Anzeige
Anzeige

Sie kennen uns vielleicht auch aus:

Baldrian – Valeriana officinalis

Baldrian – Valeriana officinalis

Gegen Schlaflosigkeit ist ein Kraut gewachsen

Schon vor über 1000 Jahren war der Baldrian (Valeriana officinalis) in Deutschland und Europa eine geschätzte Heilpflanze und ist es bis heute. Wohl auch wegen ihres eigentümlichen, oft als unangenehm empfundenen Geruchs wurde die Pflanze bis in die Neuzeit hinein nicht nur medizinisch angewendet – auch mystische Wirkungen sagte man ihr nach. 

Wissenswertes zu Baldrian

Dank seines durchdringenden Dufts kann der Baldrian leicht identifiziert werden. Er gehört zu den ältesten genutzten Heilpflanzen und ist in Europa und in gemäßigten Zonen Asiens heimisch. Dass es sich bei ihm um eine sehr alte Arzneipflanze handelt, lässt sich von ihrem Gattungsnamen „Valeriana“ und vom Beinamen des Baldrians „officinalis“ ableiten. Das lateinische Wort valere bedeutet so viel wie gesund sein. Der Beiname „Offizin“ ist ein altes Wort für den Verkaufsraum einer Apotheke. Officinalis bedeutet daher: in Apotheken verwendet.

Wohl auch wegen seiner langen Tradition in Deutschland hat die Pflanze hierzulande viele Namen und wird auch als Katzenkraut, Hextenkraut, Mondwurzel, Stinkwurz und Balderjan bezeichnet.

Heute wird der wild wachsende Baldrian nur noch für den privaten Gebrauch gesammelt. Für medizinische Zwecke wird er vor allem in Mittel- und Osteuropa, aber auch in England, Frankreich, Japan und in den USA in großen Mengen kultiviert. Baldrian wächst bevorzugt auf feuchten und schattigen Standorten.

Botanik des Baldrian

Der Baldrian ist eine zwei- bis mehrjährige Pflanze, die zur Familie der Baldriangewächse (Velerianaceae) gehört. Zwischen 0,5 bis 1,7 Meter hoch kann diese Pflanze mit ihrem aufrechten und gefurchten Stängel wachsen. Unten ist der Stängel behaart, oben kahl. Die Blätter stehen im ersten Jahr buschig. Sie sind unpaarig gefiedert. Spätestens im zweiten Jahr bilden sich die ersten Blütentriebe. Die Blütchen sind weiß bis rosa, in Trugdolden vereint und verströmen den charakteristischen Geruch der Pflanze. Aus den Blüten entwickeln sich die kleinen, gelblich-braunen Früchte, die etwa 3 Millimeter lang und circa 1,4 Millimeter breit sind.

Die Wurzeln des Baldrians gehen von einem kurzen, vertikalen, graubraunen Wurzelstock (Rhizom) aus und werden bis zu 20 Zentimeter lang und 2 bis 5 Millimeter dick.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe des Baldrian

Medizinisch wird die getrocknete und geschnittene Wurzel des Baldrian verwendet. In der Pharmazie und Medizin spricht man von Valerinanae radix, was in der Übersetzung Baldrianwurzel bedeutet. Die Qualität der Baldrianwurzel wird durch das europäische Arzneibuch (Ph.Eur.) geregelt.

Die Inhaltsstoffe der Baldrianwurzel sind verschieden. Zu ihnen gehören: ätherische Öle (0,2 bis 1,0 Prozent), Iridoide (Valepotriate), Sesquiterpene (u.a. Valerensäure), Pyridinalkaloide, Lignane, Flavonoide und Kaffesäurederivate.

Medizinische Wirkungen

Die Baldrianwurzel ist medizinisch vor allem wegen ihrer beruhigenden und einschlaffördernden Wirkung von Bedeutung. Sie wirkt nachweislich gegen Nervosität und Schlafstörungen. Bei langfristiger Anwendung konnte der Wurzel zudem eine Verbesserung der Schlafqualität durch weniger nächtliches Aufwachen und ein verbessertes psychisches Wohlbefinden während des Tages nachgewiesen werden.

Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte empfiehlt die Baldrianwurzel „bei Unruhezuständen und nervös bedingten Einschlafstörungen.“

Geschrieben von Redaktion 15.05.2014
Geschrieben von Redaktion 15.05.2014
Anzeige

News zu Baldrian – Valeriana officinalis

Prof. Robert Fürst ist der neue Chef am Institut für pharmazeutische Biologie in Frankfurt. Der Nachfolger des deutschlandweit bekannten Prof. Theo Dingermann möchte die Forschung auf dem Gebiet der Phytotherapie vorantreiben. Pflanzli
Alle anzeigen

Studien zu Baldrian – Valeriana officinalis

Studientitel
Effect of a fixed valerian-Hop extract combination (Ze 91019) on sleep polygraphy in patients with non-organic insomnia: a pilot study (und weitere 1 Studie)
Jahr
2000, 1998
Kurzinfo
Eine Reihe von Forschungsgruppen hat untersucht, wie wirksam der Doppelpack aus diesen beiden Pflanzen wirklich ist. Die Extrakte der Baldrianwurzel werden seit alters her zur Behandlung von Krankheiten  Mehr...wie z.b. Schlafstörungen genutzt. Häufig vermischte man sie schon damals mit anderen Heilpflanzen, wie etwa Hopfen oder Melisse, um eine noch wirkungsvollere Arznei zu erhalten. Hopfen selbst hat als Mittel gegen Nervosität, depressive Verstimmung und Schlafstörungen ganzen Generationen geholfen. Auch heute noch sind Kombinationspräparate aus Baldrian und Hopfen beliebt und werden von zahlreichen Personen wegen ihrer lindernden Wirkung sehr geschätzt.
Alle anzeigen