Anzeige
Anzeige

Sie kennen uns vielleicht auch aus:

Chinarinde – Cinchonae cortex

Anzeige
Chinarinde – Cinchonae cortex

Bittere Rinde mit hilfreicher Wirkung auf den Magen-Darmtrakt

Der medizinische Wirkstoff des Chinarindenbaums ist seine Rinde. Chinarinde ist reich an extrem bitteren Inhaltstoffen, die reflektorisch (durch Reflexe ausgelöst) die Produktion von Verdauungssäften anregen. Zusätzlich soll Chinarinde förderlich für den Genesungsprozess sein, da sie einen positiven und stärkenden Einfluss auf das Immunsystem haben sollen.

Offiziell anerkannte medizinische Wirkungen der Chinarinde sind jedoch nur die Anwendungen beim Reizmagen-Syndrom, das sich durch Völlegefühl und Blähungen äußert sowie bei Appetitlosigkeit.

Auf einen Blick:

Chinarinde

  • Wirkt: anregend auf die Speichelbildung, appetitanregend, fördernd auf die Magensaftproduktion, stärkend auf den Gesamtorganismus
  • Kann eingesetzt werden: bei Appetitlosigkeit, bei Symptomen des Reizmagen-Syndroms (Blähungen und Völlegefühl)

Inhaltstoffe der Chinarinde

Der Chinarindenbaum ist eine Alkaloid- und Bitterstoffpflanze. Auf diese Inhaltstoffe gehen auch die Wirkungen der Chinarinde zurück. Beide Inhaltstoffgruppen besitzen einen sehr bitteren Geschmack, was bei innerer Anwendung dazu führt, dass vermehrt Speichel und Magensaft produziert wird. Zusätzlich können die Komponenten bewirken, dass der Verdauungsapparat die Nahrung schneller vermischt und transportiert. Daher wirken die Alkaloide und Bitterstoffe in der Chinarinde appetitanregend und verdauungsfördernd.

Anwendung bei Appetitlosigkeit

Anzeige

Anregend auf die Verdauungssäfte

Der Geschmack der Chinarinde ist extrem bitter. Dies liegt an den enthaltenen Alkaloiden und den Bitterstoffen. Die Alkaloide der Chinarinde haben einen Bitterwert von 12.000. Damit kann die Rinde sogar bitterer schmecken als der heimische Gelbe Enzian, der einen Bitterwert von 10.000 besitzt und die am bittersten schmeckende Pflanze in Deutschland darstellt.

Bei Appetitlosigkeit zeigen bitter schmeckende Inhaltstoffe jedoch gute Wirkungen. Chinarinde bewirkt, dass die Speicheldrüsen im Mund zur vermehrten Produktion von Speichel angeregt werden. Dadurch steigt das Hungergefühl und zusätzlich kann die Nahrung besser verdaut werden.

Aber auch im Magen werden vermehrt Verdauungssäfte produziert. Das bringt den Magen und Darm in Schwung. Die Magen-Darmbewegungen (Peristaltik) werden gesteigert. Jetzt erwartet der Magen die Aufnahme von Nahrung. Kurz: man bekommt Hunger.

Anwendung bei Magen-Darmbeschwerden

Verdauungsfördernd auf den Magen-Darmtrakt

Die Wirkungen der Chinarinde auf den Magen-Darmtrakt beruhen auf der vermehrten Bildung von Verdauungssäften.

Bereits im Mund wird zusätzlicher Speichel gebildet, der zuckerspaltende Stoffe und Schleimstoffe enthält. Zuckerhaltige Lebensmittel (kohlenhydrathaltige Nahrung) werden dadurch bereits im Mund in ihrer „Einzelteile zerlegt“. Dies geschieht durch das Verdauungsenzym α-Amylase. Zusätzlich werden Schleimstoffe (Muszine) gebildet, die die Nahrung beim Schlucken besser gleitfähig machen.

Gelangt ein Bissen in den Magen erwartet ihn dort ein saurer Saft, der die Eiweiße zerkleinert. Dadurch können die Eiweiße besser und schnell ins Blut aufgenommen werden.

Zusätzlich regt die Chinarinde den Magen-Darmbereich zu verstärkter Muskeltätigkeit an. Die Nahrung wird deshalb schneller als ohne Chinarinde vermischt und durch den Verdauungsapparat transportiert.

Auf diese Weise beginnt die Nahrung im Magen-Darmtrakt nicht zu „stehen“, weswegen auch keine oder weniger Gase gebildet werden, die sich als Blähungen und Völlegefühl bemerkbar machen. Das Essen wird schnell und effizient in seine Einzelteile zerlegt und wird vom Körper in Form von Zucker, Eiweißen, Fetten, Vitaminen usw. aufgenommen.

Chinarinde

Darreichungsform und Dosierung der Chinarinde

Tee

Bei Völlegefühl, Blähungen und Appetitlosigkeit in der Genesungsphase nach einer Krankheit eignet sich die Chinarinde gut zur Herstellung eines Tees. Überbrühen Sie 1 Teelöffel (1,5 g) der Chinarinde mit 1 Tasse (150 ml) heißen Wassers und lassen Sie den Tee bevor Sie die Rinde abgießen 5 bis 7 Minuten ziehen.

Dosierung

Trinken Sie 2- bis 3-mal täglich eine Tasse Chinarindentee 30 Minuten vor den Mahlzeiten. Bedenken Sie jedoch bitte, dass sich der Tee nicht zur Langzeitanwendung eignet (s. Risiken und Nebenwirkungen).

Chinarinde

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Hohe Risiken sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (1 bis 3 g) der Chinarinde nicht bekannt.

Dennoch ist der Umgang mit der Chinarinde wegen der enthalten Alkaloide nicht ungefährlich. Bei längerer Anwendung können Sensibilisierungen gegenüber Chinin und Chinidin auftreten, die sich durch Juckreiz oder Ekzeme bemerkbar machen können. Darüber hinaus kann Chinarinde die Anzahl der Blutplättchen verringern. Das kann zu einer erhöhten Blutungsneigung führen.

Bei Überdosierungen (> 3 g) oder Langzeitanwendungen könne Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen, Abfall der Körpertemperatur, Blutzerstörung, Herzrhythmusstörungen, Ohrensausen und Sehstörungen auftreten, die bis zur Vollständigen Ertaubung und Erblindung führen kann.

Bei Dosen ab 10 g tritt der Tod durch Atem- und Herzlähmung ein.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben, bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus der Chinarinde sind als Fertigarzneimittel bisher nicht als Monopräparat erhältlich. In Kombination mit anderen Pflanzen ist Chinarinde als Tinktur (Magen-Darm-Mittel) verfügbar. Außerdem erhalten Sie den Wirkstoff in getrockneter Form in Ihrer Apotheke.

Chinrinde ist wegen ihrer enthaltenen Bitterstoffe nachweislich wirksam gegen Appetitlosigkeit und gegen Symptome wie Blähungen und Völlegefühl beim Reizmagen-Syndrom.

In der Volksmedizin wird die Chinarinde innerlich gegen Malaria, grippale Infektionen, Milzvergrößerung, Muskelschmerzen und –krämpfen sowie bei Schmerzen durch Tumore eingesetzt.

 

 

Quellen:
  • Bühring U: Praxis-Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. 2. Auflage, Stuttgart 2009
 Foto: Wikipdia ©H. Zell
Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann
Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 24.07.2014
Anzeige
   Präparate mit dieser Heilpflanze:
* Hinweis
Die Angaben sind ausschließlich zu Informations­zwecken bestimmt und stellen keine Kauf- oder Anwendungs­empfehlung dar. Diese Informationen ersetzen auch nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.