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Angelikawurzel – Angelicae radix

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Angelikawurzel – Angelicae radix

Gehaltvolle Wurzel für einen guten Appetit und eine gute Verdauung

Die Angelika wird oft Echte Engelwurz genannt. Sie hat insgesamt vier medizinische Wirkstoffe: die Angelikawurzel, Angelikawurzelöl (ätherisches Öl), Angelikafrüchte und Angelikakraut. In der Medizin offiziell anerkannt ist jedoch nur die Angelikawurzel, die Anwendung der anderen Pflanzenteile wird nicht empfohlen.

Extrakte aus der Angelikawurzel helfen nachweislich bei Appetitlosigkeit und bei Magen-Darmbeschwerden wie Völlegefühl und Blähungen sowie bei leichten Krämpfen.

Wichtig zu beachten: Durch die Engelwurz-Anwendung kann die Haut sehr lichtempfindlich werden. Es kann zu sonnenallergischen Reaktionen kommen.

Auf einen Blick:

Angelikawurzel

  • Wirkt: krampflösend, fördernd auf die Gallensaft- und die Magensaftbildung, leicht blähungswidrig
  • Kann eingesetzt werden: Appetitlosigkeit und gegen Magen-Darmbeschwerden

Inhaltstoffe der Angelikawurzel

Die Wirkungen der Angelikawurzel gehen vor allem auf die enthaltenen ätherischen Öle zurück. Aber ihr Geschmack lässt bereits vermuten, dass die Wurzel-Extrakte auch Bitterstoffe enthalten. Auch sie sind an der Wirkung der Angelikawurzel beteiligt. Zusammen wirken die ätherischen Öle und die Bitterstoffe anregend auf die Verdauungssäfte. Auch die enthaltenen Cumarine sind Begleitstoffe der Wurzel, die auch an den medizinischen Wirkungen beteiligt sind. Sie können aber auch unerwünschte Wirkungen auslösen, etwa eine erhöhte Lichtempfindlichkeit.

Anwendung bei Appetitlosigkeit

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Stimulierend auf den Appetit

Appetitlosigkeit kann viele verschiedene Ursachen haben. Stress oder Sorgen können einem schon manchmal den Appetit verderben. Aber oft liegen jedoch Magen- oder Verdauungsprobleme vor.

Die Angelikawurzel regt den Appetit an, denn ihre Inhaltstoffe beginnen bereits im Mund mit der Entfaltung ihrer Wirkung.

Im Mund, auf der Zunge, oder besser gesagt auf der Mundschleimhaut eines jeden Menschen befinden sich sogenannte Geschmacksknospen. Sie können den jeweiligen Geschmack erkennen und sind an ihrem Fuß mit Nervenzellen verbunden.

Gelangt nun die Angelikawurzel an die Zungenknopsen, so funkt vor allem der Vagusnerv (Gehirnnerv) eine wichtige Information an das Gehirn weiter: Verdauung anregen!

Und schon wird vermehrt Speichel produziert, aber auch die Säfte des Magen, der Bauchspeicheldrüse und die Gallensaftproduktion werden angeregt. Dadurch bekommt man Hunger.

Anwendung bei Magen-Darmbeschwerden

Anregend auf die Produktion von Verdauungssäften

Die Anwendung der Angelikawurzel wird vor allem bei leichten Magen-Darm-Krämpfen, Blähungen und Völlegefühl empfohlen. Sie eignet sich aber auch bei durch Stress verursachten Magenbeschwerden.

Speichel enthält bestimmte Enzyme z.B. α-Amylase. Beim Verzehr von fester Nahrung wird das Essen nicht nur durch die Zähne zerkleinert. Zuckerverbindungen (Kohlenhydrate) werden bereits hier aufgespalten und die Nahrung wird gleitfähig (schlüpfrig) gemacht.

Dadurch dass in der Folge vermehrt Verdauungssäfte im Magen produziert und ausgeschieden werden, können vor allem Eiweiße schneller in ihre Einzelbestandteile zerlegt und so – angekommen im Dünndarm – leichter aufgenommen werden.

Dann kommen noch die Enzyme der Bauchspeicheldrüse hinzu, die im Dünndarm weiterhin die Eiweiße zersetzten, sodass sie leichter ins Blut aufgenommen werden können. Diese Aufnahme erfolgt in winzig kleinen Eiweißbausteinen.

Zu guter Letzt werden auch Fette schneller aufgespalten und dadurch verträglicher gemacht. Diese Funktion geht auf die Galle zurück. Dadurch bedingt, dass die Angelikawurzel-Extrakte die Leber zu vermehrter Gallensaftbildung und Ausscheidung anregt, kann Wirkstoff praktisch alle Nahrungsbestandteile leichter verdaulich machen.

Für die Angelikawurzel gilt also: gesunder Appetit und gesunde Verdauung – aber bitte ohne Sonnenbad (s. Risiken und Nebenwirkungen).

Angelikawurzel

Darreichungsform und Dosierung der Engelwurz

Engelwurztee

Gegen Appetitlosigkeit, leichte Magen-Darmkrämpfen, Blähungen und Völlegefühl kann ein Tee mit Angelikawurzel gute Erfolge erzielen.

Für die Teeherstellung geben Sie bitte 1 Teelöffel (2,5 g) Angelikawurzel in einen kleinen Topf und übergießen Sie die Wurzel mit 1 Tasse (150 ml) kalten Wassers. Bringen Sie die Mischung langsam zum Köcheln. Stellen Sie die Flamme ab und lassen Sie den Tee 10 Minuten lang ziehen. Danach wird die Wurzel abgeseiht.

Dosierung

Trinken Sie täglich 2 bis 3 Tassen Engelwurztee, beachten Sie dabei jedoch bitte die Risiken und Nebenwirkungen.

Angelikawurzel-Extrakt

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (Tagesdosis 4,5 g) der Angelikawurzel nicht bekannt.

Die Angelikawurzel enthält natürlicherweise sogenannte Furanocumarine. Diese Inhaltsstoffe können zu erhöhter Photosensibilität (Sonnenallergie) bzw. Kontaktexkzemen führen. Aus diesem Grund sollte während des Anwendungszeitraumes auf Sonnenbäder (auch Solarium) verzichtet werden. Dies gilt auch für die Ernte. Während sonniger Tage sollten Handschuhe während der Ernte der Angelikawurzel getragen werden.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus der Angelikawurzel sind als Fertigarzneimittel bisher nicht als Monopräparat verfügbar. In Kombination mit anderen Wirkstoffen werden sie in Form von Tropfen angeboten (Mittel gegen Verdauungsbeschwerden). Außerdem erhalten Sie die Wurzel in getrockneter Form in Ihrer Apotheke.

Die Angelikawurzel enthält einen wertvollen Mix aus ätherischen Ölen, Bitterstoffen und Cumarinen. Zusammen wirken diese Inhaltstoffe erwiesenermaßen gegen Appetitlosigkeit und gegen Magen-Darmbeschwerden.

In der Volksmedizin wird die Angelikawurzel zur Behandlung bei Rheuma, zum Reizen der Haut, bei Bronchitis, Menstruationsbeschwerden, sowie bei Krämpfen der Leber und der Galle eingesetzt.

Quellen:
  • Bühring U: Praxis-Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. 2. Auflage, Stuttgart 2009
  • Hänsel R, Sticher O: Pharmakognosie – Phytopharmazie. 8. Auflage, Heidelberg 2007
  • Jänicke CJ, Grünwald J, Brendler T: Handbuch Phytotherapie. Stuttgart 2003
 
Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann
Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 04.07.2014
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   Präparate mit dieser Heilpflanze:
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Die Angaben sind ausschließlich zu Informations­zwecken bestimmt und stellen keine Kauf- oder Anwendungs­empfehlung dar. Diese Informationen ersetzen auch nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.

Studien zu Engelwurz / Angelika – Angelica archangelica

Studientitel
Effect of ferulic acid and Angelica archangelica extract on behavioral and psychological symptoms of dementia in frontotemporal lobar degeneration and dementia with Lewy bodies. (und weitere 4 Studien)
Jahr
2011, 2010, 2007, 2005, 2005
Kurzinfo
Die meisten der heute vermuteten Wirkungen beruhen allein auf den über die Generationen erworbenen Erfahrungen der einfachen Volksmedizin. Welche dieser Effekte können durch aktuelle wissenschaftliche  Mehr...Studien bestätigt werden und welchen Stellenwert besitzt die Echte Engelwurz eigentlich in der Wissenschaft?