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Benediktenkraut – Cnicus benedictus

Benediktenkraut – Cnicus benedictus

… und fördere die Hitze im kalten Magen

Das Benediktenkraut durchlief seit einer erstmaligen Erwähnung um 40 n.Chr. eine Karriere mit vielen Höhen und Tiefen. Mal ist es eine begehrte Heilpflanze, dann ein Allheilmittel, mal dient das Kraut zur Schnapsherstellung und dazwischen geriet das Benediktenkraut für annähernd 1.000 Jahre in Vergessenheit.

Wogegen hilft Benediktenkraut?

Das Benediktenkraut wurde schon (fast) immer gegen Verdauungsprobleme und als Magenmittel eingesetzt. Heute ist nachweislich bekannt, dass die Pflanzen-Extrakte bei Appetitlosigkeit und bei Magen-Darmbeschwerden, wie Blähungen und Verdauungsbeschwerden hilfreich sind.

Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte befürwortet die Anwendung des Benediktenkrautes „bei Appetitlosigkeit und bei dyspeptischen Beschwerden.“

Wissenswertes über das Benediktenkraut

In Vergessenheit zu geraten, dass hat das Benediktenkraut wahrlich nicht verdient, schließlich sind es seine milde Bitterwirkung und seine nützlichen ätherischen Öle, die schon vielen Menschen eine gesunde Verdauung zurückgebracht haben.

Dem griechischen Arzt und Gelehrten Dioskurides (1. Jh.n.Chr.) sind vermutlich die ersten Aufzeichnungen zum Benediktenkraut zu verdanken. Schon damals empfahl er das Kraut bei Magenstörungen einzunehmen. Diese Anwendung ist heute offiziell anerkannt. Nach ihm war es der Arzt und Anatom Galen von Pergamon (131 bis 200 n.Chr.), der in seinem Buch „Simplicum pharmacarum“ (Teil 6), eine stuhlfördernde und harntreibende Wirkung des Benediktenkrautes beschreibt. Dann wurde es still um die Pflanze.

Erst über 1.000 Jahre später befasste sich Hieronymus Brunschwyg (1450 bis 1512) wieder mit der Pflanze. So sollte die Pflanze, auch als Destillat, „böse, schleimige Feuchtigkeiten“ aus dem Körper vertreiben und dem „kalten Magen“ Wärme spenden. Erst im 16. Jh. erhielt das Benediktenkraut, dessen deutscher Name auf die zeitweise Verwendung als „Allheilmittel“ zurück geht, Einzug in die Klostermedizin. Sein Gattungsname Cnicus“ stammt hingegen von dem Wort „knizein“, was so viel wie quälen bedeutet. Gemeint sind hiermit die stacheligen Hüllblätter des Benediktenkrautes, die bei der Ernte schon so mancher Person Schmerzen zugefügt haben muss.

Das Benediktenkraut stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Heute ist es in ganz Europa und Mittelasien zu finden. In Thüringen wird es im kleinen Umfang angebaut.

Botanik des Benediktenkrauts

Das distelartige Benediktenkraut wächst zwischen 30 und 50 cm hoch. Es gehört zu der Familie der Korbblütengewächse (Asteracae/ Compositae). Seine verzweigten Stängel sind zottig und klebrig behaart. Die dornig gezähnten und grob netzartigen Blätter des Benediktenkrautes sind von länglicher Form und fiederspaltig. Im bodennahen Bereich der Pflanze, sind sie gestielt. Nach oben hin kommen sitzende oder stängelumfassende Blätter vor. Die Blüte des Benediktenkrauts ist blassgelb und eine Korbblüte. Ihre Körbchen sitzen jeweils einzeln an den Zweigspitzen. Sie sind von gestachelten Hüllblättern umgeben.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltstoffe des Benediktenkrauts

Die medizinisch verwendeten Pflanzenteile des Benediktenkrautes sind die getrockneten Blätter, die oberen Stängelteile und die Blüte. Diese Bestandteile werden als Kraut (Benediktenkraut) bezeichnet und in der pharmazeutischen und medizinischen Fachsprache Cnici benedicti herba genannt. Die Qualität des Krautes ist durch den Deutschen Arznei Codex (DAC) geregelt. Hierin sind der Bitterwert von mindestens 800 (niedriger als Enzianwurzel) und auch die Inhaltstoffe des Benediktenkrautes festgelegt.

Es enthält vorrangig Bitterstoffe (bis 0,7%), ätherische Öle, vor allem p-Cymen und Fenchon, sowie Flavonoide.

Geschrieben von Redaktion 27.08.2014
Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann
Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 27.08.2014
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