Afrikanische Teufelskralle – Harpagophytum procumbens

Wüstenpflanze mit wertvollen Eigenschaften
Die Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) ist eine erstaunliche Pflanze: in ihrer Heimat den Steppengebieten der Kalahari-Wüste in Namibia und Südafrika erreichen ihre flachen Triebe eine Länge von bis zu 1,5 m. Dort wird sie seit alters her als Arzneipflanze geschätzt.
Wissenswertes zur Afrikanischen Teufelskralle
In Namibia und in Südafrika hat der Einsatz der Teufelskralle eine lange Tradition. In Deutschland erfuhr man von dieser Pflanze erst während des 1. Weltkrieges, als Soldaten die beeindruckende Pflanze nach Deutschland einführten. Eindrucksvoll ist die Teufelskralle in der Tat. Ihr weit verzweigtes Wurzelsystem, das tief unter die Erde reicht und ihre langen, flachen Triebe sichern der Pflanze das Überleben in ihrem trocken und oft feindlichen Lebensraum. Denn durch eine große Oberfläche können aus dem Boden viel mehr Nährstoffe aufgenommen und weitergeführt werden, als bei einer Kleinen. Die zahlreichen Wurzeln versorgen daher die Triebe optimal.
Ihr deutscher Name leitet sich von der griechischen Bezeichnung „harpagos“ (Enterhaken) ab. Denn nach der Befruchtung bilden die Früchte der Pflanze, die stark verholzen, Widerhaken, die sich krallenförmig auseinander spreizen. Beim hineintreten in diese Widerhaken kann es sogar zu schwerwiegenden Infektionen kommen. Wegen ihrer medizinischen Wirkungen ist die Teufelskralle heute weltweit beliebt, was leider keinen Vorteil für die Pflanze bedeutet. Denn bis heute werden zumeist Wildbestände der Pflanze geerntet und exportiert.
Da medizinisch die Wurzel der Pflanze benötigt wird, hat dies zur Folge, dass ihr Wildvorkommen in den letzten 10 Jahren stark dezimiert wurde. Inzwischen gibt es jedoch auch zahlreiche Projekte, in denen die Teufelskralle beispielsweise in Gärtnereien kultiviert wird.
Botanik der Afrikanischen Teufelskralle
Die Teufelskralle ist eine krautige Pflanze, die zu der Familie der Sesamgewächse (Pedaliaceae) gehört. Ihrem verzweigten Wurzelsystem entspringen zahlreiche, lange und flache Triebe, die in sich wiederum verzweigt sind. Die Blätter sind gestielt und tief gelappt. Sie sind zumeist gegenständig, an den Enden der Sprossen auch oft wechselständig. An kurzen Stielen sitzen die bis zu 6 cm langen rosa bis violetten Blüten, aus denen sich nach der Befruchtung die holzig werdenden Früchte entwickeln
Verwendete Pflanzenteile und Inhaltsstoffe der Afrikanischen Teufelskralle
Für medizinische Zwecke werden die geschnitten, knolligen und getrockneten Wurzeln der Teufelskralle eingesetzt. In der pharmazeutischen oder medizinischen Sprache heißt die Teufelskrallenwurzel Harpagophyti radix, deren Qualität im Europäischen Arzneibuch (Ph.Eur.) festgelegt wurde. Die Inhaltsstoffe der Teufelskrallenwurzel sind eine Mischung aus Bitterstoffen (hier Iridoide), Phenylethanolderivate, Harpagochinon, Flavonoide und Oligosaccharide.
Medizinische Wirkungen
Die Teufelskrallenwurzel ist sowohl für die Verdauung als auch für den Bewegungsapparat von medizinischer Bedeutung, den sie wirkt nachweißlich appetitanregend und bei Verdauungsbeschwerden (dyspeptische Beschwerden). Auch bei entzündlichen rheumatischen Beschwerden und Gelenkverschleiß erzielt die Anwendung mit Teufelskrallenwurzel-Extrakten eine Verbesserung.
Die Kommission E des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte empfiehlt die Teufelskrallenwurzel „bei Appetitlosigkeit und dyspeptischen Beschwerden sowie als adjuvant bei degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparates.“ (adjuvant: unterstüzend)
Foto: © Secrétariat CITES Henri pidoux