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Arnika – Arnica montana / Arnica chamissonis

Arnika – Arnica montana / Arnica chamissonis

Heilsame Gebirgspflanze für den Bewegungsapparat und mehr

Arnika (Arnica montana / Arnica chamissonis) ist eine klassische Gebirgswiesenpflanze. Auch deshalb, weil sie aufgrund ihrer vielfältigen gesundheitsfördernden Effekte gern auf Bergwiesen kultiviert wird. Auf ihre medizinischen Eigenschaften deutet auch ihr altdeutscher Name „Wohlverleih“ hin. Tatsächlich ist die Arnika ein echtes Universaltalent unter den Heilpflanzen. Vor allem bei äußeren Verletzungen kann sie heilungsfördernd wirken und Schmerzen lindern.

Wissenswertes zur Arnika

Die vielen heilenden Eigenschaften gerieten ihr zeitweise zum Verhängnis. Auch wegen ihres hübschen Äußeren wurde die Arnika von Blumenfreunden in Deutschland so intensiv gesammelt, dass sie ihre Bestände irgendwann nicht mehr aus eigener Kraft regenerieren konnte und unter Naturschutz gestellt werden musste. Heute wird sie feldmäßig angebaut, um die Nachfrage für Arzneimittel zu erfüllen. Schließlich ist die Pflanze Bestandteil von über 300 verschiedenen Arzneimittelzubereitungen.

In der Antike schien die Arnika allerdings unbehelligt geblieben zu sein. Jedenfalls berichten weder griechische noch römische Gelehrte über diese Pflanze. Wahrscheinlich haben aber die germanischen Völker die Heilwirkungen der Arnika früh entdeckt und für sich genutzt. Spätestens die Äbtissin Hildegard von Bingen (1098 bis 1179) setzte die Pflanze medizinisch ein. Sie beschrieb in ihrem Werk „Physica“ den Einsatz von Arnika bei äußeren Verletzungen, Wassereinlagerungen, Wunden und Geschwüren sowie gegen Blutergüsse. Seitdem ist die Pflanze aus der Volksmedizin nicht mehr wegzudenken, avancierte spätestens im 18. Jahrhundert zu einer der am häufigsten gebrauchten Heilpflanzen überhaupt und hat heute als Bestandteil zahlreicher pflanzlicher Arzneimittel ihren festen Platz in der Apotheke.

Botanik der Arnika

Arnika ist eine mehrjährige Pflanze, die zur Familie der Korbblütengewächse (Asteracae) gehört. Sie treibt aus einem im Boden kriechenden, dünnen braunen Wurzelstock eine grundständige Blattrosette heraus. Die bis zu 40 Zentimeter hohen Stängel stehen aufrecht und sind behaart. Im oberen Teil entspringen aus einem Blattpaar zwei Seitentriebe. Diese und der Haupttrieb tragen endständig Blütenkörbchen. Die Blätter sind umgekehrt eiförmig, behaart, ganzrandig und haben fünf kräftig bogige Nerven. Die Blüten sind dunkelgelb, mit zungenförmigen Blüten am Rand und röhrenförmigen Scheibenblüten. Die Früchte sind höchstens einen Zentimeter, meist vierkantig und schwach gefurcht.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltstoffe der Arnika

Das medizinisch verwendete Pflanzenteil der Arnika ist die Blüte. Arnikablüten werden in der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache als Arnicae flos bezeichnet. Ihre Qualität ist durch das Europäische Arzneibuch (PhEur) geregelt.

Arnikablüten sind besonders reich an ätherischen Ölen wie Thymol und Thymolestern sowie an Sesquiterpenlactonen vom Pseudoguajanolid-Typ. Darüber hinaus enthalten Arnikablüten wertvolle Flavonoide, Hydroxycumarine und Kaffeesäurederivate.

Medizinische Wirkungen

Kaum eine Heilpflanze hat so viele Anwendungsgebiete wie Arnika. Arnikablüten wirken nachweislich heilungsfördernd bei Verletzungen wie Blutergüssen, Prellungen oder Quetschungen. Darüber hinaus soll der Wirkstoff bei Muskel- und Gelenkbeschwerden, die durch Rheuma ausgelöst werden, wirksam sein. Aber auch bei schmerzhaften entzündeten Knoten auf der Haut mit Eiterbildung und rascher Größenzunahme (Furunkel), entzündeten Insektenstichen und oberflächlicher Entzündung der Beinvenen sind Arnikablüten nachweislich wirksam. Zusätzlich wirken die Blüten als Mundspülung angewendet beweisbar gegen Mund- und Rachenschleimhautentzündungen (Mundschleimhautentzündung, Stomatitis; Zahnfleischentzündung; Halsschmerzen).

Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte befürwortet die Anwendung von Arnikablüten „bei Verletzungs- und Unfallfolgen, bei rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden, Furunkulose, Entzündungen als Folge von Insektenstichen, bei Oberflächenphebititis und Entzündungen der Schleimhäute von Mund- und Rachen.“ Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte akzeptiert seit kurzem die Anwendung bei rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden nicht mehr. Der europäische Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP) hingegen befürwortet diese Anwendung weiterhin, wie auch alle oben genannten Einsatzgebiete.

Geschrieben von Redaktion 21.02.2014
Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann
Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 21.02.2014
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