Traditionelle Anwendung von Baldrian

Traditionelle Anwendung von Baldrian

Baldrian erfreut sich wegen seiner nachgewiesenen beruhigenden Wirkung und seiner Eigenschaft bei nervös bedingten Einschlafstörungen zu helfen, einer weltweiten Beliebtheit.

Aber die Heilpflanze wird auch traditionell verwendet: von Amerika über Europa bis nach Indien und China (Tibet). So verschieden die Anwendungsgebiete in den einzelnen Medizinsystemen sein mögen – es besteht ein erstaunlicher Zusammenhang. Ob in Europa, Mexiko oder Indien – medizinisch wird immer die Wurzel der Pflanze gebraucht.

Allerdings gibt es Unterschiede bei den Arten der Baldrianpflanze. Der heimische Baldrian (Valeriana officinalis) wurde in der Vergangenheit gut untersucht – auch hinsichtlich der Risiken und Nebenwirkungen. Das ist bei anderen traditionell gebrauchten Arten nur selten der Fall. Daher sollten die Extrakte des hiesigen Baldrians (s. Baldrianwurzel/ Wirkstofftext) immer das Mittel der ersten Wahl sein.

Traditionelle Medizin in Deutschland

In Deutschland wird die Wurzel des Echten Baldrians „Valeriana officinalis“ in der Volkmedizin als traditionelles Heilmittel verwendet. Die Pflanze ist überall dort zu finden, wo sich feuchte, sonnige bis halbschattige Standorte finden (s. Herkunft/ Heimat und Standort).

Die Baldrianwurzel wird auch in der Volksheilkunde fast immer bei leichten psychischen Beschwerden eingesetzt. So wird dem Wurzel-Extrakt eine Steigerung der Konzentrations- und Leistungsfähigkeit bis hin zur Dämpfung von Entzugserscheinungen bei Alkohol- und Opiummissbrauch nachgesagt.

Vorrangig wird der Baldrianwurzel-Extrakt in der Volksheilkunde innerlich z.B. als Tee oder als Presssaft angewendet. Baldrianwurzel-Öl wird jedoch auch äußerlich beispielsweise zum Auftragen auf die Haut eingesetzt.

Traditionelle Medizin in Südamerika

Der Mexikanische Baldrian (Valerieria edulis) wächst anders als in Europa in Eichen- und Kiefernwäldern zwischen 2.400 und 3.200 m. Wie in der deutschen Volksheilkunde ist der Baldrian auch in Mexiko eine bedeutende Heilpflanze. Dort wird sie jedoch vorrangig äußerlich als Bestandteil von Kompressen eingesetzt, besonders bei blutenden Wunden. Darüber hinaus wird der Mexikanische Baldrian auch innerlich bei Nervosität und Unruhe eingesetzt.

Die Mexikanische Baldrianwurzel ist hierzulande keine offizielle Heilpflanze. Daher sind Anforderungen an Qualität (Inhaltsstoffe, Verunreinigungen) noch nicht geregelt. Bekannt ist jedoch, dass die Wurzel des Mexikanischen Baldrians besonders reich an dem Iridoid (Bitterstoff) Valepotiate (5,0 bis 8,0%) ist. Zum Vergleich: der Echte Baldrian enthält maximal 2,0%. Weil die Wirkung des Inhaltsstoffes Valepotiate auf die Gesundheit in dieser Dosis noch nicht geklärt ist, ist von einer Anwendung abzuraten.

Indische Medizin und Ayurveda

Der Indische Baldrian (Valeriana wallichii, Valeriana jatamansii) gewinnt in Europa an zunehmendem Interesse. Diese Baldrianart ist zwischen Afghanistan bis Süd-West-China und Burma verbreitet. Sie wächst in Wäldern, neben Sträuchern und auf Felshängen auf einer Höhe zwischen 1.500 bis 3.600 m. In der Indischen Medizin und Ayurveda werden dieser Baldrianart viele Wirkungen nachgesagt.

Wie in der europäischen Natur- und Volksheilkunde wird die Wurzel der Pflanze bei Unruhe, Nervosität und zur Verkürzung der Einschlafzeit eingesetzt. Darüber hinaus soll die Indische Baldrianwurzel anregend und nervenstärkend wirken, und wird innerlich u.a. bei Schluckauf, Husten, Asthma, Bronchitis, Entzündungen, Körperschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Fieber und Frauenkrankheiten eingesetzt.

Äußerlich erfolgt die Anwendung des Indischen Baldrians bei offenen Wunden. Allerdings ist auch bei dieser Baldrianart zu beachten, dass die Wurzel der Pflanze wie der Mexikanische Baldrian im Vergleich zum Echten Baldrian (Valeriana officinalis) einen höheren Anteil Valepotriate enthält (Echter Baldrian 0,5 bis 2,0%; Indischer Baldrian 3,0 bis 6,0%). In der Vergangenheit wurde davon ausgegangen, dass dieser Inhaltsstoff eine zellschädigende Wirkung besitzt. Neue Untersuchungen konnten diese Wirkung zwar nicht bestätigen. Trotzdem sollte der Indische Baldrian erst eingesetzt werden, wenn dessen Unbedenklichkeit bestätigt wurde.

Tibetische Medizin

In der Tibetischen Medizin wird wie in der Indischen Medizin und Ayurveda die Wurzel des Indischen Baldrians (Valeriana vallichii, Valeriana jatamansii) eingesetzt. Allerdings wird die Wurzel hier innerlich vorrangig bei Kopfschmerzen, Augenkrankheiten und Halsweh verwendet. Äußerlich werden die Baldrian-Extrakte bei Wunden gebraucht.

In der Tibetischen Medizin werden Heilpflanzen jedoch selten als Monopräparate eingesetzt, sondern fast immer in Kombination mit anderen Heilpflanzen. Dies trifft auch auf den Indischen Baldrian zu.

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Erfahrungsberichte zu Baldrian

Fragen zu Baldrian

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