Ernte und Herstellung von Baldrian

Die Einhaltung der Qualitätsmaßstäbe beginnt bereits beim Anbau des Baldrians. Um die wertvollen Inhaltsstoffe der medizinisch verwendeten Baldrianwurzel zu schützen, sind während des gesamten Bearbeitungsprozesses geeignete Maßnahmen erforderlich.
Von der Ernte bis zur Trocknung des Baldrian
Die Ernte der Baldrianwurzel erfolgt im Herbst zwischen Ende September bis Anfang November. Je später die Ernte erfolgt, desto höher ist der Gehalt an wirksamen Inhaltsstoffen zu erwarten. Auch im Frühjahr sind die Inhaltsstoffmengen hoch – allerdings nur für eine kurze Zeit. Danach schießen die Pflanzen, weswegen die Konzentration der Inhaltsstoffe wieder nachlässt.
Vor der Ernte der Wurzel sollte zunächst das Kraut der Pflanze entfernt werden. Die eigentliche Ernte sollte bei trockenen Bodenverhältnissen erfolgen. Die Wurzeln werden ausgegraben und mit der Hand gesammelt. Nach der Ernte werden die frischen Wurzelstöcke geteilt und gründlich gewaschen. Das Waschen sollte nicht länger als 20 Minuten dauern, da sonst Inhaltsstoffe verloren gehen können.
Die anschließende Trocknung sollte zwischen 30 bis maximal 50°C erfolgen. Wird die Baldrianwurzel bei höheren Temperaturen getrocknet, kann dies zu Verlusten der Inhaltsstoffe führen und damit die Qualität einschränken. Bis die Wurzel vollständig getrocknet ist, können mehrere Tage vergehen. Ausreichend getrocknet ist die Wurzel dann, wenn sie sich leicht brechen lässt.
Die Baldrianwurzel sollte immer von anderen getrockneten Pflanzenteilen trocken und in einem verschließbaren Gefäß aufbewahrt werden.
Außerdem: Katzen lieben den Geruch der Baldrianwurzel! Sie halten sich gerne in der Nähe dieser Wurzel auf. Deshalb sollte sie unzugänglich von Katzen aufbewahrt werden.
Herstellung von Baldrianwurzel-Extrakten
Die erforderlichen Inhaltsstoffmengen, die die arzneilich genutzte Baldrianwurzel enthalten muss, ist durch das Europäische Arzneibuch geregelt (s. allgemeine Beschreibung). Einerseits kann die getrocknete Baldrianwurzel zur Herstellung von Arzneitees oder Bädern dienen (s. Baldrianwurzel-Extrakt).
Für die Herstellung von Fertigpräparaten werden jedoch wässrige oder wässrig-alkoholische Extrakte benötigt. Hier unterliegen Arzneimittelhersteller wiederum strengen Vorschriften. Während die Qualitätsanforderungen der Baldrianwurzel noch durch das Europäische Arzneibuch geregelt werden, greift bei der Herstellung von Fertigpräparaten das Deutsche Arzneibuch (DAB 2003). Diese Extrakte werden beispielsweise für die Herstellung von Dragees verwendet.
Auch sind sie das Ausgangsprodukt für sofortlösliche Tees und anderer Präparate. Oft wird die Baldrianwurzel auch mit Hopfen, Melisse oder der Passionsblume kombiniert. Diese Pflanzenextrakte sollen sich untereinander begünstigen.
Quellen:
- Billore KV, Yelne MB, Dennis TJ, et al.: Database On Medical Plants Used in Ayurveda. Volume 7, New Delhi 2005
- Bühring U: Praxis-Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. 2. Auflage, Stuttgard 2009
- Frohne D, Jense U: Systematik des Pflanzenreiches. 5. Auflage, Stuttgart 1998
- Lama YCh, Ghimier SK, Aumeeruddy-Thomas Y: Medical Plants of Dolpo. Kathmandu 2001
- Polunin O, Stainton A: Flowers of the Himalaya. 4. Auflage, New Delhi 2000
- Tierra M: Westliche Heilkräuter in TCM und Ayurveda. München und Jena 2001