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Arnikablüten bei Verletzungen und Muskelschmerzen

Arnikablüten bei Verletzungen und Muskelschmerzen

Hochwirksame Blüten gegen Entzündungen

Der medizinische Wirkstoff der Arnika (Arnica montana / Arnica chamissonis) sind die Blüten (Arnicae flos). Arnikablüten eignen sich zum Einsatz bei einer Vielzahl von Erkrankungen des Bewegungsapparates und der Haut. Hierbei ist vor allem die stark entzündungshemmende Eigenschaft der Blüten von herausragender Bedeutung. Wegen der Vielzahl der Anwendungsgebiete, sind die Wirkmechanismen der Arnikablüten in drei Abschnitten aufgeführt. Im vorliegenden Text finden Sie Informationen zum Anwendungsgebiet Verletzungen.
Das Einsatzgebiet Insektenstiche finden Sie im zweiten Abschnitt beschrieben.
Wie Arnika bei entzündeten Venen helfen kann, lesen Sie im dritten Teil.

Zunächst folgt jedoch eine kurze Zusammenfassung aller Anwendungsgebiete.

Arnikablüten eignen sich zur Behandlung von Verletzungen durch äußere Einwirkungen wie Prellungen oder Quetschungen. Sie können ebenfalls bei Muskel- und Gelenkproblemen durch Rheuma nützen, außerdem bei Furunkeln (Text 2) (Hautentzündungen mit schmerzhaften Knoten und Eiterbildung), Entzündungen nach Insektenstichen (Text 2) und oberflächlich entzündeten Venen (Text 3). Zusätzlich eignet sich der Wirkstoff gut bei Schleimhautentzündungen (Text 3) im Mund und im Rachen (Mundschleimhautentzündung, Stomatitis; Zahnfleischentzündung; Halsschmerzen).

Auf einen Blick:

Arnikablüten

  • Wirken: entzündungshemmend, schmerzstillend, gegen Bakterien und Pilze, gewebereizend, haut- und schleimhautreizend
  • Können eingesetzt werden: bei Verletzungen (auch durch Unfälle), Muskel- und Gelenkbeschwerden, Furunkel (gelbe Pustel), entzündeten Insektenstichen, oberflächlich entzündeten Venen, Entzündungen im Mund- und Rachen

Inhaltsstoffe der Arnikablüten

Zu den wirksamsten Inhaltsstoffen der Arnikablüten gehören vor allem die Sequiterpenlactone mit ihren Hauptkomponenten Helenalin und Dihydrohelenalin. Sie wirken in erster Linie entzündungshemmend, können Wassereinlagerungen (Ödemen) entgegenwirken und schließen zudem einen schmerzstillenden Effekt mit ein. Unterstützt werden die Sesquiterpenlactone von den enthaltenen ätherischen Ölen und Flavonoiden. Auch diese Stoffe zeigen nachweislich entzündungshemmende Eigenschaften. Alle drei Inhaltstoffgruppen wirken zudem erfolgreich gegen bestimmte Bakterien (grampositive Bakterien) sowie gegen Pilze. Weiterhin können sie die Gewebe, die Haut und die Schleimhaut reizen.

Anwendung bei Verletzungs- und Unfallfolgen

Heilungsfördernd nach äußeren und inneren Verletzungen

Arnika kann das Immunsystem so richtig auf Trab bringen und dabei die Eigenschaften des Blutes aktiv beeinflussen.

Wichtig bei Verletzungen wie Blutergüssen, Prellungen, Quetschungen und Wassereinlagerungen nach Knochenbrüchen ist aber auch die nachweislich stark entzündungshemmende Wirkung der Arnika. Eine Entzündung äußert sich beispielsweise durch gerötete und überhitzte Körperstellen. Damit aber eine Entzündung überhaupt entstehen kann, müssen mehrere Faktoren erfüllt sein. Dazu gehören unter anderem die übermäßige Bildung bestimmter Eiweiße (Enzyme) oder Botenstoffe (Zytokine). Arnikablüten hemmen die Entstehung dieser Stoffe und können daher Entzündungen entgegenwirken und vorbeugen.

Gleichzeitig wird das übermäßige Verklumpen von Blutplättchen (Thrombozyten) verhindert, dafür aber die Bildung von Blutzellen, die für die Immunabwehr wichtig sind (T-Zellen), gefördert. Dadurch werden die verletzten Körperstellen und Gefäße nicht nur vor Entzündungsschäden geschützt: Das körpereigene Immunsystem kümmert sich auch verstärkt um ihre Reparatur.

Anwendung bei Muskel- und Gelenkschmerzen

Schützend auf die Muskeln und Gelenke

Bei rheumatischen Beschwerden ist Arnika die Heilpflanze in der deutschen Phytotherapie. Äußerlich eingesetzt eignen sich Arnikablüten sehr gut bei Gelenkschmerzen oder Gelenksteifigkeit.

Bei der Entstehung von Entzündungskrankheiten wie einer rheumatischen Gelenkentzündung (Arthritis) werden oftmals Botenstoffe, sogenannte Zytokine, benötigt. Werden diese Zytokine im Überfluss gebildet, kann es zu rheumatischen Symptomen kommen. In diesen Vorgang greifen die Arnikablüten nachweislich ein. Sie hemmen einerseits die Produktion von entzündungsauslösenden Botenstoffen und beeinflussen anderseits in die Entzündungskaskade, weil sie neben den Zytokinen auch Stoffe wie entzündungsauslösende kleinste Eiweiße (Enzyme) in ihrer Entstehung hemmen. Gleichzeitig kontrollieren sie die Aktivierung und Spezialisierung von Blutzellen (T-Zellen), die für die Immunabwehr von herausragender Bedeutung sind.

Arnikablüten

Darreichungsform und Dosierung der Arnikablüten

Auflage

Bei Verletzungen wie Blutergüssen, Prellungen, Verstauchungen oder Quetschungen sowie bei schmerzenden Muskeln oder Gelenken ist eine Arnikablütenauflage ein wirksames Hausmittel. Achten Sie jedoch unbedingt darauf, dass Ihre Haut keine äußerlichen Verletzungen aufweist (z.B. eine Abschürfung). Geben Sie 1 Esslöffel Arnikatinktur (am besten aus der Apotheke) auf 1 große Tasse (250 ml) kalten oder warmen Wassers.

Anwendung

Verrühren Sie die Tinktur und tränken Sie danach ein sauberes Leinen- oder Baumwolltuch in der verdünnten Tinktur. Wenden Sie die Auflage 3-mal täglich nach Bedarf an und lassen Sie die Extrakte jeweils 15 bis 30 Minuten einwirken.

Umschlag

Ein Umschlag mit Arnikablüten-Extrakt kann ebenfalls bei Beschwerden des Bewegungsapparates wie Verletzungen oder schmerzenden Muskeln und Gelenken eingesetzt werden. Überbrühen Sie 1 Esslöffel (2 g) der Arnikablüten mit 100 ml kochendem Wasser. Nach 10 Minuten können die Blüten durch ein Teesieb abgegossen werden, anschließend muss der Extrakt abkühlen

Anwendung

Tränken Sie ein saubereres Baumwoll- oder Leinentuch in dem Arnikablüten-Extrakt. Legen Sie auf die schmerzende oder entzündete Körperstelle zunächst ein trockenes Tuch. Darüber legen Sie bitte das feuchte, ausgewrungene Arnikablüten-Extrakt Tuch, über welches wieder ein trockenes Tuch gelegt und befestigt wird. Der Umschlag kann bis zu 3-mal täglich eingesetzt werden und sollte etwa 15 bis 30 Minuten einwirken.

Arnikablüten

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen gering.

Beschwerden können allerdings nach langfristiger oder übermäßiger Anwendung auftreten, vor allem wenn eine Arnikablütentinktur unverdünnt angewendet wird. In diesem Fall kann es zur Allergien und Ekzemen kommen. Dies ist besonders häufig bei Hautverletzungen der Fall, etwa bei Schürf- oder Schnittwunden.

Arnikablüten werden ausschließlich äußerlich angewendet. Bei innerer Anwendung kann es bei hohen Dosierungen zu Vergiftungen kommen, die sich durch starke Schleimhautreizungen wie Erbrechen, Durchfall und Schleimhautblutungen äußern. Außerdem kann es zu einer Herzmuskellähmung kommen.

Nicht angewendet werden dürfen Arnikablüten bei bekannten Allergien gegenüber der Heilpflanze.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus Arnikablüten sind als Fertigarzneimittel in Form von Salben, Gels und als Tinktur erhältlich. In Ihrer Apotheke erhalten Sie die Blüten aber auch in getrockneter Form.

Arnikablüten werden außerdem in Arzneitees, in Kosmetika und in medizinischer Körperpflege eingesetzt.

Arnikablüten wirken nachweisbar heilungsfördernd bei Verletzungen, die sich durch Blutergüsse, Prellungen oder Quetschungen äußern. Weiterhin nützen die Blüten-Extrakte gegen rheumatische Muskel- und Gelenkbeschwerden. Auch gegen Furunkulose (schmerzhaft entzündeter Knoten mit Eiterbildung), entzündete Insektenstiche und oberflächliche Entzündungen der Beinvenen sind Arnikablüten erwiesenermaßen hilfreich. Zusätzlich ist die Wirkung gegen Mund- und Rachenschleimhautentzündungen belegt.

In der Volksmedizin werden Arnikablüten bei Herzmuskelentzündungen, Herzenge und –schwäche, bei Verkalkungen der Blutgefäße (Arteriosklerose) und bei psychisch bedingtem Haarausfall eingesetzt.

Geschrieben von Redaktion 04.07.2014
Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann
Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 04.07.2014
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