geruch in den Räumen verbessern sollte, sondern gleichzeitig auch gegen schädliche Kleinstlebewesen wie Bakterien half.

Zwar mögen die Düfte in einem Wohnraum die von der Fichte ausgehen noch nicht ausreichen, um bestehende Atemwegserkrankungen zu bekämpfen, sie können aber allemal einen Beitrag zur Krankheitsvorbeugung leisten.

Wer jedoch bereits eine Atemwegerkrankung der oberen oder unteren Luftwege hat, für den kann das Fichtennadelöl eine wirksame Hilfe für eine schnelle Genesung sein.

Fichtennadelöl setzt sich aus ätherischen Ölen zusammen die einen positiven Einfluss auf die Atemwege besitzen. In niedriger Dosierung bewirken sie durch ihre Einlagerung in die Zellwände (Zellmembran) der Atemwege z.B. an den örtlichen Stoffen (Enzyme) oder Empfangsstellen (Rezeptoren). Diese Wirkung ist bei Atemwegerkrankungen besonders wichtig, weil sie dazu führen kann, dass Krankheitserreger wie Bakterien ausgeschaltet werden können.

Außerdem kann das Fichtennadelöl Reizhusten (trockenen Husten) lindern. Husten ist grundsätzlich ein Reflex mit dem unerwünschte Fremdstoffe wie Bakterien, Viren oder Staub aus den Atemwegen heraus transportiert wird. Eine Erkältung beginnt oft mit solch einem Reizhusten, der sich nach einiger Zeit löst und dann durch den Auswurf von Schleim sichtbar wird. Manchmal spürt man förmlich den festsitzenden Husten, der sich einfach nicht richtig lösen lässt.

Hier greift der Wirkmechanismus des Fichtennadelöls. Es sorgt dafür, dass sich der Schleim besser löst und abgehustet werden kann.

Durch die einerseits abtötende Wirkung auf Bakterien und Pilze sowie den lösenden Effekt auf der anderen Seite, ist Fichtennadelöl daher bei leichten bis mittelschweren Atemwegserkrankungen eine gute Wahl.

Anwendung bei Rheuma und Nervenschmerzen

Schmerzlindernd bei Rheuma und Nervenschmerzen

Fichtennadelöl hat wie die meisten ätherischen Öle auch eine Wirkung auf die Gewebe. Äußerlich angewendet wirkt es erwiesenermaßen gewebereizend, was bei rheumatischen Erkrankungen oder Nervenschmerzen durchaus erwünscht ist.

Wird das Fichtennadelöl in einer hohen Konzentration eingesetzt, dann kommt es zu einer Reizwirkung auf der angewendeten Stelle. Es kann beispielsweise die Durchblutung verbessern. Beim Fichtennadelöl führt diese Wirkung dazu, dass es in erster Linie schmerzlindert wirkt und somit bei schmerzhaften rheumatischen Muskel- und Nervenproblemen örtlich eingesetzt werden kann.

Fichtennadelöl

Darreichungsform und Dosierung des Fichtennadelöls

Fichtennadelöl ist ein traditionell lange gebrauchtes Mittel, dass vielseitig eingesetzt werden kann. Aufgrund der Fülle der Anwendungsmöglichkeiten werden hier 2 ausführliche Beispiele genannt.

Inhalation

Bei einer beginnenden oder bestehenden Erkältung ist eine Inhalation mit Fichtennadelöl geeignet. Nehmen Sie hierzu ein größeres, breites Gefäß. Geben Sie in das Gefäß etwa 1 Liter heißes Wasser und 5 bis 8 Tropfen des ätherischen Öls. Zur Inhalation legen Sie sich bitte ein großes Handtuch über den Kopf, damit die Dämpfe nicht entweichen können.

Dosierung

Inhalieren Sie je nach Intensität der Beschwerden 2 bis 3-mal täglich.

Tipp: Wenn Sie einmal keine Zeit zum Inhalieren bei Schnupfen haben, träufeln Sie auf ein sauberes Taschentuch 1 Topfen des Fichtennadelöls und schnuppern Sie über den Tag verteilt immer wieder daran.

Infus

Bei Entzündungen der oberen und unteren Atemwege ist ein Infus mit Fichtennadelöl gut geeignet.

Geben Sie hierzu 3 bis 4 Tropfen des Fichtennadelöls auf ein Stück Würfelzucker.

Dosierung

Nehmen Sie den Infus 3-mal täglich pur oder mit etwas Wasser ein, bis sich die Beschwerden bessern.

Vollbad

Fichtennadelöl als Badezusatz ist ein klassisches Mittel bei Atemwegerkrankungen und bei rheumatischen Beschwerden sowie Nervenschmerzen. Hinweise zum Herstellen und zur Dosierung eines Vollbades finden Sie im Text: Fichtenspitzen-Extrakt.

Bitte tauschen Sie den Aufguss aus frischen Fichtenspitzen durch 5 g ätherisches Öl aus.

Fichtennadelöl

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen des Fichtennadelöls nicht bekannt.

Achtung! Bitte wenden Sie Fichtennadelöl nicht bei Säuglingen und Kleinkindern an, speziell im Bereich des Gesichtes (Nase), da es zum spontanen Krampf der Zunge (Glossitiskrampf) und zur Unterdrückung der Atmung kommen und wiederum zu einer Erstickung führen kann.

Fichtennadelöl kann in einigen Fällen auch unerwünschte Wirkungen auslösen. Auf der Haut und den Schleimhäuten kann es zu Reizerscheinungen kommen. Wird das Fichtennadelöl nicht korrekt eingesetzt, kann es zudem zu Krämpfen in den Atemwegen kommen. Bei Überdosierungen und bei großflächiger äußerlicher Anwendung des reinen ätherischen Öls sind zudem Vergiftungen und Schädigungen des Zentralnervensystems möglich.

Nicht angewendet werden darf Fichtennadelöl innerlich bei Asthma bronchiale, bei Keuchhusten und äußerlich bei Hautkrankheiten, Bluthochdruck und Herzschwäche.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben, bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Fichtennadelöl ist als Fertigarzneimittel bisher nicht als Monopräparat verfügbar. In Kombination mit anderen Wirkstoffen wird das Öl in ätherischer Form und als ölige Einreibung (Atemwegserkrankungen), Salbe, Creme und Lösung zum Einreiben angeboten (hier auch gegen Rheuma-Beschwerden, Verstauchungen, Prellungen und Zerrungen). Außerdem erhalten Sie das Öl in seiner reinen Form in Ihrer Apotheke.

Die ätherischen Öle des Fichtennadelöls helfen innerlich und äußerlich angewandt erwiesenermaßen gegen Entzündungen der oberen und unteren Atemwege. Ausschließlich äußerlich eingesetzt nützen sie nachweislich bei rheumatischen Beschwerden und gegen Nervenschmerzen.

In der Volksmedizin wird Fichtennadelöl als Blutreinigungsmittel, gegen Tuberkulose, Skorbut, Rheuma, Verdauungsschwäche und gegen chronische Hauterkrankungen eingesetzt.

Quellen:
  • Bäumler, S: Heilpflanzen Praxis Heute. München 2007
  • Schilcher H, Kammerer S, Wegener T: Leitfaden Phytotherapie. München & Jena 2010
 
Geschrieben von Redaktion 11.09.2014
Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann
Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 11.09.2014
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