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Cranberry - Vaccinii macrocarpon fructus

Cranberry - Vaccinii macrocarpon fructus

Rote Powerfrüchte für gesunde Harnwege

Der medizinische Wirkstoff des Cranberry-Zwergstrauchs (Großfrüchtige Moosbeere) sind seine Früchte. Die Beeren sind in Norddeutschland auch als Kranbeeren bekannt und werden entweder frisch oder getrocknet verwendet und können zur Prophylaxe von Harnwegsinfekten eingesetzt werden. Ihre Inhaltsstoffe bewirken nachweislich, dass sich Bakterien, die Harnwegsinfekte auslösen können, nicht an den Wänden der ableitenden Harnwege anheften können. Zusätzlich wirken die Extrakte keimhemmend und antientzündlich.

Auf einen Blick:

Cranberries

  • Wirken: verhindernd auf das Anheften von Bakterien, hemmend auf die Vermehrung von Bakterien, entzündungshemmend, antioxidativ
  • Können eingesetzt werden: zur Vorbeugung von Harnwegsinfekten

Inhaltsstoffe der Cranberries

In den Cranberries werden für die vorbeugende Wirkung gegenüber Harnwegsinfekten zwei Inhaltsstoffgruppen pharmazeutisch beachtet. Dazu gehören einerseits die oligomeren Proanthocyanidine und Zuckerverbindungen (Mannose und Fructose).

Die Proanthocyanidine verhindern nachweisbar, dass sich Bakterien die Harnwegsinfekte auslösen können, wie Escherichia coli, sich an den Oberflächengeweben der Harnwege festsetzten können (Verminderung der Adhäsion).

Zusätzlich verringern Mannose und Fructose die Einleitung des Anheftungsvorgangs (Adhösionsinduktion) in den Geweben.

Nicht zu verachten ist darüber hinaus der hohe Vitamin-C-Gehalt der Cranberry, der zwischen 30 und 40 mg pro 100 g Frucht liegt, sowie die Mineralstoffe Natrium, Phosphor und Kalium. Während das Vitamin C nachweislich einen allgemeinen Beitrag zur Vorbeugung der Entstehung von Infektionen leistet, sind die Mineralstoffe vor allem für die Funktion von Muskeln und Nerven von Bedeutung. Zu guter Letzt enthalten Cranberries wertvolle Flavonoide mit antioxidativen Eigenschaften. Die Flavonoide in den Cranberries können außerdem Zellschäden vorbeugen, weil sie die Oxidation von „schlechtem“ LDL-Cholesterin hemmen.

Anwendung zur Vorbeugung von Harnwegsinfekten

Schützend vor dem Entstehen von Harnwegsinfekten

Eine Blasenentzündung wird meist von Bakterien verursacht. Das Bakterium Escherichia coli ist der häufigste Auslöser. Normalerweise kommt dieses Bakterium im menschlichen Darm vor und ist Teil der Darmflora. Gelangt es in den Bereich der Harnwege, kann es Infektionen verursachen. Besonders Frauen sind häufig von Blasenentzündungen betroffen, nicht selten bedingt durch sexuelle Aktivität. Aber auch Menschen deren Erkrankungsrisiko durch eine Blasenfunktionsstörung erhöht ist, können von der vorbeugenden Wirkung der Cranberry profitieren.

Escherichia coli wird hauptsächlich für Blasenentzündungen verantwortlich gemacht und vom Darmbereich auf den Harntrakt übertragen. Diese Mikroorganismen besitzen auf ihrer Oberfläche in großer Anzahl lange und dünne Fäden, sogenannte Fimbrien, mit denen sie sich auf dem Oberflächengewebe der Harnwege festharken und Entzündungen auslösen können. Die Folgen kennt jeder, der schon einmal eine (unkomplizierte) Harnwegsinfektion hatte: häufiger Harndrang, Brennen beim Wasserlassen und ein ziehendes Gefühl in der Blase.

Extrakte aus der Cranberry verhindern, dass sich die Bakterien an die Schleimhaut anheften können (Anti-Adhäsionswirkung). Diese Wirkung geht nachweislich auf die Proanthocyanidine zurück, die die Fimbrien der Bakterien verkleben, sodass die Bakterien nicht mehr an den Schleimhäuten andocken können. Mithilfe der Beeren können bis zu 75% der Bakterien mit dem Urin ausgespült und eine Infektion verhindert werden.

Cranberry

Darreichungsform und Dosierung von Cranberries

Fruchtsaft

Cranberries sind in Deutschland als Fruchtsaft erhältlich. Zur Vorbeugung von Harnwegsinfekten kann der Saft (Fruchtsaftgehalt 25 bis 100%) am besten kurmäßig angewendet werden.

Dosierung

Trinken Sie zwei bis dreimal täglich ein Glas (200 ml) Cranberrysaft. Berücksichtigen Sie jedoch in Ihrer täglichen Ernährung den Kaloriengehalt der Cranberries. Dieser liegt bei 100 ml Fruchtsaft (ebenso bei frischen Früchten) bei 35 kcal.

Cranberry

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (300 bis 750 ml Fruchtsaft; 200 bis 500 mg Trocken-Extrakt) nicht bekannt.

Als Nebenwirkung ist allerdings bekannt, dass sich bei Personen, denen Nierensteine entfernt wurden, neue Nierensteine bildeten. Zudem wurden in sehr seltenen Fällen Überempfindlichkeitsreaktionen nach der Einnahme von Cranberry-Zubereitungen beobachtet.

Nicht angewendet werden sollten Cranberries bei Nieren- und Harnsteinen sowie während der Schwangerschaft und Stillzeit, da hier noch keine Untersuchungen zur Unbedenklichkeit vorliegen.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben oder befolgen Sie die Dosierungsanweisung Ihres behandelnden Arztes.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus Cranberries sind bisher nicht als standardisiertes Fertigarzneimittel verfügbar, dafür aber als Nahrungsergänzungsmittel in Form von Kapseln, Tabletten, Brausetabletten, Lutschtabletten, Granulat, Saft, Pulver und als Flüssigkeit erhältlich.

Cranberries wirken nachweislich vorbeugend gegenüber Harnwegsinfekten. Sie können das Anheften von Bakterien an die Gewebeoberfläche der Harnwege vermindern und wirken dadurch entzündungshemmend.

In der Volksmedizin werden Cranberries in Deutschland nicht eingesetzt.

Quellen:
  • Bühring U: Praxis-Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. 2. Auflage, Stuttgart 2009
  • Klever-Schubert K, Endres A: Der Große Klever Kalorien & Nährwerte 2010/11. München 2010
Geschrieben von Redaktion 04.07.2014
Geschrieben von Redaktion 04.07.2014
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