Arnika – Arnica montana / Arnica chamissonis

Heilsame Gebirgspflanze für den Bewegungsapparat und mehr
Der Arnika ist eine Pflanze, die unglaublich viele positive Wirkungen auf den Körper auslösen kann, und deshalb auf Gebirgswiesen damals wie heute eine gern gesehene Pflanze ist. Auf seine gesundheitsfördernden Eigenschaften deutet auch sein altdeutscher Name „Wohlverleih“ hin.
Wissenswertes über den Arnika
Die vielen heilenden Funktionen der Arnika taten der Pflanze nicht immer gut. Auch wegen ihres schönen Aussehens wurde er gerne gesammelt und konnte seine Bestände irgendwann nicht mehr aus eigener Kraft regenerieren. Als der Arnika tatsächlich vor dem Aussterben bedroht war, wurde er in Deutschland unter Naturschutz gestellt. Heute wird er feldmäßig angebaut, um die Nachfrage für Arzneimittelherstellung erfüllen zu können. Der Arnika ist derzeit (2011) in über 300 (!) verschiedenen Arzneimittelzubereitungen enthalten.
In der Antike schien der Arnika allerdings gefehlt zu haben. Jedenfalls berichten weder griechische noch römische Gelehrte über diese Pflanze. Wahrscheinlich haben aber die germanischen Völker die Heilwirkungen der Arnika früh entdeckt und für sich genutzt. Spätestens die Äbtissin Hildegard von Bingen (1098 bis 1179) setzte die Pflanze medizinisch ein. Sie beschrieb in ihrem Werk „Physica“ den Einsatz der Arnika bei äußeren Verletzungen, Wassereinlagerungen, Wunden und Geschwüren sowie Blutergüssen. Seit dem war die Pflanze aus der Volksmedizin nicht mehr wegzudenken und wurde im 18. Jahrhundert zu einer der am häufigsten gebrauchten Heilpflanzen überhaupt.
Botanik der Arnika
Arnika ist eine mehrjährige Pflanze, die zu der Familie der Korbblütengewächse (Asteracae) gehört. Sie treibt aus einem im Boden kriechenden, dünnen, braunen Wurzelstock eine grundständige Blattrosette heraus. Die bis 40 cm hohen Stängel stehen aufrecht und sind behaart. Im oberen Teil entspringen aus einem Blattpaar zwei Seitentriebe. Diese und der Haupttrieb tragen endständig Blütenkörbchen. Die Blätter sind umkehrt eiförmig, behaart, ganzrandig und haben fünf kräftig bogige Nerven. Die Blüten sind dunkelgelb, mit zungenförmigen Blüten am Rand und röhrenförmigen Scheibenblüten. Die Früchte sind bis fast 1 cm lang, meist vierkantig und schwach gefurcht.
Verwendete Pflanzenteile und Inhaltstoffe der Arnika
Das medizinisch verwendete Pflanzenteil der Arnika ist die Blüte. Arnikablüten werden in der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache als Arnicae flos bezeichnet. Ihre Qualität ist durch das Europäische Arzneibuch (PhEur) geregelt.
Arnikablüten sind besonders reich an ätherischen Ölen, z.B. Thymol und Thymolestern sowie an Sesquiterpenlactonen vom Pseudoguajanolid-Typ. Darüber hinaus enthalten Arnikablüten wertvolle Flavonoide, Hydroxycumarine und Kaffeesäurederivate.
Medizinische Wirkungen
Kaum eine Heilpflanze hat so viele Anwendungsgebiete wie der Arnika. Arnikablüten wirken nachweislich heilungsfördernd bei Verletzungen wie Blutergüssen, Prellungen oder Quetschungen. Darüber hinaus soll der Wirkstoff bei Muskel- und Gelenkbeschwerden, die durch Rheuma ausgelöst werden wirksam sein. Aber auch bei schmerzhaften entzündeten Knoten auf der Haut mit Eiterbildung und rascher Größenzunahme (Furunkel), entzündeten Insektenstichen und oberflächlicher Entzündung der Beinvenen sind Arnikablüten nachweislich wirksam. Zusätzlich wirken die Blüten als Mundspülung angewendet, beweisbar gegen Mund- und Rachenschleimhautentzündungen (Mundschleimhautentzündung, Stomatitis; Zahnfleischentzündung; Halsschmerzen).
Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte befürwortet die Anwendung von Arnikablüten „bei Verletzungs- und Unfallfolgen, bei rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden, Furunkulose, Entzündungen als Folge von Insektenstichen, bei Oberflächenphebititis und Entzündungen der Schleimhäute von Mund- und Rachen.“ Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte akzeptiert seit kurzem die Anwendung bei rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden nicht mehr. Der europäische Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP) hingegen befürwortet diese Anwendung weiterhin, wie auch alle oben genannten Einsatzgebiete.
Gegen den Einsatz von Arnikablüten-Extrakten bei Muskel- und Gelenkschmerzen ist also nichts einzuwenden.












