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Bittersüßer Nachtschatten – Solanum dulcamara

Bittersüßer Nachtschatten – Solanum dulcamara

Giftpflanze mit positiven Eigenschaften auf die Haut

Der Bittersüße Nachtschatten vereint Fluch und Segen in Einem. Das erkannten wohl auch bereits die Menschen seit der Antike. Während die Beeren des Halbstrauches überaus giftig sind, können die Stängel hingegen besonders für Menschen mit Neurodermitis und anderen chronischen Hautentzündungen eine Wohltat sein.

Wogegen hilft der Bittersüße Nachtschatten?

Bittersüßstängel werden vorrangig bei Hauterkrankungen eingesetzt, die mit Stoffwechselerkrankungen einhergehen. Der Wirkstoff hilft nachweislich bei dauerhaft auftretenden Ekzemen, zu denen auch Neurodermitis oder andere juckende Hauterkrankungen gehören können.

Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte befürwortet die therapeutische Verwendung „als Adjuvans bei chronischem Ekzem“.

Wissenswertes über den Bittersüßen Nachtschatten

Ob der Bittersüße Nachtschatten wegen seiner giftigen Beeren ein Schattendasein verdient hat, kann kaum beantwortet werden. In jedem Falle sollte man sich vor diesen hüten. Ihr Verzehr kann zu schlimmen körperlichen Symptomen wie Brechdurchfall bis hin zum Tode durch Atemlähmung führen! Diese Wirkung ist auf die enthaltenen Alkaloide der Beeren zurückzuführen.

Im Grunde entwickeln Pflanzen diese giftigen Stoffe als Schutzfunktion. Dadurch verhindern sie in erster Linie den Wildfraß durch Tiere.

Die Heimat des Bittersüßen Nachtschattens erstreckt sich von Nordafrika über Europa und weiter bis nach Nordasien. Im Zuge der Einwanderungswelle auf den amerikanischen Kontinent hat die Pflanze ihr Territorium ausweiten können: In Nordamerika gilt der Bittersüße Nachtschatten heute als eingebürgert.

Die hübsch blühende Pflanze wächst bevorzugt an feuchten, schattigen Orten (daher auch ihr Name). In Deutschland wird der Bittersüße Nachtschatten jedoch auch Alpranke, Bittersüß, Hinschkraut, Natterholz oder Hundsbeere genannt. Der Name „Bittersüß“ rührt übrigens von dem Geschmack der Stängel und Wurzeln. Beim Kauen schmecken sie erst bitter und später süßlich.

Einige Quellen überliefern, dass der Bittersüße Nachschatten bereits in der Antike eingesetzt wurde. So sollen die alten Römer die Heilpflanze bei Leberkrankheiten und Hautausschlägen einsetzt haben. Im 16. Jahrhundert empfiehlt der berühmte Arzt Paracelsus die Pflanze gegen Geisteskrankheiten, Rheuma und ebenfalls bei Hautausschlägen.

Botanik des Bittersüßen Nachtschattens

Bei dem Bittersüßen Nachtschatten handelt es sich um einen bis zu 1,5 Meter hoch wachsenden und rankenden Halbstrauch, der zu der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) gehört. Seine gedrehten, verzweigten und kantigen Stängel sind unten verholzt, oben unverholzt und zumeist kahl. Von ihnen entspringen die langgestielten langen herzförmigen Blätter, die zum Ende hin spitz zulaufen.

Die Blätter im mittleren Bereich der Pflanze enden häufig nicht spitz zulaufend sondern fiederspaltig. Zwischen den Blättern gliedern sich die violetten Blüten ein, die in 10 bis 20 blütigen rispenartigen und überhängenden Wickeln auftreten. Aus ihnen entwickeln sich die dunkelroten, länglichen Beeren, die in ihrem inneren Samen tragen.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe des Bittersüßen Nachtschattens

Zu medizinischen und pharmazeutischen Zwecken werden ausschließlich die getrockneten Stängel des Bittersüßen Nachtschattens eingesetzt, die im Deutschen entweder Bittersüßstängel oder Nachtschattenstängel genannt werden. Am geläufigsten ist jedoch die Bezeichnung Bittersüßstängel, die auch im weiteren Verlauf des Textes verwendet wird. Bittersüßstängel werden von 2- bis 3-jährigen Pflanzen gewonnen. Sie werden entweder vor dem Austrieb der Blätter im Frühjahr oder nach dem Abfallen der Blätter im Herbst gesammelt. Der medizinische und pharmazeutische Fachbegriff für Bittersüßstängel lautet Dulcamarae stipites. Die Qualität des Wirkstoffes ist im Ergänzungsband Nr. 6 des Deutschen Arzneibuches (DAB) geregelt.

Die Inhaltstoffe des Bittersüßstängels sind sehr verschiedenartig. Der Wirkstoff enthält zwischen 0,07 bis 0,4% Steroidalkaloidglykoside, Steroidsaponine und Gerbstoffe. Anzumerken ist, dass in Europa 3 verschiedene Varianten der chemischen Zusammensetzung der Steroidalkaloide in Blättern und Stängeln unterschieden werden.

Geschrieben von Redaktion 27.08.2014
Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann
Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 27.08.2014
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