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Johanniskraut – Hypericum perforatum

Johanniskraut – Hypericum perforatum

Das sanfte Antidepressivum

Bei wenigen Heilkräutern liegen Mythos und Wahrheit so nah zusammen wie beim Johanniskraut (Hypericum perforatum). In den Sommermonaten säumt die Pflanze leuchtend gelb Wald- und Wegesränder, die Geschichte seiner Wirkung aber ist eng mit dem blutroten Saft verbunden, der sich in seinen Blüten verbirgt. Einst galt er als Blut einer heidnischen Gottheit, später beschwört der christliche Volksglaube den Täufer Johannes, aus dessen vergossenem Blut die Pflanze erwachsen sein soll, und vertreibt in seinem Namen Teuflisches aus den Menschen: Die beruhigende Wirkung des Johanniskrauts auf unsere Psyche war entdeckt. Heute ist sie aktueller denn je und ihre Effekte gegen Depressionen wissenschaftlich längst bewiesen. Aber das Kraut kann noch mehr…

Wogegen hilft Johanniskraut?

Das Johanniskraut ist als Heilpflanze vor allem für seine beruhigende und stimmungsaufhellende Wirkung bei einer leichten oder mittelschweren Depression oder depressiven Verstimmung bekannt. Das Kraut wirkt gegen Symptome wie Niedergeschlagenheit, nervöse Unruhe und ständige Müdigkeit und kann auch gegen Angstzustände und bei plötzlich auftretenden Panikattacken hilfreich sein. 

Johanniskraut-Präparate erhalten Sie in der Apotheke in Hülle und Fülle: Der Wirkstoff ist in Form von Tabletten, Kapseln oder auch als Dragees erhältlich, außerdem als getrocknetes Kraut. Im Unterschied zu chemischen Antidepressiva wirkt Johanniskraut sehr sanft und hat kaum Nebenwirkungen. 

Eine ganze Reihe zusätzlicher Anwendungsgebiete bietet außerdem das Johanniskrautöl, das traditionell aus der Pflanze gewonnen wird. Seine entzündungshemmende Wirkung eignet sich hervorragend für die innere Anwendung, zum Beispiel bei Bauchschmerzen oder Blähungen. Trägt man es auf die Haut auf, fördert es die Heilung von Verletzungen oder Verbrennungen und kann Muskelschmerzen lindern. 

Bestätigte Wirkung:
  • Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukten empfiehlt Johanniskraut-Extrakte zur Behandlung von „psychovegetativen Störungen, depressiven Verstimmungszuständen und nervöser Unruhe“.
  • Die Anwendung von Johanniskrautöl befürwortet die Kommission E bei der inneren Anwendung bei „dyspeptischen Beschwerden“. Äußerlich angewendet empfiehlt die Kommission E die Anwendung des Johanniskrautöls zur „Behandlung und Nachbehandlung von scharfen und stumpfen Verletzungen, Verbrennungen 1. Grades und zur Behandlung und Nachbehandlung von Myalgien“.

Detaillierte Informationen und wirksame Hausmittel finden Sie in unseren Wirkstoffartikeln zum Johanniskraut und zum Johanniskrautöl.

Wissenswertes über das Johanniskraut

Johanniskraut-Extrakte können zwar die Ursachen einer depressiven Verstimmung nicht bekämpfen, wohl aber ihre Symptome. Und der Markt für Stimmungsaufheller (Antidepressiva) wächst kontinuierlich. Bei chemisch-synthetischen Antidepressiva sind es in Deutschland pro Jahr etwa 13 Prozent, bei Präparaten aus Johanniskraut-Extrakten sogar etwa 20 Prozent. 

Aber echtes Johanniskraut kann als Heilpflanze noch weitaus mehr. Seit Jahrtausenden wird es äußerlich zur Wundheilung eingesetzt, wurde heidnischen Göttern geweiht und zum "Blute Jesu Christi" ernannt. Bis heute besitzt es eine rituelle Bedeutung, wenn es um Glück und Segen geht. Als eine der geschichtsträchtigsten, bis in die heutige Zeit geschätzten Heilpflanzen trägt das Johanniskraut viele Namen: Hartheu, Herrgottsblut, Hexenkraut, Jageteufel, Johannisblut, Mannskraft, Tüpfeljohanniskraut und Walpurgiskraut sind nur einige davon.

Botanik des Johanniskrauts

Echtes Johanniskraut ist eine mehrjährige Pflanze, die zu der Familie der Johanniskrautgewächse/Hartheugewächse (Hypericaceae) gehört. Es erreicht eine Höhe von 30 bis 80 Zentimetern. Seine zahlreichen gelben Blüten bilden eine lockere, pyramidenförmige Rispe. Nach der Blütezeit von Juni bis September entwickeln sich zahlreiche kleine Samen aus der Blüte. Die Blätter sind durchscheinend punktiert und oft mit schwarzen Drüsen unterseits am Rand oder auf der Spreite übersät. Sie sind ungestielt, oval-länglich, ganzrandig und gegenständig. Der sich verzweigende schwarzdrüsige Stängel besitzt zwei Längskanten.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe des Johanniskrauts

Johanniskraut besitzt zwei medizinische Wirkstoffe: Sein Kraut und das daraus gezogene Johanniskrautöl. In der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache heißt Johanniskraut „Hyperici herba“. Johanniskrautöl heißt „Hyperici oleum“. Die Qualität des Johanniskrauts ist im Europäischen Arzneibuch (PhEur) festgelegt, die des Johannisöls im Deutschen Arzneibuch (DAB).

Da es sich beim Johanniskrautöl (auch: Rotöl) um einen Ölauszug (Johanniskraut in Öl eingelegt und ziehen gelassen) und nicht um ein ätherisches Öl handelt, sind die Inhaltsstoffe der Wirkstoffe überlappend. Johanniskraut enthält Antracenderivate mit den wichtigen Komponenten Hypericin und Pseudohypericin, Flavonoide, vor allem Hyperosid, Xanthone, Acylphloroglucinole, ätherische Öle, Gerbstoffe und Kaffeesäurederivate.

Geschrieben von Redaktion 18.09.2014
Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann
Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 18.09.2014
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Studien zu Johanniskraut – Hypericum perforatum

Studientitel
Evaluating the safety of St. John's Wort in human pregnancy. (und weitere 1 Studie)
Jahr
2009, 2004
Kurzinfo
Mit der Wirkung kommt die Nebenwirkung. Auch Johanniskraut besitzt ähnlich den etablierten Antidepressiva eine Reihe von unerwünschten Effekten, teilweise mit schweren Folgen für den Patienten. Doch  Mehr...wie gefährlich ist die Pflanze wirklich?
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