Anbau von Baldrian

Anbau von Baldrian

Baldrian ist eine vielseitige und robuste Pflanze. Das zeigt sich auch bei den Anbaumöglichkeiten. Wer Baldrian für den privaten Gebrauch oder in großen Mengen züchten möchte, kann zwischen den Anbaumöglichkeiten der Vorkultur, Stockteilung oder der Direktsaat wählen.

Egal mit welcher Methode der Baldrian gezüchtet wird – auch an Krankheiten und Schädlinge sollte in diesem Zusammenhang gedacht werden.

Vorkultur von Baldrian

Bei der Vorkultur wird das Saatgut in kleinen Blumentöpfen oder in spezielle Erdpresswürfel bereits ab Mitte Februar gegeben. Wichtig ist, dass die Umgebungstemperatur mindestens 18°C beträgt, bis die Pflanze keimt. Danach kann die Temperatur gesenkt werden. Diese Methode hat den Vorteil, dass die Keimlinge weniger stark Umwelteinflüssen wie Temperaturschwankungen und starkem Regen ausgesetzt sind, und damit hohe Erträge erzielt werden können.

Nachteilig ist allerdings, dass die Jungpflanzen erst im Sommer ins Freiland umgepflanzt werden können. Davor müssen die jungen Pflanzen zudem regelmäßig in größere Gefäße umgetopft werden. Der Arbeitsaufwand ist daher relativ hoch. Dafür kann mit einem recht hohen Ertrag gerechnet werden, denn auf 1 m2 Saatbeet finden 250 bis 500 Pflanzen Platz.

Stockteilung von Baldrian

Die Methode der Stockteilung ist zu Beginn etwas aufwendig, garantiert dafür aber genetisch einheitliche Pflanzen. Das bei der Verwendung des Baldrians als Arzneipflanze wegen der Inhaltsstoffe von Bedeutung. Hierzu wird der Mutterstock einer Pflanze (unterer Stängel, der mit Wurzeln und Knospen besetzt ist) in 10 bis 20 Einzelteile geschnitten. Die Auspflanzung findet meist im April oder Ende September statt. Bei einer Auspflanzung im Oktober können die Setzlinge hingegen durch frühen Frost beschädigt werden. Insbesondere bei trockenem Wetter sollte darauf geachtet werden, dass die Pflanzen ausreichend mit Wasser versorgt werden.

Der Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen sollte 20 bis 40 cm betragen.

Direktsaat von Baldrian

Die Direktsaat ist die am wenigsten aufwendige Methode zur Aufzucht des Baldrians. Dafür hat diese Methode auch einige Nachteile. Gerade Keimlinge und junge Pflanzen sind sehr anfällig für Umwelteinflüsse wie starker Regen oder Hagel, aber auch Trockenperioden. Daher kann der Ertrag kleiner als bei der Vorkultur oder bei der Stockteilung ausfallen. Außerdem sollte regelmäßig das Unkraut gejätet werden. Zum Ausbringen des Saatgutes wird der Baldriansamen in seicht gedrillte Saatbeete eingesetzt und möglichst angepresst. Eventuell ist nach der Keimung der Pflanzen auch eine Ausdünnung nötig, wenn die Keimlinge untereinander konkurrieren.

Wichtig ist außerdem zu wissen, dass der Anbauzeitpunkt und die Bestandsdichte kaum einen Einfluss auf den Inhaltsstoffgehalt der Wurzel haben.

Krankheiten und Schädlinge

Wie fast alle Pflanzen ist auch der Baldrian für einen Schädlingsbefall und für Krankheiten empfänglich.

Vor allem Blattläuse können dem Baldrian schaden. Sie fügen den Blättern des Baldrians Saugschäden zu, sind aber nur bekämpfungswürdig, wenn sie die Samenbestände gefährden.

Vor allem gegen Ende des Sommers wurde ein Mehltaubefall oder der Befall von falschem Mehltau (Peronospora) beobachtet. Beides sind Pilzkrankheiten, die beispielsweise mit Kupfer bekämpft werden können. Zudem hat gebeiztes Saatgut Vorteile um einer Welke vorzubeugen, die im zweiten Kulturjahr auftreten kann. Eine nachträgliche Bekämpfung der Welke ist bis heute nicht möglich. Daher sollte vorbeugend nur gebeiztes Saatgut verwendend werden.

Anzeige

Erfahrungsberichte zu Baldrian

Fragen zu Baldrian

Tipps zu Baldrian

Anzeige