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Cranberry – Vaccinium macrocarpon

und verhindernd auf das Anheften von Bakterien, hemmend auf die Vermehrung von Bakterien, entzündungshemmend, antioxidativ.  Weiterlesen

Cranberry – Vaccinium macrocarpon

Amerikanische Gegenstück zur heimischen Moosbeere

Seit bekannt wurde, dass Cranberrys Harnwegsinfekten vorbeugen und auch häufig wiederkehrende Blasenentzündungen vermindern können, trifft man vielerorts auf Abbildungen und Werbeversprechungen zu den Cranberrys. Reklamen finden sich an Autobahnraststätten bis hin in Zeitschriften. Aber was genau versteckt sich hinter dieser „Wunderbeere“?

Wissenswertes über Cranberrys

Auf Deutsch heißt Cranberry große Moosbeere. Moosbeeren sind annähernd weltweit verbreitet und auch in Deutschland zu finden. Allein auf dem nordamerikanischen Kontinent soll es 175 (!) verschiedene Moosbeerenarten geben, von denen aber nur eine Gattung, nämlich Vaccinium macrocapon (Cranberry, amerikanische), als pflanzliches Arzneimittel eingesetzt werden kann. Während die einheimische Moosbeere (Vaccinium vitis-idea) ein winziges Zwergsträuchlein ist, ist auch der Cranberry-Strauch in Nordamerika mit einer maximalen Höhe von 20 cm nicht gerade von auffälliger Größe. Die Sträucher mögen leichten, sauren Boden und können ein Alter von 100 Jahren und älter erreichen.

In Amerika sind Cranberrys ein wichtiges Lebensmittel und werden schon seit dem Beginn des 18. Jahrhunderts flächenmäßig angebaut. Sie werden frisch oder getrocknet angeboten und sind ein Muss als Beilage zum gefüllten Truthahn. Als traditionelles Heilmittel haben Cranberrys außerdem schon lange einen hohen Stellenwert. Früher nutzten die einheimischen Indianer den Cranberrysaft, um entzündete Wunden auszuwaschen oder Pfeilgifte unschädlich zu machen. Nach Deutschland gelangte die Cranberry wahrscheinlich über den Seeweg. Die Vitamin-C-haltigen Beeren (Früchte) sollten die Mannschaft während langer Schiffsreisen aus den USA nach Europa vor dem gefürchteten Skorbut schützen. Als ein Fass über Board ging, soll es auf einer Nordseeinsel angeschwemmt worden sein, wo die Beeren nach Auffinden und Entleeren des Fasses auf den Dünen zu keimen begannen.

Wirklich heimisch ist die Cranberry in Deutschland jedoch nicht geworden. Ihr Lebensraum beschränkt sich auf einige Moorgebiete. Roh schmeckt die Beere sauer und leicht bitter. Der Geschmack ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, in gekochter Form aber durchaus eine Delikatesse.

Botanik der Cranberry

Die Cranberry ist ein kleiner, bis zu 20 cm hoch wachsender Zwergstrauch aus der Familie der Heidekrautgewächse (Ericaeae). Der Strauch hat einen dünnen, bis 80 cm weit kriechenden Stängel, welcher eiförmige, wintergrüne, glänzend lederige Blätter trägt, deren Rand umgebogen ist. Die Blütentriebe sind kurz. Sie tragen nickende, lebhaft rosa gefärbte Blüten mit vier zurückgeschlagenen Zipfeln und blühen von Mai bis Juni. Die 10 bis 20 mm großen Früchte sind saftig, anfangs äußerlich gelblich, später karminrot gefärbt. Innen sind die Cranberrys weißlich. Sie haben in der Mitte vier Kammern, in denen sich die Samen befinden.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe der Cranberry

Medizinisch und pharmazeutisch bedeutsam sind die Früchte der Cranberry. Sie werden getrocknet oder frisch eingesetzt. Eine Besonderheit stellt die Ernte der Cranberry-Früchte dar, die zwischen September und November erfolgt. Etwa 95% der Ernteverfahren erfolgt durch die sogenannte Nassernte. Dabei werden die Cranberry Felder geflutet und die Früchte lösen sich ab. Da sie im Inneren vier Luftkammern besitzen, schwimmen sie auf dem Wasser und können maschinell abgesaugt und weiterverarbeitet werden.

In der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache heißen Cranberry-Früchte Vaccinii macrocarpon fructus. Anforderungen an die Qualität der Cranberry-Früchte sind bislang (Stand: Februar 2012) noch nicht in einem Arzneibuch festgelegt. Cranberrys enthalten wertvolle Proanthocyanidine, Zuckerverbindungen (Fruktose), Flavonoide, Tannine und viel Vitamin C.

Medizinische Wirkungen

Cranberrys gehören in Europa zu den eher „neuartigen“ Wirkstoffen. Sie wirken nachweislich vorbeugend gegenüber wiederholenden Harnwegsinfekten und zur restlichen Beseitigung von Bakterien wie Escherichia coli, nach einer überstandenen Harnwegsinfektion. Der europäische Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP) befürwortet die Anwendung von Cranberry-Extrakten zur „Prävention von Infektionen der Harnwege.“

Geschrieben von Redaktion 07.11.2013
Geschrieben von Redaktion 07.11.2013
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