Arnikablüten-Extrakt – Arnicae flos (1)

Hochwirksame Blüten gegen Entzündungen
Der medizinische Wirkstoff der Arnika sind die Blüten. Arnikablüten eignen sich zum Einsatz bei einer Vielzahl von Erkrankungen des Bewegungsapparates und der Haut. Hierbei ist vor allem die stark entzündungshemmende Eigenschaft der Blüten-Extrakte von herausragender Bedeutung. Wegen der Vielzahl der Anwendungsgebiete, sind die Wirkmechanismen der Arnikablüten-Extrakte in drei Abschnitten aufgeführt. In diesem Text (Text 1) finden Sie beispielsweise Informationen zu dem Anwendungsgebiet „Verletzungen“. Das Einsatzgebiet „Insektenstiche“ finden Sie im Text 2 beschrieben, gekennzeichnet durch: (2).
Zunächst folgt jedoch eine kurze Zusammenfassung aller Anwendungsgebiete.
Arnikablüten-Extrakte eignen sich zur Behandlung von Verletzungen (Text 1) durch äußere Einwirkungen wie Prellungen oder Quetschungen. Sie können ebenfalls bei Muskel- und Gelenkproblemen (Text 1) durch Rheuma nützten, zugleich bei Furunkeln (Text 2) (Hautentzündungen mit schmerzhaften Knoten und Eiterbildung), Entzündungen nach Insektenstichen (Text 2) und oberflächlich entzündeten Venen (Text 3). Zusätzlich eignet sich der Wirkstoff gut bei Schleimhautentzündungen (Text 3) im Mund und im Rachen (Mundschleimhautentzündung, Stomatitis; Zahnfleischentzündung; Halsschmerzen).
Auf einen Blick:Arnikablüten
- Wirken: entzündungshemmend, schmerzstillend, gegen Bakterien und Pilze, gewebereizend, haut- und schleimhautreizend
- Können eingesetzt werden: bei Verletzungen (auch durch Unfälle), Muskel- und Gelenkbeschwerden, Furunkel (gelbe Pustel), entzündeten Insektenstichen, oberflächlich entzündeten Venen, Entzündungen im Mund- und Rachen
Inhaltstoffe der Arnikablüten
Zu den wirksamsten Inhaltstoffen der Arnikablüten gehören vor allem die Sequiterpenlactone mit ihren Hauptkomponenten Helenalin und Dihydrohelenalin. Sie wirken in erster Linie entzündungshemmend, können Wassereinlagerungen (Ödemen) entgegenwirken und schließen zudem einen schmerzstillenden Effekt mit ein. Unterstützt werden die Sesquiterpenlactone von den enthaltenen ätherischen Ölen und den Flavonoiden. Auch diese Inhaltstoffe zeigen nachweislich entzündungshemmende Eigenschaften. Alle drei Inhaltstoffgruppen zeigen zudem Erfolge gegen manche Bakterien (grampositive Bakterien) sowie gegen Pilze. Weiterhin können sie die Gewebe, die Haut und die Schleimhaut reizen.
Anwendung bei Verletzungs- und Unfallfolgen
Heilungsfördernd nach äußeren und inneren Verletzungen
Arnikablüten-Extrakte können das Immunsystem so richtig auf Trapp bringen und dabei die Eigenschaften des Blutes aktiv beeinflussen.
Wichtig bei Verletzungen wie Blutergüsse, Prellungen, Quetschungen und Wassereinlagerungen nach Knochenbrüchen ist aber auch die nachweislich stark entzündungshemmende Wirkung der Arnikablüten-Extrakte. Eine Entzündung äußert sich beispielsweise durch gerötete und überhitzte Körperstellen. Damit aber eine Entzündung überhaupt entstehen kann, müssen mehrere Faktoren erfüllt sein. Dazu gehören u.a. die übermäßige Bildung von manchen Eiweißen (Enzymen) oder Botenstoffen (Zytokine). Arnikablüten-Extrakte hemmen die Entstehung dieser Stoffe, weswegen Entzündungen vorgebeugt oder entgegengewirkt wird.
Gleichzeitig wird das übermäßige Verklumpen von Blutplättchen (Thrombozyten) verhindert, dafür aber die Bildung von Blutzellen, die für die Immunabwehr wichtig sind (T-Zellen) gefördert. Dadurch werden die verletzten Körperstellen und Gefäße nicht nur vor Entzündungsschäden geschützt; sie werden vom körpereigenen Immunsystem repariert.
Anwendung bei Muskel- und Gelenkschmerzen
Schützend auf die Muskeln und Gelenke
Bei rheumatischen Beschwerden ist Arnika DIE Pflanze in der deutschen Heilpflanzenkunde. Äußerlich eingesetzt eignen sich Arnikablüten-Extrakte sehr gut bei Gelenkschmerzen oder Gelenksteifigkeit.
Bei der Entstehung von Entzündungskrankheiten wie auch die rheumatische Gelenkentzündung (Arthritis) werden oftmals Botenstoffe, sogenannte Zytokine benötigt. Werden diese Zytokine im Überfluss gebildet, kann es zu rheumatischen Symptomen kommen. In diesen Vorgang greifen die Arnikablüten-Extrakte nachweislich ein. Sie hemmen einerseits die Produktion von entzündungsauslösenden Botenstoffen und beeinflussen anderseits in die Entzündungskaskade, weil sie neben den Zytokinen auch Stoffe wie entzündungsauslösende kleinste Eiweiße (Enzyme) in ihrer Entstehung hemmen. Gleichzeitig kontrollieren sie die Aktivierung und Spezialisierung von Blutzellen (T-Zellen), die für die Immunabwehr von herausragender Bedeutung sind.
Arnikablüten-ExtraktDarreichungsform und Dosierung der Arnikablüten
AuflageBei Verletzungen wie Blutergüssen, Prellungen oder Quetschungen sowie bei schmerzenden Muskeln oder Gelenken ist eine Arnikablüten-Auflage ein wirksames Hausmittel. Achten Sie jedoch unbedingt darauf, dass Ihre Haut keine äußerlichen Verletzungen aufweist (z.B. Abschürfung). Geben Sie 1 Esslöffel Arnikatinktur (am besten aus der Apotheke) auf 1 große Tasse (250 ml) kalten oder warmen Wassers.
AnwendungVerrühren Sie die Tinktur und tränken Sie danach ein sauberes Leinen- oder Baumwolltuch in der verdünnten Tinktur. Wenden Sie die Auflage 3-mal täglich nach Bedarf an, und lassen Sie die Extrakte jeweils 15 bis 30 Minuten einwirken.
UmschlagEin Arnikablüten-Extrakt-Umschlag kann ebenfalls bei Beschwerden des Bewegungsapparates wie Verletzungen oder schmerzenden Muskeln und Gelenken eingesetzt werden. Überbrühen Sie 1 Esslöffel (2 g) der Arnikablüten mit 100 ml kochendem Wassers. Nach 10 Minuten können die Blüten durch ein Teesieb abgegossen werden, wobei der Extrakt abkühlen sollte.
AnwendungTränken Sie ein saubereres Baumwoll- oder Leinentuch in dem Arnikablüten-Extrakt. Legen Sie auf die schmerzende oder entzündete Körperstelle zunächst ein trockenes Tuch. Darüber legen Sie bitte das feuchte, ausgewrungene Arnikablüten-Extrakt Tuch, über welches wieder ein trockenes Tuch gelegt und befestigt wird. Der Umschlag kann bis zu 3-mal täglich eingesetzt werden und sollte etwa 15 bis 30 Minuten einwirken.
Arnikablüten-ExtraktRisiken und Nebenwirkungen
Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen der Arnikablüten gering.
Beschwerden können allerdings nach langfristiger oder übermäßiger Anwendung auftreten, vor allem wenn eine Arnikablütentinktur unverdünnt angewendet wird. In diesem Fall kann es zur Allergien und Ekzemen kommen. Dies ist besonders häufig der Fall, wenn die Haut verletzt ist, z.B. durch Schürf- oder Schnittwunden.
Arnikablüten-Extrakte werden ausschließlich äußerlich angewendet. Bei innerer Anwendung kann es bei hohen Dosierungen zu Vergiftungen kommen, die sich durch starke Schleimhautreizungen wie Erbrechen, Durchfall und Schleimhautblutungen äußern. Außerdem kann es zu einer Herzmuskellähmung kommen.
Nicht angewendet werden dürfen Arnikablüten-Extrakte bei bekannten Allergien gegenüber Arnika.
Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben, bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.
FertigarzneimittelExtrakte aus Arnikablüten sind als Fertigarzneimittel in Form von Salbe, Gel, und als Tinktur erhältlich. In Ihrer Apotheke erhalten Sie die Blüten in gtrockneter Form zur weiteren Anwendung.
Arnikablüten werden außerdem in Arzneittees, in Kosmetika und in medizinischer Körperpflege eingesetzt.
Arnikablüten wirken nachweisbar heilungsfördernd bei Verletzungen auch durch Unfälle, die sich durch Blutergüsse, Prellungen oder Quetschungen äußern. Weiterhin nützen die Blüten-Extrakte gegen rheumatische Muskel- und Gelenkbeschwerden. Auch gegen Furunkulose (Text 2) (schmerzhaft entzündeter Knoten mit Eiterbildung), entzündete Insektenstichen (Text 2) und oberflächlichen Entzündungen der Beinvenen (Text 3) sind Arnikablüten beweisbar hilfreich. Zusätzlich ist die Wirkung gegen Mund- und Rachenschleimhautentzündungen (Text 3) belegt.
In der Volksmedizin werden Arnikablüten bei Herzmuskelentzündungen, Herzenge und –schwäche, bei Verkalkungen der Blutgefäße (Arteriosklerose) und bei psychisch bedingtem Haarausfall eingesetzt.









