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Untergewicht

Der BMI unter 18.5

Untergewicht entsteht dann, wenn dem Körper zu wenig Energie unterhalb des täglichen individuellen Energiebedarfs mit der Nahrung zugeführt wird. Der Organismus geht an seine Fettdepots um seinen Bedarf zu decken und der Anteil an Fettgewebe in Relation zur Muskelmasse reduziert sich. Bei einem BMI unter 18.5 besteht Untergewicht, unterhalb von 17.0 spricht man noch von moderatem Untergewicht, unterhalb von 16.0 besteht starkes Untergewicht mit Folgeschäden für den Organismus

Gewichtsabnahme kann gewollt und ungewollt passieren. Unser westliches Schönheitsideal verleitet vor allem junge Frauen zu immer strikteren Diäten und schlankeren Körperformen um als attraktiv zu gelten. Ein Model muss das Gewicht einer Magersüchtigen haben. Ungewollte Gewichtsabnahme kommt bei verschiedenen Krankheiten vor. Dazu gehören:

  • Durchfallerkrankungen (durch Krankheitserreger oder chronisch-entzündliche wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa)
  • Krebserkrankungen
    AIDS, Tuberkulose und andere chronisch verlaufende Infektionskrankheiten
    Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
  • Drogenmissbrauch, Medikamentennebenwirkungen (z.B. Asthma-Medikamente)

Magersucht (Anorexia nervosa)

Untergewicht kommt auch bei Essstörungen vor. Die häufigste Essstörung bei jungen Frauen ist die Magersucht. Dabei besteht ein BMI von mindestens unter 17.0.

0,3% aller deutschen 14-24 jährigen jungen Frauen (seltener Männer) leiden unter dieser schweren Krankheit, in dieser Altersgruppe ist die Magersucht die häufigste Todesursache. Viel dazu beigetragen hat sicher das von der Modewelt kreierte Schlankheitsideal des weiblichen Körpers.


Magersüchtige verursachen sich selbst durch Hungern, Abführmittel und exzessiven Sport einen starken Gewichtsverlust, empfinden sich als zu dick obwohl die Statur abgemagert ist und die Knochen hervortreten und haben Angst vor einer Gewichtszunahme.


Magersüchtige haben ein niedriges Selbstwertgefühl. Wie der lateinische Name der Krankheit „Anorexia nervosa“ aussagt, ist die Ursache eine psychische (mehr seelisch als „nervös“ bedingt) und in familiären Konflikten zu suchen, bis hin zu sexuellem Missbrauch in der Geschichte der jungen Mädchen. Durch das Untergewicht kommt es zu Stoffwechselstörungen mit Folgeschäden für Knochenaufbau, Haut und Fruchtbarkeit (es kann zu Amenorrhoe, dem Ausbleiben der Regelblutung kommen).


Bei schwerem Untergewicht kann eine Klinikeinweisung mit Gabe von Nahrung als Infusion nötig werden um das Verhungern zu vermeiden. Die psychische Behandlung und Gewichtsstabilisierung erfolgt in der Psychosomatik mittels Essstruktur, Gewichtszunahme und Psychotherapie.


Bulimie

Die Bulimie, auch Ess-Brechsucht genannt, ist eine weitere Essstörung die häufig bei jungen Frauen (und Männern) auftritt. Hierbei werden in unkontrollierbaren Fressattacken große Mengen an Nahrung aufgenommen, und wieder erbrochen. Das absichtlich herbeigeführte Erbrechen führt ebenfalls zu schweren Stoffwechselstörungen, die Ursache ist wie die Magersucht eine psychische. Dabei können Figur, Gewicht und der BMI jedoch normal sein. Auch hier ist eine längerfristige Psychotherapie mit einer Essstruktur nötig.

Gewichtszunahme

Um bei einer Gewichtsabnahme den BMI auf mindestens 18.5 zu normalisieren empfehlen sich:

  • Regelmäßige, häufige Mahlzeiten (3-5x/Tag)
  • Appetitanregende Gewürze wie Ingwer, Pfeffer und Curries verwenden
  • Hochkalorische Nahrung wie Sahne, Nüsse und Öle in Kombination mit Kohlehydrate (Backwaren, Teigwaren) zubereiten
  • Mit Freunden und in Gemeinschaft kochen und essen
Buchtipp:
  • „Essstörung - gesunde Ernährung wieder entdecken“ von G. Reich und S. Kröger (Trias Verlag Mai 2007)
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