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Amerikanischer Faulbaum – Rhamnus purshiana (Syn. Frangula purshiana)

Amerikanischer Faulbaum – Rhamnus purshiana (Syn. Frangula purshiana)

Heilpflanze der Indianer Nordamerikas

In seiner nordamerikanischen Heimat wussten die indianischen Heiler den Amerikanischen Faulbaum schon lange zu schätzen. Allerdings lag ihr Hauptaugenmerk bei dem Einsatz des Amerikanischen Faulbaums auf der Anwendung bei Gicht und gegen Zahnschmerzen.

Wissenswertes über den Amerikanischen Faulbaum

In Deutschland sind zwei verschiedene Faulbaumarten als medizinische Wirkstoffe zugelassen. Dazu gehört der einheimische Faulbaum (Link zu http://www.docjones.de/wirkstoffe/faulbaum), der die wissenschaftliche Bezeichnung Rhamnus frangula trägt, und der Amerikanische Faulbaum (Rhamnus purshiana). Beide Faulbaumarten ähneln sich in ihrem Aussehen und haben nahezu identische medizinische Eigenschaften.

Der Amerikanische Faulbaum wächst jedoch auf dem nordamerikanischen Kontinent und wird vor allem an der Pazifikküste der USA und Kanadas gezüchtet. Aber auch in Ostafrika wird der meist strauchartige Faulbaum angebaut. Bemerkenswert ist, dass die Indianer Nordamerikas die Amerikanische Faulbaumrinde bei Zahnschmerzen kauten. Nach heutigem Kenntnisstand müssen die Menschen anschließend an schrecklichen Nebenwirkungen gelitten haben. Die frische Rinde wirkt nämlich brechreizauslösend und kann in schlimmen Fällen sogar Brechdurchfälle, heftige Darmkrämpfe, blutige Durchfälle und Nierenreizungen bewirken!

Zusammen mit den Blätter und der Rinde der Birke wurde die Amerikanische Faulbaumrinde zudem bei Gicht eingesetzt. Auch diese Anwendung dürfte nicht problemlos an den Menschen vorübergegangen sein, wobei der nachweislich entwässernde Effekt der Birkenblätter und die beweisbar abführende Wirkung der Amerikanischen Faulbaumrinde tatsächlich den Harnsäurespiegel von Gichtkranken gesenkt haben könnte.

Botanik des Amerikanischen Faulbaums

Der Amerikanische Faulbaum tritt meist als Strauch auf, seltener als ein Baum. Er wächst zwischen 6 und 10 Metern hoch und gehört zu der Familie der Kreuzdorngewächse (Rhamnachae). Die jungen verzweigten Triebe des Amerikanischen Faulbaums sind graufilzig behaart. Seine gestielten Laubblätter sind von sattgrüner Farbe, oberseits meist glänzend. Sie werden bis zu 17 cm lang und 7 cm breit und sind von eiförmiger Gestalt, am Grunde leicht verschmälert.

In den Blattachseln befinden sich die vielblütigen gelblich-weißen Blüten, die in Trauben angeordnet sind. Die Kelchblätter überragen hierbei die Kronblätter. Aus ihnen entwickelt sich nach der Blütezeit die runde schwarze oder dunkelpurpurfarbende Frucht, in der sich ebenfalls schwarze eiförmige Samen befinden.

Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe des Amerikanischen Faulbaums

Das medizinisch verwendete Pflanzenteil des Amerikanischen Faulbaums ist die getrocknete Rinde der Stämme und Zweige. Der Wirkstoff wird zumeist als Cascararinde bezeichnet (hier ebenfalls verwandt), aber auch als Amerikanische Faulbaumrinde. Die Cascararinde muss nach der Ernte für mindestens 1 Jahr gelagert werden. Bei vorzeitiger Anwendung bewirkt die Rinde beim Menschen einen heftigen Brechreiz.

In der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache wird die Cascararinde als Rhamni purshianae cortex bezeichnet. Die Qualitätsanforderungen der Cascararinde sind im Europäischen Arnzeibuch (PhEur) festgelegt. Die Cascararinde ist reich an Anthracenderivaten (8 bis 10%), die auch als Anthranoide bezeichnet werden. Bei den Hauptkomponenten handelt es sich um Cascarosid A und B.

Medizinische Wirkungen

Die Cascararinde ist ein wirksames und effektives Abführmittel. Sie kann kurzzeitig bei Verstopfung eingesetzt werden, eignet sich aber vor allem dann zum Einsatz, wenn eine zuverlässige Darmentleerung nötig ist, z.B. vor medizinischen Darmuntersuchungen oder wenn ein weicher Stuhl erwünscht ist, z.B. bei Hämorrhoiden.

Die Kommission E des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte und der europäische Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP) befürworten die Anwendung von Cascararinden-Extrakten „bei Obstipation.“

Geschrieben von Redaktion 26.08.2014
Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann
Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 26.08.2014
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