Efeu – Hedera helix

Immergrüner Kletterer für gesunde Atemwege
Im kalten, dunklen Winter, wenn alle Bäume kahl und die Natur trist und leblos aussieht, fügt sich eine Pflanze nicht in dieses Bild: der Efeu. Immer behält er seine grünen Blätter und verschönt dadurch die Landschaften und Wälder, verziert Gärten und Häuser in Großstädten. Aber vor allem ist der Efeu ein wichtiges und wirksames pflanzliches Arzneimittel.
Wissenswertes zu Efeu
Am liebsten windet und rankt sich der Efeu (Hedera helix) um Bäume herum. Die Kletterpflanze kann mit ihren speziellen Wurzeln (Haftwurzeln) selbst Höhen bis zu 20 m erklimmen. Dabei entzieht sie dem Holz oder dem Baum jedoch keine Nährstoffe, wie es Schmarotzerpflanzen tun. Dennoch kann ihre Umklammerung einem Baum schaden. Dessen Stammumfang nimmt von Jahr zu Jahr zu, so dass sich die Wurzeln und der feste, verholzte Stängel des Efeus den Baum regelrecht in den Würgegriff nehmen können. Im Laufe vieler Jahre kann diese Eigenschaft sogar dazu führen, dass der Baum abstirbt.
Efeu ist eine Pflanze, die sehr geschätzt wird. Deshalb wird der Kletterer nicht nur in der freien Natur gefunden, sondern auch in Privatgärten kultiviert. Insbesondere wenn Gartenbesitzer ein dichtes Blattwerk auf großen Flächen bevorzugen, die auch im Winter grün bleiben, dann ist der Efeu die Pflanze der ersten Wahl.
Zwar können in sehr strengen Wintern und bei Wassermangel selbst Efeublätter vordorren, in der Regel sind sie aber widerstandsfähig und robust. Diese Eigenschaft geht jedoch zu Lasten einer anderen, nämlich auf die Blütenentwicklung. Dadurch, dass der Efeu ganzjährig immergrünes Laub besitzt, entwickeln sich nur sehr unscheinbare Blüten.
Besondere Vorsicht ist bei den Früchten des Efeus geboten! Ihre Inhaltsstoffe sind giftig und können durch Zerkauen und Verschlucken neben Übelkeit und Erbrechen auch starke Durchfälle auslösen.
In Deutschland ist Efeu eine Heilpflanze mit Tradition. Deshalb hat er auch viele Namen, die auf seine Eigenschaften hindeuten. Baumtod, Eppich, Immergrün, Mauerefeu, Mauerewig, Totenranke und Wintergrün sind nur einige volkstümliche Namen der Pflanze, die ursprünglich in Europa, Nord- und Zentralasien heimisch ist. Heute wird die Pflanze vor allem in Ost-Europa und den USA kultiviert.
Botanik des Efeus
Der immergrüne Efeu kann bis auf Höhen von 20 Meter ranken. Er gehört zu der Familie der Araliaceae (Araliengewächse) und ist der einzige Wurzelkletterer mit Haftwurzeln mit denen die Pflanze empor klettern kann.
Seine Blätter sind dunkelgrün, oft mit hellen Adern; an Blütentrieben gewöhnlich ungelappt, am Rand manchmal wellig und an nicht blühenden Trieben 3-5lappig. Sein Stängel (Stamm) ist holzig und mit vielen kurzen Haftwurzeln übersät. Die Blüte des Efeus besitzt 5 grünliche Kronblätter, die in kugeligen Dolden angeordnet sind. Sie blühen von August bis Oktober und entwickeln danach ihre ungenießbaren Früchte.
Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe des Efeus
Der medizinische Wirkstoff des Efeus sind die Extrakte aus den Efeublättern. Medizinisch und pharmazeutisch bezeichnet man sie als Hederae helicis folium, was auf deutsch Efeublätter heißt. Anforderungen an die Qualität der Efeublätter ist im Europäischen Arzneibuch (PhEur) geregelt. Dies betrifft auch die Inhaltsstoffe.
Efeublätter enthalten Triterpensaponine (Hauptkomponente Hederasaponin C), ätherische Öle, Steroide, Polyacetylene und Flavonoide.
Medizinische Wirkungen
Vor allem bei Atemwegserkrankungen besitzen Efeublätter-Extrakte wertvolle Eigenschaften. Sie wirken durch ihre enthaltenen Saponine und Flavonoide nachweislich bei entzündlichen Schleimhauterkrankungen der Atemwege und chronisch-entzündliche Bronchialerkrankungen.
Die Kommision E des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte empfiehlt Efeublätter bei „Katarrhen der Luftwege und zur symptomatischen Behandlung chronisch-entzündlicher Bronchialerkrankungen.“