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Anis – Pimpinella anisum

Anis – Pimpinella anisum

Heil- und Gewürzpflanze mit Geschichte

Duftende ätherische Öle – dafür stehen die Früchte des Anis. Ihr Geruch macht Appetit und verschafft Linderung bei Schnupfen, das wussten schon die Menschen in der Antike und das weiß auch die Medizin der Gegenwart. Der Anis ist die amtierende Heilpflanze des Jahres 2014.

Wobei hilft Anis?

Anisfrüchte und das Anisöl gehören in Europa zu den ältesten pflanzlichen Arzneimitteln, die in Verbindung mit Verdauungsbeschwerden eingesetzt werden. Durch ihre verdauungsfördernden und blähungstreibenden Wirkungen eignen sie sich daher gut bei Magen-Darmbeschwerden. Allerdings können die Inhaltsstoffe auch krampflösend, auswurffördernd und schleimlösend wirken. Beide Wirkstoffe eignen sich daher auch beiErkältungskrankheiten.

Die Kommission E des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte sowie der europäische Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP) empfehlen Anisfrüchte und Anisöl zur „innerlichen Anwendung bei dyspeptischen Beschwerden und Katarrhen des Respirationstraktes und der äußerlichen Verwendung bei Katarrhen des Respirationstraktes.“

Wissenswertes zu Anis

Die Anispflanze (Pimpinella anisum) wuchs ursprünglich in Syrien und Ägypten sowie auf den griechischen Inseln. Sie war schon immer eine beliebte Gewürzpflanze, wurde aber seit Alters her auch als Arzneipflanze eingesetzt. Schon in medizinischen Rezeptsammlungen aus dem alten Ägypten wird der Anis erwähnt. Auch die alten Römer und Griechen schätzten seine Früchte im Brot und in Festtagskuchen. Sie schrieben dem Anis vor allem eine verdauungsfördernde Wirkung zu. Nach Deutschland kam die Pflanze wahrscheinlich durch Benediktinermönche über die Alpen zurzeit Karls des Großen im 8. Jahrhundert und wurde seitdem in Klostergärten angebaut. Weil der Anis eine so lange Tradition besitzt, hat er auch viele Namen: Aneis, Änes, kleiner Kümmel, süßer Kümmel, süßer Fenchel, Brotsamen, Enes und römischer Fenchel.

Heute ist der Anis nicht nur als Heil- und Gewürzpflanze bekannt – sein ätherisches Öl wird auch gerne in hochprozentigen Schnäpsen eingesetzt: Bei den Griechen ist es der Ouzo, bei den Franzogen der Pastis, bei den Türken der Raki und bei den Italienern der Sambucco. Aber auch in der deutschen Küche und in Bäckereien sind Anisfrüchte als Gewürz nicht wegzudenken. Besonders zur Weihnachtszeit werden Anisfrüchte in Printen und Kekse eingebacken. Sie finden aber auch beispielsweise zum Verfeinern von Suppen, Soßen, Fisch-, Fleisch- und Gemüsegerichten ihren Einsatz.
Eine Besonderheit bietet Anis aus Malta und Süditalien. Die großen, besonders schmackhaften Anisfrüchte dieser Regionen kommen gezuckert als Puglieser Anis in den Handel – ein tolles Mitbringsel von der nächsten Reise!

Botanik der Anispflanze

Die einjährige Anispflanze gehört zu der Familie der Doldenblütengewächse (Apiaceae). Die Pflanzen wachsen etwa 30 bis 50 cm hoch. Ihre unteren Laubblätter sind gestielt, besitzen eine rundlich-nierenförmige Form, sind ungeteilt, gezähnt bis leicht gelappt. Nach oben hin werden die Blätter zunehmend fiederschnittig und sitzen direkt an ihrem zarten Stängel. Der Stängel ist aufrecht, gerillt und zur Blüte hin ästig. Die Wurzeln der Anispflanze sind dünn und spindelförmig.

Die zahlreichen kleinen, weißen Blüten sind in Doppeldolden angeordnet (7- bis 17-strahlig). Sie blühen zwischen Juli und August. Die daraus entstehende Frucht ist flaumig, eiförmig bis länglich und erreicht eine Länge zwischen 3 bis 5 mm. Auf ihrer Oberfläche besitzen sie hellere, etwas kantig hervortretende Rippen.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe des Anis

Die medizinischen Wirkstoffe des Anis sind seine Früchte das darin enthaltene ätherische Öl. In der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache werden Anisfrüchte als Anisi fructus bezeichnet und das Anisöl als Anisi aetheroleum. Die Qualität beider Wirkstoffe ist im Europäischen Arzneibuch (PhEur) festgelegt.

Anisfrüchte setzten sich aus verschiedenen Inhaltstoffen zusammen: ätherische Öle 1,5 bis 5 % (vor allem trans-Anethol), fettes Öl, Proteine, mineralische Bestandteile, Flavonoide und Phenolcarbonsäuren.
Anisöl besteht aus ätherischen Ölen. Es kann aus den Früchten der Anispflanze (Pimpinella anisum) oder aus den Früchten des Sternanis (Illicium verum) durch Wasserdampfdestillation gewonnen werden. Es besteht zu 80 bis 95 % aus trans-Anethol.

Geschrieben von Redaktion 10.03.2014
Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann
Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 10.03.2014
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