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Andornkraut – Marrubii herba

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Andornkraut – Marrubii herba

Traditionell und hilfreich bei Verdauungsbeschwerden sowie Atemwegsproblemen

Andornkraut besteht aus den frischen oder getrockneten Blättern, Stängeln und Blüten des Andorn. Es wird als schleimlösendes Mittel bei der Behandlung von Erkältungskrankheiten verwendet. Seine Inhaltsstoffe wirken unter anderem auswurffördernd bei festsitzendem Husten.

Außerdem enthält Andornkraut Komponenten, die zur Behandlung von Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden nachweislich hilfreich sind.

Auf einen Blick:

Andornkraut

  • Wirkt: appetitanregend, anregend auf die Magen- und Gallensaftbildung, auswurffördernd
  • Kann eingesetzt werden: bei Appetitlosigkeit, gegen Störungen im Verdauungstrakt, bei Atemwegserkrankungen

Inhaltsstoffe des Andornkrauts

Im Andornkraut sind mehrere Substanzgruppen von pharmazeutischem Interesse. Dazu gehören Bitterstoffe, Gerbstoffe und ätherische Öle. Bitterstoffe, mit ihrer Hauptkomponente, dem Marrubiin, wirken auf reflektorischem Weg appetitsteigernd und verdauungsfördernd. Unterstützt werden die Bitterstoffe von Gerbstoffen, die Störungen im Verdauungstrakt lindern können. Auch die ätherischen Öle, sollen an der Wirkung auf den Verdauungstrakt beteiligt sein, vorrangig aber auswurffördernde Eigenschaften bei fest sitzendem Husten entfalten können.

Anwendung bei Appetitlosigkeit

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Förderend auf die Speichelbildung

Die meisten Heilpflanzen, die verdauungsfördernd wirken, zeigen gleichzeitig appetitanregende Effekte. Dies ist auch beim Andornkraut der Fall, wobei dieser Mechanismus eher „Mittel zum Zweck“ ist, da die Verdauung bereits im Mund beginnt.

Andornkraut-Extrakte schmecken bitter und lösen damit reflexiv die Speichelproduktion im Mund aus, ohne dabei ungezügelte Hungergefühle zu entwickeln.

Im Speichel befinden sich einerseits Enzyme, die Zuckerverbindungen (Kohlenhydrate) spalten können (α-Amylase) und Schleimstoffe (Muzine), die die Nahrung besser gleitfähig machen. Die Bitterstoffe der Andornkraut-Extrakte bewirken vielmehr, dass ein natürliches Gleichgewicht zwischen der Produktion von Verdauungssäften und der Nahrungsaufnahme geschaffen wird. Der appetitanregende Charakter des Wirkstoffes ist also Teil der verdauungsfördernden Wirkung.

Anwendung bei Störungen im Verdauungstrakt

Verdauungsfördernd auf den Magen-Darmtrakt

Für die Wirkung auf den Verdauungstrakt bei Verdauungsbeschwerden sind in erster Linie Bitter- und Gerbstoffe im Andornkraut-Extrakt zuständig. Während die Bitterstoffe verdauungsfördernd wirken, erfüllen die Gerbstoffe überwiegend einen Schutzeffekt.

In Tierversuchen konnte festgestellt werden, dass Andornkraut-Extrakte eine galleflussfördernde Wirkung besitzt. Diese Wirkung wird einerseits auf reflektorischem Weg ausgelöst, beruht aber vor allem auf der Substanz Marrubiinsäure, die aus dem Bitterstoff Marrubiin entsteht, und die Gallensaftproduktion steigern kann. Außerdem soll der Andornkraut-Extrakt zu einer Erschlaffung des Muskels führen, der die Einmündung des Gallenganges in den Dünndarm verschließt. Dadurch kann der Gallensaft besser abfließen.

Weiterhin enthalten Andornkraut-Extrakte reichlich Gerbstoffe (5 bis 7%). Sie können durch ihre zusammenziehende Wirkung auf die Darmschleimhaut schützend und beruhigend wirken sowie Durchfällen vorbeugen.

Anwendung bei Atemwegserkrankungen

Löst festen Bronchialschleim

Der Gehalt an ätherischen Ölen ist in im Andorn im Vergleich zu anderen Heilpflanzen, z.B. Eukalyptusblätter oder Fenchelfrüchte, mit einem durchschnittlichem Gehalt von 0,05 bis 0,06% vergleichsweise gering. Dennoch sollen Andornkraut-Extrakte eine wirkungsvolle therapeutische Unterstützung bei Atemwegserkrankungen liefern und werden sogar im Arzneimittelgesetz (AMG § 109a) für diesen Anwendungsbereich benannt. Vor allem bei festsitzendem Husten ist das Kraut des Andorn besonders wertvoll. Sie verflüssigen zähen Bronchialschleim (expektorierende Wirkung), der in Folge leichter abtransportiert und abgehustet werden kann.

Als besonders positiv hervorzuheben ist, dass Andorn die Verdauung nicht belastet, sondern den Magen-Darmtrakt wegen der enthaltenen Gerbstoffe zusätzlich schützen können. Daher dürfte Andornkraut vor allem bei Personen mit empfindlichem Magen ein gut verträglicher, hilfreicher Schleimlöser darstellen.

Andornkraut

Darreichungsform und Dosierung des Andornkrauts

Tee

Bei Verdauungsbeschwerden und bei festsitzendem Husten ist ein Tee aus Andornkraut besonders bei empfindlichem Magen gut geeignet. Übergießen Sie 1 Teelöffel (1 g) des Andornkrauts mit 1 Tasse (150 ml) heißen Wassers. Lassen Sie den Tee 5 bis 10 Minuten ziehen und filtern Sie das Kraut anschließend ab.

Dosierung

Trinken Sie den Andornkrauttee 3-mal täglich etwa ½ Stunde vor den Mahlzeiten.

Andornkraut

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (Tagesdosis 4,5 g) des Andornkrauts nicht bekannt.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben, bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus Andornkraut sind als Fertigarzneimittel in Form von Tropfen (traditionelles Arzneimittel) erhältlich. Getrocknetes Andornkraut erhalten Sie in entsprechender Qualität in Ihrer Apotheke. Darüber hinaus ist Andornkraut in Form von Saft erhältlich.

Andornkraut wirkt appetitfördernd, verdauungssteigernd und schleimlösend bei festsitzendem Husten. Der Wirkstoff eignet sich daher sowohl zum Einsatz bei Appetitmangel und Störungen im Magen-Darmtrakt sowie Atemwegsbeschwerden mit Husten.

In der Volksmedizin wird Andornkraut bei chronischen Atemwegserkrankungen und Asthma sowie als Gurgellösung bei Mund- und Rachenentzündungen eingesetzt.

Foto: Wikipedia©Eugene-Zelenko

Quellen:
  • Bühring U: Praxis-Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. 2. Auflage, Stuttgart 2009
Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann
Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 04.07.2014
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Die Angaben sind ausschließlich zu Informations­zwecken bestimmt und stellen keine Kauf- oder Anwendungs­empfehlung dar. Diese Informationen ersetzen auch nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.

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