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Andorn – Marrubium vulgare

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Andorn – Marrubium vulgare

Früher bei Kopfweh – heute bei Verdauungsbeschwerden und Husten

„Den Andorn als Salbe gebraucht, lindert den Kopfschmerz“, heißt es in den Schriften der Heiligen Hildegard von Bingen im 12. Jahrhundert. Die Äbtissin empfiehlt die Kopfwehsalbe aus drei Teilen Andorn, denen je ein Teil Majoran, Fenchel und Salbei beigeben wird, herzustellen. Unter Zusatz von Fett entstand eine Salbe, mit der man sich den Kopf einreiben sollte.

Wogegen hilft Andorn?

Andornkraut wird medizinisch als Mittel bei Erkältungskrankheiten, vor allem als Schleimlöser (Husten) eingesetzt. Außerdem wirkt es nachweislich gegen Appetitlosigkeit und ist hilfreich zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden. Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte und der europäische Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP) befürworten die therapeutische Anwendung des Andornkrauts „bei Appetitlosigkeit, dyspeptischen Beschwerden und bei Katarrhen der Luftwege.“

Wissenswertes über den Andorn

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Der Andorn wurde von der Heiligen Hildegard neben der Behandlung von Kopfschmerzen auch bei Erkältungskrankheiten eingesetzt.

Überhaupt gilt der Andorn als eine Heilpflanze, die seit Jahrtausenden medizinisch eingesetzt wird. Die Römer benutzten ihn bereits – und auch der im ersten Jahrhundert lebende Schriftsteller Aulus Cornelius Celsus berichtet in seinen berühmten medizinischen Werken davon.

Im Mittelalter galt der Andorn – wie viele andere Heilpflanzen auch – als sogenanntes „hexenwidriges Kraut“. Weil die Menschen der Pflanze auch das Vertreiben von „bösen Geistern“ zutrauten, gab man den Andorn Wöchnerinnen. In einem alten Kräuterbuch heißt es: „Andorn eröffnet die verstopfte Leber, Milz und Mutter; hilft den Frauen in Kindesnöten, auch so sie nach der Geburt nicht wohl gereinigt werden, denen treibst ihr Zeit und Bürdle…“

Heute trifft man den Andorn in Deutschland an Wegen, alten Mauern und Zäunen sowie auf steinigen Hängen in südlichen Gebieten an. In manchen Gegenden nennt man ihn auch Mutterkraut, Mariennessel, Berghopfen, weißer Dorant, Helfkraut, Gottvergessen oder Weißleuchtkraut.

Zu den Heilwirkungen des Andorns liegen nicht sehr viele wissenschaftliche Untersuchungen vor. Durch die lange Erfahrung, die die Menschen mit der Pflanze gesammelt haben, ist ihr Platz in der modernen Heilpflanzenkunde jedoch berechtigt, und sie ist ein offiziell anerkanntes pflanzliches Arzneimittel.

Botanik des Andorns

Der Andorn ist eine mehrjährige, krautige Pflanze aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Er hat eine spindelige Wurzel und vierkantige, weißfilzig behaarte Stängel, die 40 bis 70 cm hoch werden können. Seine wechselständigen Blätter sind runzelig, oval und an den Rändern leicht gezähnt. Die weißen, kleinen Lippenblüten gliedern sich als Blütenkranz um die Blätter auf unterschiedlichen Ebenen herum. Der Andorn blüht zwischen Juni und September und verströmt während dieser Zeit einen apfelartigen Duft. Nach der Blüte entwickeln sich die Andornfrüchte, die in je vier Klausen vorkommen.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe des Andorns

Als medizinischer Wirkstoff wird das Kraut des Andorns eingesetzt. Es besteht aus den oberirdischen Bestandteilen der Pflanze und wird entweder frisch oder getrocknet eingesetzt. Andornkraut heißt in der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache Marrubii herba. Anforderungen an die Qualität des Andornkrauts sind im Europäischen Arzneibuch (PhEur) geregelt, wozu auch die Inhaltsstoffe gehören.

Andornkraut enthält reichlich Bitterstoffe, vor allem Marrubiin, aber auch Gerbstoffe, Schleimstoffe und ätherische Öle.

Foto: Wikipedia©Eugene-Zelenko

Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann
Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 26.08.2014
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   Präparate mit dieser Heilpflanze:
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Die Angaben sind ausschließlich zu Informations­zwecken bestimmt und stellen keine Kauf- oder Anwendungs­empfehlung dar. Diese Informationen ersetzen auch nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.