Anbau des Johanniskrauts

Überall dort wo die Sonne scheint und der Boden eher mager ist, ist das Johanniskraut zu finden. Das Kraut, das ursprünglich dem Sonnengott der Germanen Baldur und später, in christlichen Zeiten, Johannis dem Täufer gewidmet war, wird eher selten in privaten Gärten als Schmuckpflanze angetroffen. Dennoch sollte die frostharte Pflanze in keinem Arzneigarten fehlen und wird wegen ihrer medizinischen Wirkungen in vielen Teilen der Welt kultiviert. Der Anbau und die Vermehrung des Johanniskrauts erfolgt über Stecklingsvermehrung, Teilung oder durch Aussaat.
Johanniskraut ist eine mehrjährige Pflanze. Das heißt, nach der Ernte erholt sie sich wieder und kann auch in den darauffolgenden Jahren wieder geerntet werden. Wegen der Mehrjährigkeit sollte allerdings darauf geachtet werden, dass der Unkrautdruck möglichst gering gehalten wird, da die Pflanze sonst verdrängt werden könnte.
Johanniskraut ist eine sehr krankheitsanfällige Pflanze. Deshalb sollte der Anbaustandort vor dem Anbau des Johanniskrauts möglichst lange Zeit frei von anderen Pflanzenbeständen gewesen sein. Auch Pflanzen, die zuvor von Krankheiten befallen waren, sollten vermieden werden.
Stecklingsvermehrung des Johanniskrauts
Der völlig frostfreie Johanniskrautstrauch, lässt sich leicht durch Stecklinge ziehen. Der Blütebeginn tritt nach 2 bis 3 Jahren ein. Bei höheren Sträuchern sind die verholzten Stecklinge am besten geeignet.
Weiche oder halbreife (grüne) Stecklinge können am besten im späten Frühjahr bis zum Frühherbst gepflanzt werden, verholzte Stecklinge hingegen im Spätherbst bis zur Wintermitte.
Bei weichen und halbreifen Stecklingen, werden die Stängel mit einer Länge von 5 cm und mit 1 bis 2 Blattpaaren von der Pflanze abgetrennt und in eine Pflanzerde evtl. mit Wurzelsubstrat in kleine, zuvor beschriftete, Blumentöpfe gesteckt. Hierfür sind am besten blütenlose Triebe geeignet. Nachdem die Weichholzstecklinge eingepflanzt wurden, sollen die unteren Blätter behutsam entfernt werden, um den Trieb nicht zu schädigen. Die meisten Stecklinge entwickeln innerhalb von 3 bis 6 Wochen Wurzeln.
Werden nur wenige Pflanzen benötigt, können verholzte Stecklinge wie oben beschrieben in tiefen Töpfen oder an kühlen, frostfreien Plätzen wie beispielsweise einen Sonnenschutztunnel eingesetzt werden. Dort entwickeln sie Wurzeln.
Teilung des Johanniskrauts
Die Teilung ist eine einfache Methode, um die Pflanze zu vermehren. Das Frühjahr ist hierfür die beste Jahreszeit, um das Johanniskraut zu teilen – vor dem Beginn der Wachstumsperiode.
Hierzu wird der unterirdische Spross mit Schösslingen (Wurzel(ausläufer)) freigelegt, ohne die Mutterpflanze zu stören. Am Grund der Schösslinge sollten sich Faserwurzeln befinden. Ein langer Wurzelspross wird nun dicht an der Mutterpflanze mit einer scharfen Schere abgeschnitten. Anschließend wird der Boden an der Basis der Mutterpflanze wieder angedrückt.
Im nächsten Schritt wird der Hauptspross bis an die Faserwurzeln zurückgeschnitten und die Schösslinge werden in 2 bis 5 cm lange Teile zerschnitten, so dass jeder eigene Schössling Wurzeln besitzt. Der oberirdische Wuchs sollte auf die Hälfte zurückgeschnitten werden, damit es zu keinem hohen Feuchtigkeitsverlust kommt.
Abschließend werden die Schösslinge in lockeren Boden oder in 5 bis 8 cm große Töpfe gepflanzt. Der Boden wird um jedes Pflänzchen gut angedrückt, gewässert und beschriftet.
Aussaat des Johanniskrauts
Samen der reifen Johanniskrautfrüchte können in kühlen Gegenden im Herbst oder zu Frühjahrsbeginn ausgesät werden. Sie sollten dünn mit Erde oder einem Substrat bedeckt und frostfrei gehalten werden.
Zur Aussaat der Samen sollte hochwertiger, feiner Kies mit einem geringen Düngergehalt in zuvor beschriftete Töpfe, Saatschalen oder Pflanzschalen gefüllt werden. Ein hoher Düngergehalt kann die Sämlinge töten.
Der feine Kies (Erde) wird nun leicht angedrückt. Bei der Aussaat der Johanniskrautsamen sollten 3 mm Abstand zwischen Erde und Rand bleiben. Der Samen wird ausgestreut und wie oben beschrieben dünn bedeckt.
Krankheiten und Schädlinge des Johanniskrauts
Das Johanniskraut ist sehr stark durch Pilzerkrankungen gefährdet. Auch wurden verschiedene Mischinfektionen beobachtet wie z.B. Fusarien, Phoma und Verticillim und ein Spätbefall mit dem Echten Mehltau.
Pflanzen, die sich gelb oder rot verfärben, welken oder absterben, sollten sofort aus dem Bestand entfernt werden. Der Befall tritt oft nach dem ersten Schnitt so stark auf, dass eine weitere Nutzung des Bestandes unmöglich wird.
Als Schädling kann der Johanniskrautkäfer bestandsgefährdend werden. Vereinzelt tritt auch die Johanniskrautwespe auf.

















