Anzeige
Anzeige

Sie kennen uns vielleicht auch aus:

Benediktenkraut – Cnici benedicti herba

Benediktenkraut – Cnici benedicti herba

Bitterstoffe für einen guten Appetit und eine gesunde Verdauung

Der medizinische Wirkstoff des Benediktenkrauts ist, wie der Name schon annehmen lässt, das Kraut. Benediktenkraut ist reich an Bitterstoffen, die auf die für die Verdauung wichtigen Drüsen wirken – nämlich auf die Speicheldrüsen und auf die Leber. Außerdem regt das Kraut den Magen zu vermehrter Sekretbildung an.

Wegen dieser Wirkungen wird der Benediktenkraut-Extrakt gegen Appetitlosigkeit und bei Magen-Darmbeschwerden eingesetzt.

Auf einen Blick:

Benediktenkraut

  • Wirkt: fördernd auf die Speichel- und die Magensaftbildung, erhöhend auf den Gallefluss, gegen Bakterien
  • Kann eingesetzt werden: bei Appetitlosigkeit, gegen Magen-Darmbeschwerden

Inhaltstoffe des Benediktenkrauts

Die Wirkungen des Benediktenkrautes gehen auf seine enthaltenen Bitterstoffe und die ätherischen Öle zurück. Die Hauptkomponenten und gleichzeitig wirksamkeitsbestimmende Inhaltstoffe sind der Bitterstoff Cnicin und ätherische Öle, vor allem p-Cymen und Fenchon. Cnicin und den ätherischen Ölen konnten in ihrem Zusammenspiel Wirkungen gegen Bakterien nachgewiesen werden, die Übelkeit und Erbrechen auslösen können (Staphyloccoccus aureus und faecalis).

Die Anregung der Verdauungssäfte (Speichel und Magensäfte) geht auf die Bitterstoffe zurück. Die blähungswidrige Eigenschaft und die Anregung der Gallensaftproduktion hingegen auf die ätherischen Öle.

Anwendung bei Appetitlosigkeit

Speichel- und magensaftbildend bei mangelndem Hunger

Generell können an der Verdauung drei Drüsen beteiligt sein: die Speicheldrüsen, die Bauchspeicheldrüse und die Leber. Außerdem spielt der Magensaft eine große Rolle bei der Verdauung und der Verträglichkeit von Speisen.

Benediktenkaut-Extrakte wirken bei mangelndem Appetit in erster Linie auf die Speicheldrüsen und auf den Magen. Dabei ist es für den einen oder anderen durchaus positiv – je nach Vorliebe – dass das Benediktenkraut zwar bitter, aber nicht extrem bitter, wie beispielsweise die Enzianwurzel, schmeckt.

Jeden Tagen produziert ein Mensch durchschnittlich 1,5 Liter Speichel. Das entspricht etwa 1 ml pro Minute. Aber warum ist Speichel so wichtig?

Speichel enthält Schleimstoffe, sogenannte Muzine und zuckerspaltende Enzyme (α-Amylase). Beide Stoffe erleichtern die Verdauung. Die Schleimstoffe machen die Nahrung geschmeidig, so dass man sie leichter schlucken kann, die Enzyme zerlegen die Zucker in ihre Einzelteile.

Außerdem erhöht die Speichelbildung den Appetit. Die Inhaltstoffe im Benediktenkraut regen den Speichelfluss reflektorisch und mild an, weswegen auch „schlechte Esser“ Appetit bekommen.

Zusätzlich wird der Magen dazu angeregt, mehr von dem sauren Magensaft zu bilden, was ebenfalls den Appetit erhöhen kann. Dies ist neben seiner Funktion aufgenommene Nahrung zu speichern und einen Speisebrei zu bilden, die wichtigste Aufgabe des Magens.

Dieser Magensaft wird durch verschiedene Prozesse gebildet. Zum einen produzieren die Magendrüsen Substanzen, das nicht aktive Pepsinogen. Gleichzeitig wird von anderen Zellen des Magens Salzsäure produziert. Deshalb ist Magensaft so sauer. Verbinden sich nun das inaktive Pepsinogen und die Salzsäure, dann entsteht das Verdauungsemzym Pepsin. Pepsin zerlegt wiederum Eiweiße.

Kurz zusammengefasst: die Extrakte fördernd die Produktion von Verdauungssäften, die den Hunger anregen und gleichzeitig die Verdauung erleichtern können.

Anwendung bei Magen-Darmproblemen

Blähungswidrig und verdauungsfördernd bei Magen-Darmbeschwerden

An der verdauungsfördernden Wirkung sind neben den Bitterstoffen, die die Speichel- und Magensaftbildung anregen, auch ätherische Öle beteiligt. Sie wirken auf eine weitere Drüse, die wichtig für die Verdauung ist: die Leber – oder besser gesagt auf einen Teil der Leber – die Galle. Gallensaft ist wiederum wichtig für die Fettverdauung.

Dadurch, dass die Benediktenkraut-Extrakte reflektorisch (durch einen Reflex ausgelöst) die Gallensaftproduktion erhöhen können, kann der gesamte Verdauungsprozess enorm erleichtert werden: der Speichel zerlegt Zucker, der Magensaft die Eiweiße und der Gallensaft die Fette.

Aber damit noch nicht genug. Die ätherischen Öle des Benediktenkrautes wirken zudem nachweislich blähungswidrig (gegen Blähungen). Sie erhöhen die Aufnahme der Gase in den Körper, die natürlicherweise bei der Verdauung entstehen. Dadurch können die nicht nur lästigen, sondern auch schmerzhaften Blähungen deutlich vermindert werden.

Benediktenkaut-Extrakt

Darreichungsform und Dosierung des Benediktenkrauts

Tee

Bei Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden, die sich durch Blähungen äußern, ist das Benediktenkraut vor allem für all diejenigen ein gutes pflanzliches Arzneimittel, die sehr bittere Pflanzen-Extrakte ablehnen.

Überbrühen Sie 1 Teelöffel (1 g) des Krautes mit 1 Tasse (150 ml) heißem Wasser und gießen Sie das Kraut nach 5 bis 7 Minuten ab.

Dosierung

Trinken Sie bis zu 3-mal täglich eine Tasse Benediktentee vor den Mahlzeiten in kleinen Schlucken.

Benediktenkraut-Extrakt

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (Tee: 4 bis 6 g) des Benediktenkrautes nicht bekannt.

In seltenen Fällen kann es jedoch zu allergischen Erscheinungen oder Kreuzallergien z.B. mit Beifuß oder Kornblume kommen, sowie zu Brechreiz.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben, bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus Benediktenkraut sind als Monopräparat derzeit nicht erhältlich. In Kombination mit anderen Pflanzen-Extrakten ist Benediktenkraut jedoch in Form von Tropfen verfügbar (Mittel gegen Magen-Darm-Beschwerden). Außerdem erhalten Sie das Kraut in getrockneter Form in Ihrer Apotheke.

Benediktenkraut wirkt nachweislich auf die Produktion von Verdauungssäften und gegen Blähungen. Es kann gegen Appetitlosigkeit und gegen Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt werden.

In der Volksmedizin wird Benediktenkraut innerlich gegen Magersucht, Fieber, Erkältungen und zu Entwässerung eingesetzt. Äußerlich findet es Anwendung bei Wunden und offenen Geschwüren.

Quellen:
  • Bäumler, S: Heilpflanzen Praxis Heute. München 2007
  • Kubelka W, Länger R: Phytokodex – Pflanzliche Arzneispezialitäten in Österreich. Gabliz 2001
  • Schilcher H, Kammerer S, Wegener T: Leitfaden Phytotherapie. 4. Auflage, München & Jena 2010
 
Geschrieben von Redaktion 04.07.2014
Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann
Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 04.07.2014
Anzeige