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Bibernelle – Pimpinella saxifraga / major

Bibernelle – Pimpinella saxifraga / major

Sanfte Inhaltstoffe gegen lästige Bronchitis

Einer Sage nach heißt es über die Bibernelle „Esset Bibernell und Baldrian, dann sterbet ihr nicht so schnell.“

Zu diesem Ausspruch muss man wissen, dass er während der Zeit als die Pest in Europa wütete, entstand. Gegen den schwarzen Tod hilft die Bibernelle zwar nicht, dafür hat ihre Wurzel viele positive Wirkungen auf die Atemwege.

Wobei hilft die Bibernelle?

Die Bibernellwurzel wird schon seit mehreren hundert Jahren in Deutschland in der Heilpflanzenkunde verwendet. Heute weiß man, dass ihre Inhaltstoffe nachweislich gegen Husten und Bronchitis mit verschleimten Bronchien helfen.

Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte befürwortet die Anwendung der Bibernellwurzel „bei Katarrhen der oberen Luftwege.“

Wissenswertes über die Bibernelle

Die Bibernelle gehört zu unseren ganz alten Heilpflanzen in Deutschland und in Europa. Vor allem im Mittelalter war die Pflanze wegen ihrer angeblichen Schutzwirkung gegen die Pest von herausragender Bedeutung. Ihre heilenden Wirkungen auf die Atemwege wurden erst sehr viel später entdeckt. Zu Ruhm und großer Anerkennung hat es die Bibernelle nie gebracht. Trotzdem gilt sie als eine der am besten untersuchtesten Heilpflanzen bei Husten und Bronchitis.

Wer die Bibernelle selber sammeln möchte der benötigt sehr gute botanische Kenntnisse.

Die Bibernelle wird oft dem Kleinen Wiesenknopf (Sanguisorba minor) verwechselt, der als Gewürz oder in der Volksmedizin als blutungsstillendes Mittel eingesetzt wird. Der Wiesenkopf sieht der Bibernelle zwar nicht ähnlich, im Volksmund wird die Pflanze jedoch manchmal als Bibernelle oder Pimpernelle bezeichnet. Diese Namensgebungen dürfen für Laien sehr verwirrend sein.

Übrigens wird die Bibernelle (Pimpinella saxifraga / major) manchmal auch Bockskraut, Bockswurzel, Deutsche Theriakwurzel, Pfefferwurzel, Pimpernell, Steinpeterlein oder Große Bibernell genannt. Sie wächst in ganz Europa mit Ausnahme von den skandinavischen Ländern, Portugal und dem Balkan. Außerdem wurde sie in Nordamerika eingeschleppt und heute dort zahlreich zu finden.

Botanik der Bibernelle

Die weiß blühende Bibernelle kann bis zu 1 Meter hoch wachsen und gehört zu der Familie der Doldenblütengewächse (Apiaceae). Sie ist eine mehrjährige Pflanze, die schon während der Blütezeit neue Blattrosetten für das nächstes Jahr entwickelt. Diese Rosetten sind in ihrer Erscheinung sehr unterschiedlich. Meistens sind sie kahl, manchmal sanft behaart, können aber auch borstig behaart auftreten. Ihre graugelbe, leicht geringelte Wurzel ist von spindelförmiger Gestalt und wächst 10 bis 20 cm ins Erdreich. Mit einem Durchmesser von bis zu 1,5 cm ist sie eher dünn.

Der starke Stängel wächst aufrecht, ist kantig gefurcht und innen hohl. Die Blätter verzweigen sich schon vom Grunde her ästig, sind einfach gefiedert und glänzen.

Ihre 5- bis 15-strahligen Dolden sind zusammengesetzt und weiß. Aus ihnen entwickeln sich nach der Blüte die kleinen, eiförmigen dunklen Samen.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltstoffe der Bibernelle

Der medizinische Wirkstoff der Bibernelle ist seine Wurzel. Früher wurde auch das Kraut der Bibernelle medizinisch angewendet. Die Wirkungen des Krautes konnte jedoch nicht belegt werden.

In der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache heißt die Bibernellwurzel Pimpinellae radix. Ihre Qualität ist durch das Deutsche Arzneibuch (DAB6) geregelt.

Bibernellwurzel-Extrakte wirken in dem sich die Inhaltstoffe untereinander begünstigen. Die Wurzel enthält ätherische Öle, Saponine, Cumarine, Furanocumarine und Caffeoylchinasäuren.

Foto: ©Erich-Westendarp / PIXELIO

Geschrieben von Redaktion 27.08.2014
Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann
Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 27.08.2014
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