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Arnikablüten

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Arnikablüten

Hochwirksame Blüten gegen Entzündungen

Der medizinisch wirksame Pflanzenteil der Arnika (Arnica montana/Arnica chamissonis) sind ihre Blüten. Arnikablüten eignen sich zum Einsatz bei einer Vielzahl von Erkrankungen des Bewegungsapparates und der Haut. Hierbei ist vor allem die stark entzündungshemmende Eigenschaft der Blüten von herausragender Bedeutung. 

Arnikablüten helfen bei der Behandlung von Verletzungen durch äußere Einwirkungen wie Prellungen oder Quetschungen. Sie können ebenfalls bei Muskel- und Gelenkproblemen durch Rheuma nützen, außerdem bei Furunkeln (Hautentzündungen mit schmerzhaften Knoten und Eiterbildung), Entzündungen nach Insektenstichen und oberflächlich entzündeten Venen. Zusätzlich eignet sich der Wirkstoff gut bei Schleimhautentzündungen im Mund und im Rachen (Mundschleimhautentzündung, Stomatitis; Zahnfleischentzündung; Halsschmerzen).

In der Volksmedizin werden Arnikablüten bei Herzmuskelentzündungen, Herzenge und -schwäche, bei Verkalkungen der Blutgefäße (Arteriosklerose) und bei psychisch bedingtem Haarausfall eingesetzt.

Auf einen Blick:

Arnikablüten

  • Wirken: entzündungshemmend, schmerzstillend, gegen Bakterien und Pilze, gewebereizend, haut- und schleimhautreizend
  • Können eingesetzt werden: bei Verletzungen (auch durch Unfälle), Muskel- und Gelenkbeschwerden, Furunkel (gelbe Pustel), entzündeten Insektenstichen, oberflächlich entzündeten Venen, Entzündungen im Mund- und Rachen

Inhaltsstoffe der Arnikablüten

Die wichtigsten Inhaltsstoffe der Arnikablüten sind das Helenalin und das Dihydrohelenalin. Helenalin und Dihydrohelenalin gehören zu der großen Inhaltstoffgruppe der Sesquiterpene und wirken zusammen mit ihren Abkömmlingen (Estern) nachweislich entzündungshemmend. Dieser Effekt geht auf die Hemmung von Begleitstoffen (Mediatoren) zurück, die für die Entstehung von Entzündungen benötigt werden.

Darüber hinaus können die Arnikablüten Wassereinlagerungen (Ödemen) entgegenarbeiten und schmerzstillend wirken. Unterstützt werden die Sesquiterpe (Sesquiterpenlactone) durch ätherische Öle und Flavonoide, weil sie ebenfalls entzündungshemmend wirken können. Zusätzlich zeigen alle drei Inhaltstoffgruppen Aktivitäten gegen manche Bakterien (grampositive Bakterien) sowie gegen Pilze. Allerdings können sie auch Gewebe, die Haut und die Schleimhaut reizen.

Wirkung bei Verletzungen

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Heilungsfördernd nach äußeren und inneren Verletzungen

Arnika kann das Immunsystem so richtig auf Trab bringen und dabei die Eigenschaften des Blutes aktiv beeinflussen.

Wichtig bei Verletzungen wie Blutergüssen, Prellungen, Quetschungen und Wassereinlagerungen nach Knochenbrüchen ist aber auch die nachweislich stark entzündungshemmende Wirkung der Arnika. Eine Entzündung äußert sich beispielsweise durch gerötete und überhitzte Körperstellen. Damit aber eine Entzündung überhaupt entstehen kann, müssen mehrere Faktoren erfüllt sein. Dazu gehören unter anderem die übermäßige Bildung bestimmter Eiweiße (Enzyme) oder Botenstoffe (Zytokine). Arnikablüten hemmen die Entstehung dieser Stoffe und können daher Entzündungen entgegenwirken und vorbeugen.

Gleichzeitig wird das übermäßige Verklumpen von Blutplättchen (Thrombozyten) verhindert, dafür aber die Bildung von Blutzellen, die für die Immunabwehr wichtig sind (T-Zellen), gefördert. Dadurch werden die verletzten Körperstellen und Gefäße nicht nur vor Entzündungsschädengeschützt: Das körpereigene Immunsystem kümmert sich auch verstärkt um ihre Reparatur.

 

Wirkung bei Muskel- und Gelenkschmerzen

Schützend auf die Muskeln und Gelenke

Bei rheumatischen Beschwerden ist Arnika die Heilpflanze in der deutschen Phytotherapie. Äußerlich eingesetzt eignen sich Arnikablüten sehr gut bei Gelenkschmerzen oder Gelenksteifigkeit.

Bei der Entstehung von Entzündungskrankheiten wie einer rheumatischen Gelenkentzündung (Arthritis) werden oftmals Botenstoffe, sogenannte Zytokine, benötigt. Werden diese Zytokine im Überfluss gebildet, kann es zu rheumatischen Symptomen kommen. In diesen Vorgang greifen die Arnikablüten nachweislich ein. Sie hemmen einerseits die Produktion von entzündungsauslösenden Botenstoffen und beeinflussen anderseits in die Entzündungskaskade, weil sie neben den Zytokinen auch Stoffe wie entzündungsauslösende kleinste Eiweiße (Enzyme) in ihrer Entstehung hemmen. Gleichzeitig kontrollieren sie die Aktivierung und Spezialisierung von Blutzellen (T-Zellen), die für die Immunabwehr von herausragender Bedeutung sind.

 

Wirkung bei Furunkeln (gelben Pusteln)

Immunstärkend bei Entzündungen der Haut

Ein Furunkel zeigt sich durch einen dicken, schmerzhaften Knoten, der mit Eiter gefüllt ist und schnell an Größe zunimmt. Die Voraussetzung für die Entstehung eines Furunkels ist zumeist ein geschwächtes Immunsystem. Dies kann unter anderem bei Krebserkrankungen oder bei Diabetes mellitus der Fall sein.

Außer bei Furunkeln im Bereich des Gesichtes können Arnikablüten-Extrakte eine effektive Hilfe und manchmal auch eine Alternative zur einer Antibiotikatherapie darstellen.

Die Arnikablüten wirken hierbei zweigleisig. Zum einen greifen die Extrakte aktiv in den Entzündungsprozess ein. Zum anderen ist der Wirkstoff dazu in der Lage, Bakterien und Pilze abzutöten.

An einer Entzündung sind immer körpereigene Stoffe beteiligt. Arnikablüten hemmen diese Stoffe in ihrer Entstehung, sodass bestehende Entzündungen in der Folge abklingen und weitere Entzündungsreaktionen eingedämmt werden können. Zusätzlich töten die Extrakte Krankheitserreger auf der Haut effektiv ab, wodurch sich ein Furunkel zurückbilden kann.

 

Wirkung bei entzündeten Insektenstichen

Antientzündlich bei Insektenbissen

Der Wirkmechanismus der Arnikablüten bei Insektenbissen ist mit dem bei der Anwendung bei Furunkeln vergleichbar.

Die Extrakte aus der wirksamen Arnikablüte hemmen die Entstehung von körpereigenen Substanzen, die von innen heraus eine Entzündungsreaktion bewirken können. Gleichzeitig bewirken Arnika, dass Bakterien oder Pilze, die sich an der entzündeten (aber nicht offenen Stelle) angesammelt haben, effektiv abgetötet werden.

Überwärmung, Rötungen und Schmerzen lassen somit schnell nach.

 

Wirkung bei oberflächlich gestauten Venen

Abschwellend bei Wassereinlagerungen durch Entzündungen

Bei schwachen Venen kennen viele Betroffene das Phänomen, dass sich in den Beinen Wassereinlagerungen bilden. Knöchel und Waden schwellen an. Die Wirksamkeit von Arnika bei solchen Einlagerungen (Oberflächenphlebitiden) wurde in klinischen Studien gut untersucht. Darin wurde zwar festgestellt, dass Arnikablüten nachweislich gegen Wassereinlagerungen helfen, eine schlüssige Erklärung des entsprechenden Mechanismus fehlt aber bislang. 

 

Wirkung bei entzündeter Mund- und Rachenschleimhaut

Hemmend auf Entzündungen im Mund und im Rachen

Arnikablüten können die Immunabwehr ankurbeln und sorgen mit ihren ätherischen Ölen nebenbei auch dafür, dass Krankheitserreger wie Bakterien wirksam bekämpft werden können.

Arnika bewirkt nachweislich, dass bestimmte weiße Blutkörperchen (Granolozyten) vermehrt gebildet werden. Ihre Hauptaufgabe ist die Abwehr von Bakterien. Bei Entzündungen der Schleimhaut in Mund und Rachen (Mundschleimhautentzündung, Stomatitis; Zahnfleischentzündung; Halsschmerzen) sind fast immer Bakterien beteiligt. Dadurch bedingt, dass die Granolozyten nun vermehrt auftreten, können sie die schädlichen Keime gezielt abtöten. Unterstützt wird dieser Mechanismus durch die ätherischen Öle. Da alle Öle dieser Art einen mehr oder minder starken Effekt gegen Krankheitserreger wie Bakterien oder Pilze besitzen, spielen sie für die Wirksamkeit der Arnikablüten eine wichtige Nebenrolle.

Nicht zu vergessen ist außerdem, dass Arnikablüten schon wegen der enthaltenen Sequterpenlactone entzündungswidrig sind. Diese sind nämlich dazu in der Lage, entzündungsauslösende Stoffe bereits vor der Entstehung einer Entzündungsreaktion zu hemmen.

Mit ihrem dreigleisigen Wirkmechanismus bieten Arnikablüten somit einen einmaligen Schutz gegen Schleimhautentzündungen.

Arnikablüten

Anwendung und Dosierung der Arnikablüten

Auflage

Bei Verletzungen wie Blutergüssen, Prellungen, Verstauchungen oder Quetschungen sowie bei schmerzenden Muskeln oder Gelenken ist eine Arnikablütenauflage ein wirksames Hausmittel. Achten Sie jedoch unbedingt darauf, dass Ihre Haut keine äußerlichen Verletzungen aufweist (z.B. eine Abschürfung). Geben Sie 1 Esslöffel Arnikatinktur (am besten aus der Apotheke) auf 1 große Tasse (250 ml) kalten oder warmen Wassers.

Anwendung

Verrühren Sie die Tinktur und tränken Sie danach ein sauberes Leinen- oder Baumwolltuch in der verdünnten Tinktur. Wenden Sie die Auflage 3-mal täglich nach Bedarf an und lassen Sie die Extrakte jeweils 15 bis 30 Minuten einwirken.

Umschlag

Ein Umschlag mit Arnikablüten-Extrakt kann ebenfalls bei Beschwerden des Bewegungsapparates wie Verletzungen oder schmerzenden Muskeln und Gelenken eingesetzt werden. Überbrühen Sie 1 Esslöffel (2 g) der Arnikablüten mit 100 ml kochendem Wasser. Nach 10 Minuten können die Blüten durch ein Teesieb abgegossen werden, anschließend muss der Extrakt abkühlen

Anwendung

Tränken Sie ein saubereres Baumwoll- oder Leinentuch in dem Arnikablüten-Extrakt. Legen Sie auf die schmerzende oder entzündete Körperstelle zunächst ein trockenes Tuch. Darüber legen Sie bitte das feuchte, ausgewrungene Arnikablüten-Extrakt Tuch, über welches wieder ein trockenes Tuch gelegt und befestigt wird. Der Umschlag kann bis zu 3-mal täglich eingesetzt werden und sollte etwa 15 bis 30 Minuten einwirken.

Pinselung

Arnikablüten-Extrakte leisten bei Insektenstichen eine Art „Erster Hilfe“ und können bei leichten Furunkeln (außer im Gesicht) kleine Wunder bewirken. Hierzu benötigen Sie Arnikatinktur (aus der Apotheke), die Sie mit 65- bis 70-prozentigem Alkohol verdünnen. Das Mischungsverhältnis sollte 1:3 bis 1:5 betragen.

Anwendung

Tragen Sie die verdünnte Tinktur mehrmals täglich mit einem sauberen Pinsel auf den Insektenstich oder das Furunkel auf.

Ölumschlag

Ein Umschlag mit Arnikablüten-Extrakt kann bei oberflächlich gestauten Venen, aber auch bei schmerzhaft entzündeten Gelenken oder nach Prellungen sowie Blutergüssen eingesetzt werden. Geben Sie 5 Esslöffel (10 g) der Arnikablüten auf 750 ml hochwertiges Mandel- oder Olivenöl. Lassen Sie den Extrakt in einer zuvor beschrifteten und verschließbaren Flasche etwa 4 Wochen an einem dunklen, kühlen Ort ziehen, bevor Sie die Blüten abfiltern.

Anwendung

Geben Sie wenige Tropfen des Auszugs auf ein saubereres Baumwoll- oder Leinentuch. Legen Sie auf die entsprechende Körperstelle zunächst ein trockenes Tuch. Darüber legen Sie das benetzte Tuch, über welches wieder ein trockenes gelegt wird. Der Ölumschlag kann bis zu 3-mal täglich eingesetzt werden und sollte etwa 15 bis 30 Minuten einwirken.

Gurgellösung

Bei Entzündungen im Mund- und Rachenbereich ist eine Gurgellösung aus verdünnter Arnikatinktur gut geeignet. Geben Sie hierzu 1 Teelöffel der Arnikatinktur (aus der Apotheke) auf 1 Glas (150 ml) warmes Wasser und verrühren das Ganze

Anwendung

Spülen oder gurgeln Sie mit der möglichst heißen Lösung mehrmals täglich bis die Beschwerden nachlassen.

Arnikablüten

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen gering.

Beschwerden können allerdings nach langfristiger oder übermäßiger Anwendung auftreten, vor allem wenn eine Arnikablütentinktur unverdünnt angewendet wird. In diesem Fall kann es zur Allergien und Ekzemen kommen. Dies ist besonders häufig bei Hautverletzungen der Fall, etwa bei Schürf- oder Schnittwunden.

Arnikablüten werden ausschließlich äußerlich angewendet. Bei innerer Anwendung kann es bei hohen Dosierungen zu Vergiftungen kommen, die sich durch starke Schleimhautreizungen wie Erbrechen, Durchfall und Schleimhautblutungen äußern. Außerdem kann es zu einer Herzmuskellähmung kommen.

Nicht angewendet werden dürfen Arnikablüten bei bekannten Allergien gegenüber der Heilpflanze.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus Arnikablüten sind als Fertigarzneimittel in Form von Salben, Gels und als Tinktur erhältlich. In Ihrer Apotheke erhalten Sie die Blüten aber auch in getrockneter Form.

Arnikablüten werden außerdem in Arzneitees, in Kosmetika und in medizinischer Körperpflege eingesetzt.

Arnikablüten wirken nachweisbar heilungsfördernd bei Verletzungen, die sich durch Blutergüsse, Prellungen oder Quetschungen äußern. Weiterhin nützen die Blüten-Extrakte gegen rheumatische Muskel- und Gelenkbeschwerden. Auch gegen Furunkulose (schmerzhaft entzündeter Knoten mit Eiterbildung), entzündete Insektenstiche und oberflächliche Entzündungen der Beinvenen sind Arnikablüten erwiesenermaßen hilfreich. Zusätzlich ist die Wirkung gegen Mund- und Rachenschleimhautentzündungen belegt.

 

Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann
Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 04.07.2014