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Johanniskraut – Hyperici herba

Johanniskraut – Hyperici herba

Natürliche Hilfe bei Depressionen

Die medizinischen Wirkstoffe des echten Johanniskrauts (Hypericum perforatum) sind die Extrakte aus seinem Kraut (Hyperici herba) sowie das daraus gewonnene Öl (Johanniskrautöl) (Hyperici oleum), das auch Rotöl genannt wird. Zum Kraut gehören die oberirdischen Pflanzenteile: Stängel, Blätter, Blüten und Früchte. Bei der Anwendung von Johanniskraut kommt eine Vielzahl von Wirkmechanismen zum Tragen, die im Zusammenspiel positive Effekte bei Befindlichkeitsstörungen während der Wechseljahre (psychovegetative Störungen) und bei leichter bis mittelschwerer Depression haben können.

Auf einen Blick:

Johanniskraut

  • Wirkt: mild antidepressiv
  • Kann eingesetzt werden bei: Verstimmungen während der Wechseljahre, Angst, nervöser Unruhe und Depressionen

Auch  die Heilpflanze gegen Angststörungen. Hierzu zählen beispielsweise unvermittelt auftretende Panikattacken mit körperlichen Begleitsymptomen.

Zusätzlich ist die Pflanze erwiesenermaßen bei nervöser Unruhe wirksam. Nervöse Unruhe drückt sich beispielsweise durch Überempfindlichkeit und Reizbarkeit, Überaktivität, Hast oder gesteigerte Ermüdbarkeit aus.

Inhaltsstoffe des Johanniskrauts

Johanniskraut enthält einen Mix aus Inhaltstoffen, die ihre Wirkungen nur im Komplex entfalten. Dazu gehören vor allem die Komponenten Hyericin und Pseudohypericin aus der Gruppe der Anthracenderivate. Weitere wichtige Inhaltsstoffe sind Flavonoide, Xanthone, Acylphloroglucinole, ätherische Öle, Catechingerbstoffe und Kaffeesäurederivate.

Als Gesamtkomplex können sie auf das Nervensystem wirken und Depressionen, Angst und Nervosität hemmen. Eine Wirkung, die unter den bekannten Heilpflanzen einzigartig ist.

Anwendung bei Depressionen, Nervosität und Unruhe

Stimmungsbalance – auch durch bessere Lichtaufnahme

Unter einer Depression wird im Allgemeinen eine ganz unspezifische Störung verstanden, die sich etwa durch Symptome wie Niedergeschlagenheit, Pessimismus und ständige Müdigkeit äußern kann. Der genaue Auslöser sowie die chemischen und zellulären Vorgänge im Gehirn, die eine Depression auslösen können, sind bisher noch nicht geklärt. Als gesichert gilt allerdings, dass die Extrakte aus dem Johanniskraut gegen leichte bis mittelschwere Depressionen wirken.

Die Wirkmechanismen des Johanniskrauts breit gefächert und laufen auf verschiedenen Ebenen ab. Im Hinblick auf Depressionen, Angst, Unruhe und Verstimmungen während der Wechseljahre ist die regulative Wirkung des Wirkstoffs auf Neurotransmitter wie Dopamin, Noradrenalin und Serotonin wichtig. Extrakte aus dem Johanniskraut wirken erwiesenermaßen auf die Nervenendigungen (aminergen) der Transmittersysteme sowie auf ihre Ausschüttung ins Blut. Einerseits kommt es zwar zu einer vermehrten Ausschüttung, auf der anderen Seite hemmt der Inhaltsstoff Hyperforin jedoch die Wiederaufnahme der Neurotransmitter aus den Nervenbahnen. Dieser Mechanismus entspricht der Wirkweise synthetischer Antidepressiva und führt zur Verlängerung der "Glücksphasen". 

Gleichzeitig werden verschiedene Enzyme gehemmt und die sogenannten GABA-Rezeptoren positiv beeinflusst. GABA-Rezeptoren sind „Empfangsstellen“, die Nervenzellen beeinflussen können. Sie können Eiweiße (Botenstoffe) an sich binden und Reaktionen auf weitere Nervenzellen übertragen. In bestimmten Situationen kann das Nervensystem daher Alarm schlagen, was durch Johanniskraut gehemmt wird. Die Extrakte wirken sich daher auch direkt auf das zentrale Nervensystem (ZNS) aus. Darüber hinaus wirken vor allem die Inhaltstoffe Hypericin und Pseudohypericin photodynamisch. Das bedeutet, dass sie die Empfindlichkeit der Haut gegenüber dem Sonnenlicht erhöhen. In Folge kann die Haut die aufgenommene Lichtmenge besser ausnutzen. Diesen Vorgang nennt man Lichtutilisation. Schließlich ist bekannt, dass Lichtmangel mit einem nachfolgenden Melatonin-Mangel (Melatonin = Hormon zur Produktion von Hautpigmenten) zu depressiven Verstimmungen beitragen kann. Durch Johanniskraut wird die körpereigene Melatonin-Produktion und –Ausschüttung nachweislich gesteigert. Dieser Effekt wird übrigens auch bei schulmedizinischen Arzneimitteln gegen Depression genutzt.

Johanniskraut

Darreichungsform und Dosierung des Johanniskraut

Tee

Für einen Johanniskraut-Tee überbrühen Sie 2 Teelöffel (3,5 g) fein zerschnittenes Johanniskraut mit 1 Tasse (150 ml) kochend heißem Wasser und lassen Sie den Tee 10 Minuten lang zugedeckt ziehen. Filtern Sie das Kraut anschließend durch ein Teesieb ab.

Dosierung

Trinken Sie morgens und abends 1 bis 2 Tassen Johanniskraut-Tee.

Generell gilt: Der Wirkungseintritt erfolgt langsam und die Therapie sollte für mindestens 6 Wochen durchgeführt werden. Tritt bis zu diesem Zeitpunkt kein Erfolg ein, sollte die Therapieform gewechselt werden.

Tinktur

Wie bereits der Tee, kann auch eine Tinktur aus Johanniskraut gegen leichte bis mittelschwere Depressionen hilfreich sein. Da das Johanniskraut rote Farbstoffe enthält, färbt sich die Tinktur leuchtend rot oder rotbraun.

Füllen Sie zur Herstellung frisches, kleingeschnittenes, gewaschenes Johanniskraut in ein verschließbares Gefäß und übergießen Sie das Kraut mit Wodka oder Doppelkorn bis das gesamte Kraut vollständig bedeckt ist. Lassen Sie die Tinktur für 2 bis 6 Wochen an einem warmen Ort ziehen und filtern Sie das Kraut anschließend durch ein Sieb oder einen Kaffeefilter ab. Füllen Sie die fertige Tinktur nun in eine dunkle Tropfflasche (erhältlich in Apotheken) und beschriften Sie die Flasche.

Dosierung

Nehmen Sie 20 bis 30 Tropfen der Tinktur bis zu 3-mal täglich ein.

Achtung! Bitte bewahren Sie die Tinktur außerhalb der Reichweite von Kindern auf. Wegen des hohen Alkoholgehalts ist die Tinktur nicht für Kinder und alkoholkranke Personen geeignet.

Johanniskraut

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (Tagesdosis 2 bis 4 g) nicht bekannt.

Als Nebenwirkungen kann es vor allem bei hellhäutigen Patienten vorkommen, dass eine erhöhte Empfindlichkeit gegen Sonnenlicht besteht, die bei direkter Aussetzung zum Sonnenlicht sonnenbrandähnliche Reaktionen hervorrufen können.

Zu möglichen Wechselwirkung von Johanniskraut und anderen Medikamenten lesen Sie bitte diesen Studien-Artikel: Johanniskraut - Heilmittel oder Gift.

Selten können Magen-Darmbeschwerden mit Völlegefühl und Verstopfung sowie allergische Reaktionen wie Juckreiz, Müdigkeit und Unruhe auftreten.

Nicht angewendet werden soll Johanniskraut bei bekannter Lichtempfindlichkeit und schweren Depressionen. Außerdem ist die Unbedenklichkeit der Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren noch nicht ausreichend untersucht. Deshalb muss von einer Anwendung abgeraten werden. Gleiches gilt während der Schwangerschaft und der Stillzeit. Weiterhin sollte Johanniskraut nicht in Verbindung mit Blutgerinnungs-Hemmer (Antikoagulantien) eingesetzt werden.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Johanniskraut ist als Fertigarzneimittel in Form von Tabletten, Kapseln und Dragees erhältlich (Stimmungsaufheller). Weiterhin sind die Extrakte in Kombination mit anderen Heilpflanzen als Tabletten und Tropfen verfügbar (hier auch als Mittel gegen Magen-Darm-Probleme und Beschwerden in den Wechseljahren). Außerdem erhalten Sie den Wirkstoff in getrockneter Form in Ihrer Apotheke.

Johanniskraut wirkt durch seine erwiesene antidepressive Wirkung und sein Effekt auf das Hormon Melatonin gegen leichte bis mittelschwere depressive Verstimmungen, Verstimmungen während der Wechseljahre (psychovegetative Störungen), Angstzustände und gegen nervöse Unruhe.

In der Volksmedizin wird der Johanniskraut bei Bronchitis und Asthma, Gallenblasenproblemen, Magenschleimhautentzündung und Durchfall, Gicht und Rheuma sowie gegen Wurmbefall verwendet.

Geschrieben von Redaktion 12.05.2014
Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann
Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 12.05.2014
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Studien zu Johanniskraut – Hypericum perforatum

Studientitel
Evaluating the safety of St. John's Wort in human pregnancy. (und weitere 1 Studie)
Jahr
2009, 2004
Kurzinfo
Mit der Wirkung kommt die Nebenwirkung. Auch Johanniskraut besitzt ähnlich den etablierten Antidepressiva eine Reihe von unerwünschten Effekten, teilweise mit schweren Folgen für den Patienten. Doch  Mehr...wie gefährlich ist die Pflanze wirklich?
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