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Brennnesselkraut-Extrakt – Urticae herba

Brennnesselkraut-Extrakt – Urticae herba

Starke Wirkung bei Harnweginfektionen und entzündeten Gelenken

Die Brennnessel (Urtica dioica/Urtica urens) besitzt insgesamt drei verschiedene Wirkstoffe, die sie zu einer äußerst hilfreichen Heilpflanze machen: Brennnesselkraut (Urticae herba), Brennnesselblätter (Urticae folium) und Brennnesselwurzel (Urticae radix). Extrakte aus dem Brennnesselkraut entfalten ihre Wirkung bei verschiedenen Beschwerden im Körper. Entwässernde und entzündungshemmende Inhaltsstoffe bewirken nachweislich, dass die Harnwege durchgespült werden und dabei Erkrankungen wie Blasenentzündungen nachlassen können. Außerdem wirken die Extrakte erwiesenermaßen vorbeugend gegen Nierengrieß (Ansammlung kleiner Nierensteine). Innerlich und äußerlich angewendet, können die Brennnesselkraut-Extrakte zudem rheumatischen Gelenkentzündungen entgegenwirken. Auch diese Wirkung ist auf die entzündungshemmenden Eigenschaften des Wirkstoffes zurückzuführen, der die Bildung und Freisetzung von entzündungsauslösenden Enzymen hemmt.

Auf einen Blick:

Brennnesselkraut

  • Wirkt: durchspülend und entwässernd, entzündungshemmend
  • Kann eingesetzt werden: zum Durchspülen bei entzündlichen Harnwegserkrankungen, zur Vorbeugung von Nierengrieß, bei entzündlichen Gelenkerkrankungen

Inhaltsstoffe des Brennnesselkrauts

Vor allem drei Komponenten des Wirkstoffes sind für die medizinischen Eigenschaften zuständig: Mineralstoffe, Flavonoide und Caffeolyäfelsäure. Die Mineralstoffe (vorangig Kieselsäure, Kalium und Kaliumsalze) sind in erster Linie für die entwässernde Wirkung des Brennnesselkrauts zuständig. Der entzündungshemmende Effekt auf Erkrankungen der Harnwege kann den Flavonoiden zugeschrieben werden. Die Caffeolyäfelsäure hemmt nachweislich Entzündungsprozesse bei rheumatischen Beschwerden.

Anwendung bei Nierensteinen, Harnwegsinfektionen

Durchspülend in den Harnwegen

Bei der Einnahme von Brennnesselkraut-Extrakten zur Entwässerung und zur Vorbeugung von Nierengrieß kommen die enthaltenen Mineralstoffe zum Einsatz. Vor allem die mit ein bis vier Prozent enthaltende Kieselsäure, das Kalium und die Kaliumsalze wirken ausschwemmend und dadurch entwässernd. Deshalb wird deutlich mehr Harnsäure ausgeschieden als dies ohne Brennnesselkraut-Extrakte der Fall ist. Zudem kommt es durch den Prozess zur Anregung des Stoffwechsels. Für die entzündungshemmende Wirkung in dem Brennnesselkraut bei Harnwegsinfekten sind jedoch andere Inhaltsstoffe verantwortlich: Die Flavonoide. Sie hemmen die Bildung von entzündungsauslösenden Enzymen wie Leukotrienen. Aus diesem Grund kann es in der Folge zu einer Linderung der Beschwerden bei einer Harnwegsinfektion kommen.

Anwendung bei Rheuma

Antientzündlich bei rheumatischen Erkrankungen

Extrakte aus Brennnesselkraut enthalten Kaffeesäurederivate, vor allem Caffeoyläpfelsäure. Sie hemmen gleich zwei Enzyme, die Entzündungsreaktionen im Körper bei rheumatischen Beschwerden bewirken können: Prostaglandine und Leukotriene. Diese Enzyme können sich mit Fettsäuren (Arachidonsäure) verbinden und dadurch zu Hormonen umgewandelt werden.

Bei entzündlichen oder allergischen Reaktionen werden diese Botenstoffe normalerweise in das Gewebe einschleust. Die Folge: schmerzhaft entzündete Gelenke. Die Caffeolyäpfelsäure kann in diesen Kreislauf eingreifen. Sie hemmt nachweislich das Eindringen der Stoffe in die Gewebe und gleichzeitig deren Aktivität. Aus diesem Grund sind Extrakte aus Brennnesselkraut bei innerer und äußerer Anwendung bei rheumatischen Beschwerden hilfreich.

Es gibt jedoch noch einen zweiten Grund dafür, dass das Brennnesselkraut bei rheumatischen Erkrankungen wie Gelenkentzündung (rheumatoide Arthritis) und Gelenkverschleiß (Arthrose) nützlich ist. Die Inhaltsstoffe seiner Extrakte hemmen noch zwei weitere körpereigene Botenstoffe: TNF-α und Interleukin 1-ß. Beide Substanzen können Entzündungsreaktionen auslösen und sind unter natürlichen (physiologischen) Bedingungen wichtig für die Immunabwehr, weil sie an der Aktivierung der Abwehrreaktionen des Immunsystems beteiligt sind. Wenn also krankheitsauslösende Bakterien in den Körper eindringen, dann ist ihre entzündungsauslösende Reaktion erwünscht um die Immunabwehr in Gang zu bringen.

Bei chronischen Entzündungen wie rheumatoider Arthritis verhält es sich anders. Die Botenstoffe werden in großen Mengen produziert, sodass es zu dauerhaften Entzündungen kommen kann, die im Laufe der Zeit zunehmen und Gewebeschäden entstehen. Auch Knorpel und Knochen können angegriffen und langfristig zerstört werden.

Groß angelegte Studien mit Brennnesselkraut-Extrakten zeigten, dass die Beschwerden bei Patienten mit Gelenkentzündungen (Arthritis) und Gelenkverschleiß (Arthrose) nachweislich (signifikant) nachließen, weil die Extrakte die Freisetzung von TNF-α und Interleukin 1-ß vermindern konnten (Quellen zu diesen Studien: Ramm, Hansen 1996; Randall et al. 2000).

Brennnesselkraut-Extrakt

Darreichungsform und Dosierung des Brennnesselkrauts

Tee

Zur Entwässerung und bei rheumatischen Entzündungen ist ein Teeaufguss aus Brennnesselkraut ein bewährtes, hilfreiches Mittel. Setzten Sie hierzu 2 Teelöffel (1,5 g) getrockneten und geschnittenen Brennnesselkrauts mit 1 Tasse (150 ml) kaltem Wasser an und lassen die Mischung kurz aufkochen. Sie können das Brennnesselkraut auch direkt mit siedend heißem Wasser überbrühen. Lassen Sie den Tee 10 Minuten lang ziehen und gießen Sie das Kraut anschließend durch ein Teesieb ab.

Dosierung

Trinken Sie den Brennnesselkrauttee bis zu 3-mal täglich, jedoch nicht länger als über einen Zeitraum von 3 Wochen, weil es zu einem erhöhten Verlust von Kalium im Körper kommen kann. Trinken Sie während des Anwendungszeitraums bitte mindestens 2 Liter Flüssigkeit über den Tag verteilt (möglichst Wasser und ungesüßte Früchte- und andere Kräutertees).

Haarwasser

Die Verwendung eines Haarwassers mit Brennnesselkraut zur Kräftigung der Haare und gegen Haarausfall ist ein uraltes Hausmittel. Ernten Sie hierzu 3 bis 4 frische Brennnesseln (Stängeln mit Blättern ohne Blüte) und geben das Kraut in einem großen Topf in 1 Liter kaltes Wasser. Am besten ist demineralisiertes Wasser geeignet. Kochen Sie die Mischung für insgesamt 5 Minuten auf. Anschließend wird der Topf vom Herd genommen und die Brennnessel-Extrakte werden circa 2 Stunden lang ziehen gelassen und anschließend abgeseiht.

Dosierung

Geben Sie das Brennnesselhaarwasser am besten abends auf das trockene Haar und massieren es in die Kopfhaut ein. Zum einfachen Auftragen eignet sich ein Zerstäuber. Wickeln Sie sich ein Handtuch um den Kopf und lassen Sie die Wirkstoffe über Nacht einwirken. Eine Haarwäsche am nächsten Morgen sollte vermieden werden.

Brennnesselkraut-Extrakt

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (Tagesdosis 8 bis 12 g) des Brennnesselkrautes nicht bekannt. Für die Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern unter zwölf Jahren fehlen Nachweise für die Unbedenklichkeit der Anwendung. In seltenen Fällen wurden nach der innerlichen Einnahme der Extrakte allergische Reaktionen (Wassereinlagerungen bzw. Ödeme) beobachtet. Bei dem direkten Kontakt mit der Frischpflanze können die Brennhaare der Brennnessel Juckreiz und stechende Empfindungen auslösen, die spätestens nach zwölf Stunden wieder vergehen. Nicht angewendet werden sollten Brennnesselkraut-Extrakte bei Ödemen aufgrund von eingeschränkter Herz- und Nierentätigkeit. Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Bisher existieren keine Fertigarzneimittel mit Brennnesselkraut-Extrakt im Handel. Sie erhalten den Wirkstoff aber in getrockneter Form in Ihrer Apotheke.

Durch seinen hohen Mineralstoffgehalt vor allem an Kalium und seiner entwässernden Wirkung helfen Extrakte aus Brennnesselkraut nachweislich vorbeugend gegen Nierengrieß und bei entzündlichen Harnwegerkrankungen. Außerdem nützt der Extrakt wegen seiner entzündungshemmenden Wirkung unterstützend bei rheumatischen Beschwerden.

In der Volksmedizin wird Brennnesselkraut innerlich als „blutbildendes“ Mittel, zur Entwässerung, bei Arthritis, bei Gelenkrheumatismus und bei Muskelrheumatismus und bei Diabetes verwendet. Äußerlich wird Brennnesselkraut zur Haarpflege und zur Pflege der Kopfhaut, bei fettigen Haaren und Schuppen verwendet.

Studienquellen:
  • Ramm S, Hansen C: Stinging nettle leaf extract for arthristis and rheumatic arthritis. In: Therapiewoche; 1996, 28: 3-6
  • Randall C, Randall H, Dobbs E, Hutton C, Sanders H: Randomized controlled trial of nettle sting for treatment of base-of-thumb pain. In: Journal of the Royal Society of Medicine, 2000, 93: 305-309
Geschrieben von Redaktion 08.02.2011
Geschrieben von Redaktion 08.02.2011
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