Geschichte des Baldrians

Geschichte des Baldrians

Dem Baldrian wurden schon während der Antike vielfältige Wirkungen nachgesagt. So verwendeten bereits die alten Griechen und Römer den Baldrian als harntreibendes Mittel, bei Schmerzen und Krämpfen.

Über Kirche und Mythen

Um das Jahr 1.000 n.Chr. galt der Baldrian als eines der Kräuter, denen geheime Kräfte zugesprochen wurden. Der Legende nach wuchs der Baldrian aus den Blutstropfen, die vom gekreuzigten Heiland auf den Boden fielen. Zugleich ordnete man die Pflanze als Heilkraut der Muttergottes zu. In einer kirchlichen Weiheformel, die auf einer Handschrift aus dem 14. Jahrhundert erhalten ist, gehört Baldrian neben Fenchel, Eisenkraut und einigen anderen Kräutern zu den Pflanzen, die am Maria-Himmelfahrts-Tag „von Maria oder ihr zu Liebe“ gesegnet wurden.

Auch wurde die Pflanze von der berühmten und heiligen Äbtissin Hildegard von Bingen, die im 12. Jh. lebte verwendet. Sie empfahl die Pflanze als Gichtmittel. Aber auch nach den Zeiten der heiligen Hildegard wurde vor allem die Baldriantinktur bei vielen Beschwerden eingesetzt.

Aber damit noch nicht genug. Wegen seines starken Geruchs wurde der Baldrian auch als „Stinkwurz“ zur Abwehr des Bösen verwendet. Hier heißt es in einem Volksspruch: „Baldrian, Dost und Dill, kann die Hex nicht, wie sie will.“

Noch bedeutsamer wird die Pflanze zu Zeiten der Pest im 12. Jh. Zu jener Zeit heißt es: „Esst Bibernell und Baldrian, so geht Euch die Pest nicht an.“

Erfahrungswissen bis in die Neuzeit

Liest man in alten Schiffstagebüchern – wie etwa das von dem Mediziner Johann F. Eschenschlotz (1793 – 1834), der zusammen mit dem Kapitän Otto von Kotzbue zwei Jahre lang um die Welt segelte und vergeblich die nordamerikanische West-Ost-Passage suchte -, dann gibt es kaum ein Leiden, bei dem der Baldrian nicht verordnet wurde. Zusammen mit der Kamille musste der Schiffarzt mit dem Baldrian auskommen. Ein einem Eintrag heißt es: „Auf der Reede von Teneriffa wurde ein Matros mit so straken Krämpfen der Lunge befallen, dass er sinnlos mit den Zähnen knirschte. Als ich beim dritten Anfall vom Lande dazukam, gab ich ihm eine Dosis Baldrian mit Opiumtinktur, worauf kein Anfall mehr erfolgte.“

Tatsächlich wurde der beruhigende Effekt der Heilpflanze im erst 18. und 19. Jh. entdeckt und wird seitdem erforscht. Daher gelang es auch erst in den 1960iger Jahren erste Hinweise für die Wirksamkeit der Pflanze zu erlangen, die bereits seit Jahrtausenden in der Erfahrungsheilkunde eingesetzt wird.

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Erfahrungsberichte zu Baldrian

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