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Schachtelhalmkraut/Zinnkraut – Equiseti herba

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Schachtelhalmkraut/Zinnkraut – Equiseti herba

Der Schachtelhalm: Multitalent mit intensiver Wirkung

Der medizinische Wirkstoff des Schachtelhalms (bzw. Ackerschachtelhalm: Equisetum arvense) ist sein Kraut (Equiseti herba). Schachtelhalmkraut besteht genaugenommen aus den im Sommer geernteten Sprossen der Pflanze und kann vielfältig angewendet werden. Manchmal wird es auch Zinnkraut oder Acker-Zinnkraut genannt. Zum einen wird der Wirkstoff bei Ödemen eingesetzt, die durch Inaktivität oder Durchblutungsveränderung entstehen. Darüber hinaus wirkt es bei Harnwegsinfekten nachweislich durchspülend und nützt bei Nierengrieß. Äußerlich eingesetzt kann der Schachtelhalm die Wundheilung fördern.

Auf einen Blick:

Schachtelhalmkraut

  • Wirkt: leicht entwässernd, bindegewebsfestigend, anregend auf den Hautstoffwechsel
  • Kann innerlich eingesetzt werden: bei Ödemen, bei entzündlichen Harnwegserkrankungen, gegen Nierengrieß
  • Kann äußerlich eingesetzt werden: zur Wundheilungsförderung

Inhaltsstoffe des Schachtelhalmkrauts

Fast alle im Schachtelhalmkraut enthaltenen Inhaltsstoffe sind mehr oder weniger stark an der Wirkung der Heilpflanze beteiligt. Die wichtigsten Komponenten sind Kieselsäure, Flavonoide und Kaffeesäureester. Außerdem enthält der Schachtelhalm wichtige Mineralien wie Kalium, Kalzium, Eisen, Mangan und Magnesium.

Die Flavonoide, das sind pflanzliche Farbstoffe mit antibakteriellen und entzündungshemmenden Effekten, sind zusammen mit Kaffeesäureestern an der entwässernden Wirkung des Schachtelhalms beteiligt.

Die bindegewebsfestigende Wirkung geht indes vorrangig auf die Kieselsäure zurück. Ihr Anteil kann im Schachtelhalmkraut bis zu 10 Prozent betragen. Zusammen mit den enthaltenen Flavonoiden bewirkt die Kieselsäure zusätzlich, dass ein zusammenziehender Effekt eintritt, der zu einer beschleunigten Wundheilung beitragen kann.

Wirkung bei Wassereinlagerungen (Ödeme)

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Festigung des Gewebes

Der Schachtelhalm bekleidet als Heilpflanze in vielerlei Hinsicht eine Sonderstellung. So auch bei der Anwendung seines Krauts bei Ödemen. Hier ist es vor allem die Kieselsäure, die sich für die Wirkung gegen Wassereinlagerungen verantwortlich zeigt, denn diese wirkt festigend auf das Bindegewebe.

Bei langem Sitzen oder Bettlägerigkeit kommt es häufig zu unerwünschten Wassereinlagerungen. In der Fachsprache wird von einem statischen Ödem gesprochen. Auch durch Unfälle können in Folge von Durchblutungsveränderungen Ödeme entstehen, weil sich die Gewebe nach schweren Schädigungen nur langsam erholen. Hier wird von einem posttraumatischen Ödem gesprochen.

Das Schachtelhalmkraut hilft deshalb gegen Wassereinlagerungen, da seine Inhaltsstoffe stabilisierend auf die Gewebe wirken und diese infolge verbesserter Elastizität größere Mengen Wasser speichern können.

Gegen Wassereinlagerungen, die durch schwache Venen oder eine Herzschwäche hervorgerufen werden, hilft es jedoch nicht.

Wirkung bei entzündeten Harnwegen

Durchspülend auf die ableitenden Harnorgane

Vor allem zwei Inhaltsstoffe sind an der durchspülenden und bakterienabtötenden Wirkung bei entzündeten Harnwegen beteiligt: Flavonoide und Kieselsäure. In der Durchspülungstherapie angewendet, sind die Effekte des Wirkstoffs im Vergleich zu etwa Brennnesselkraut oder Birkenblättern zwar geringer, dafür aber sehr viel milder. Es ist nachgewiesen, dass Schachtelhalmkraut dabei helfen kann, Bakterien auszuscheiden und das Entzündungsrisiko zu senken.

Das Ergebnis, das mit Schachtelhalmkraut in der Durchspülungstherapie im Vergleich beispielsweise zu Brennnesselkraut oder zu Birkenblättern erreicht werden kann, ist weniger stark, dafür aber sehr viel milder. Trotzdem reicht die Wirkung nachweislich aus, um lästige Bakterien auszuscheiden, und so auch das Entzündungsrisikio zu senken.

Das Besondere an der Wirkung dieser Inhaltsstoffe ist, dass sie zwar entwässernd wirken, dabei aber nicht den Elektrolythaushalt verändern. Dieser Effekt kommt nur sehr selten vor. In der Regel schwemmen entwässernde Heilpflanzen immer wichtige Elektrolyte wie Kalium oder Natrium mit aus. Zusätzlich wurde festgestellt, dass Schachtelhalmkraut auch die Harnsäureausscheidung im Blut beschleunigen kann und sich die Blutplasmazusammensetzung verbessert.

Wirkung bei Nierengrieß

Vorbeugen durch Entwässerung

Schon bei dem Verdacht auf Nierengrieß heißt es: trinken, trinken, trinken. Das ist besonders wichtig, wenn jemand beispielsweise regelmäßig Heparin oder viel Magnesium zu sich nimmt. Diese Stoffe können die Entstehung von Nierengrieß nämlich begünstigen. Nierengrieß ist die Vorstufe von Nierensteinen, gegen die das Schachtelhalmkraut durch seine leicht entwässernde Wirkung nützt. Zusammen mit einer Flüssigkeitsaufnahme von mindestens zwei Litern kann der Wirkstoff dazu beitragen, dass sich der Grieß gar nicht erst in den Nieren festsetzen kann. Da das Schachtelhalmkraut keinen negativen Einfluss auf den Elektrolythaushalt hat, kann es auch über längere Zeiträume angewendet werden.

Wirkung zur Wundheilungsförderung

Zusammenziehend bei schlecht heilenden Wunden

Der Wirkmechanismus bei äußerer Anwendung ist dem medizinischen Einsatz gegen Ödeme sehr ähnlich. Bei schlecht heilenden Wunden, die etwa durch ein Durchliegen (Dekubitis) entstehen oder bei juckenden Ekzemen, treten Kieselsäure und Flavonoide in Aktion. Sie bewirken, dass sich die geschädigte Hautstelle nach dem Kontakt mit dem Schachtelhalmkraut zusammenzieht. Es wirken sozusagen leicht kittend. Dadurch wird möglichen Krankheitserregern der Nährboden entzogen. In Folge können durch das Schachtelhalmkraut die Selbstheilungsprozesse der Haut in Gang gebracht und die Wundheilung gefördert werden.

Anwendung und Dosierung von Schachtelhalmkraut

Schachtelhalmsalbe
Bei schlecht heilenden Wunden kann eine Salbe mit Schachtelhalmkraut selbst hergestellt werden. Und das geht so...
Rezept
 

Zutaten

10 Gramm Schachtelhalmkraut, 120 Gramm wasserfestes Eucerin

So geht's

Zunächst muss ein Auszug hergestellt werden. Dafür überbrühen Sie das Schachtelhalmkraut mit einem Liter Wasser und lassen die Mischung zugedeckt 30 Minuten lang zugedeckt kochen, damit sich die Kieselsäure herauslösen kann. Anschließend sollte der Auszug 15 Minuten lang ruhen. Gießen Sie das Kraut nun ab. Langsam und unter stetem Rühren wird nun das Eucerin hinein gegeben, bis sich eine gleichmäßige Masse bildet. Füllen Sie die Salbe nun in ein Töpfchen ab und beschriften es.

Schachtelhalmtee
Zum Durchspülen der Harnwege und gegen Wassereinlagerungen kann ein Schachtelhalmtee ein hilfreiches Hausmittel sein.
Rezept
 

So geht's

Überbrühen Sie 1 Teelöffel (1,0 g) Schachtelhalmkraut mit 1 Tasse (150 ml) kochendem Wasser und lassen Sie den Tee 10 bis 15 Minuten lang zugedeckt ziehen. Sieben Sie das Kraut anschließend durch ein Teesieb ab.

Dosierung

Trinken Sie täglich 2 bis 3 Tassen Tee über den Tag verteilt.

Schachtelhalmkraut

Risiken und Nebenwirkungen

Bitte beachten Sie: Risiken und Nebenwirkungen sind bei der Anwendung von bestimmungsgemäßen Dosen (6 g) des Schachtelhalmkrauts nicht bekannt.

Allerdings ist die Heilpflanze zur Ausschwemmung von Wassereinlagerung als Folge eingeschränkter Herzleistung und Nierentätigkeit nicht geeignet.

Bitte dosieren Sie die Präparate wie in der Packungsbeilage angegeben bzw. wenden Sie die Dosierung an, die Ihr behandelnder Arzt verordnet hat.

Fertigarzneimittel

Extrakte aus Schachtelhalmkraut sind als Fertigarzneimittel in Form von Kapseln erhältlich. Weiterhin sind sie in Kombination mit anderen Heilpflanzen als Dragees, Tabletten, Tropfen und Flüssigkeit zum Einnehmen verfügbar. Außerdem erhalten Sie den Wirkstoff in getrockneter Form in Ihrer Apotheke.

Schachtelhalmkraut wirkt nachweislich mild entwässernd und stabilisierend auf Bindegewebe. Es wird bei Wassereinlagerungen, die durch zu langes sitzen oder liegen oder in Folge eines Unfalles entstehen, eingesetzt. Außerdem wirkt es nachweislich durchspülend bei entzündeten Harnwegen und nützt zur Vorbeugung von Nierengrieß. Äußerlich eingesetzt wirkt das Kraut nachweislich wundheilungsfördernd.

In der Volksmedizin wird Schachtelhalmkraut gegen Tuberkulose, Entzündungen de Blase und der Nieren, zur Blutstillung (auch Lungen- und Magenblutungen), bei rissigen Fingernägeln, Rheuma, Gicht, Knochenbrüchen und gegen Frostbeulen eingesetzt.

Quellen:
  • Jänicke CJ, Grünwald J, Brendler T: Handbuch Phytotherapie. Stuttgart 2003
 
Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann
Geschrieben von Dr. rer. medic. Nadine Berling-Aumann , Ökotrophologin
Zuletzt aktualisiert am 26.11.2014
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   Präparate mit dieser Heilpflanze:
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Die Angaben sind ausschließlich zu Informations­zwecken bestimmt und stellen keine Kauf- oder Anwendungs­empfehlung dar. Diese Informationen ersetzen auch nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.

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