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Übergewicht & Adipositas

Der BMI über 25 und über 30

Wenn der Energiegehalt der Nahrung den täglichen Energiebedarf übersteigt, so kann der Körper die zugeführte Energie nicht mehr verwerten und lagert Fette ein. Der BMI (Body-Mass-Index, Körpermasseindex) gibt Aussage über einen Gewichtsanstieg im Verhältnis zur Körpergröße von Erwachsenen (kg/m²).

  • Ab einem BMI über 25 besteht Übergewicht
  • Ab einem BMI über 30 besteht Adipositas (schweres Übergewicht, Fettleibigkeit)
  • Ab einem BMI über 40 spricht man von Adipositas mortale (tödlicher Fettleibigkeit)

Leichts Übergewicht mit einem BMI unter 30 ist nicht behandlungsbedürftig, Adipositas und eingelagertes Bauchfett ist Risikofaktor für die Entwicklung schwerer Krankheiten. Fettleibige sterben früher als Über- oder Normalgewichtige und eine Gewichtsreduktion ist in vielen Fällen die gesundheitspräventive Maßnahme Nummer eins.

Besonders in den Industrienationen, und dort in den unteren sozialen Schichten ist Übergewicht und Adipositas weitverbreitet. Zwei Drittel der deutschen Männer und mehr als die Hälfte der deutschen Frauen leidet an Übergewicht, 18% daraus sind von Adipositas betroffen mit einem BMI über 30. Mehr als 8% der deutschen Jungen und Mädchen sind bereits übergewichtig.

Ursachen von Übergewicht & Adipositas

Viele der Ursachen sind gesellschaftliche Faktoren:

  • Es steht ein Überangebot an hochkalorischer Nahrung zur Verfügung. Werbung für Süßwaren und Fertigprodukte verleitet zu immer mehr Konsum. Oft entwickelt sich daraus ein Befriedigungsverhalten, man isst nicht um den Energiebedarf zu decken, sondern um Frust zu kompensieren. Falsche Ernährungsgewohnheiten tragen dazu bei.
  • Mangelnde Bewegung und sitzende Tätigkeit am Schreibtisch, vor dem PC und dem Fernseher reduzieren den Kalorienbedarf und die Fettverbrennung.
  • Schlafmangel wirkt sich ebenfalls ungünstig auf die Fettverbrennung aus.
  • Negative Vorbilder und ein falsches Ernährungsangebot der Eltern für Kinder führen zunehmend zu Übergewicht im Kindes- und Jugendalter.

Eine Reihe anderer Risikofaktoren können hinzukommen:

  • Genetische (erbliche) Veranlagung
  • Stoffwechselstörungen (Schilddrüsenunterfunktion, Morbus Cushing)
  • Nebenwirkungen von Medikamenten wie Kortison, Antidepressiva, Antibabypille

Adipositas & Zivilisationskrankheiten

Fettleibige sind weniger belastbar, schwitzen schneller und entwickeln aufgrund der Gewichtsbelastung häufig Gelenkbeschwerden. Ein verringertes Selbstwertgefühl durch das nichterfüllten Schlankheitsideals unserer Gesellschaft kann bis in die Depression führen. Neben Tabakrauchen und übermäßigem Alkoholkonsum ist Adipositas der Risikofaktor für die Entwicklung vieler „Zivilisationskrankheiten“ – durch gesellschaftliche Faktoren bedingte Krankheiten. Dazu gehören:

  • Metabolisches Syndrom (gestörte Blutzuckerverwertung, Bluthochdruck, erhöhte Blutfette und bauchbetonte Adipositas) – das metabolische Syndrom ist an sich Risikofaktor für die Entwicklung vieler Folgekrankheiten.
  • Gefäßverkalkung und Bluthochdruck mit erhöhtem Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall
  • Herz- und Lungenerkrankungen
  • Diabetes (Zuckerkrankheit)
  • Arthrose (v.a. vorzeitiger Kniegelenkverschleiß)
  • Osteochondrosis (Wirbelsäulenverschleiß)
  • Erkrankungen der Gallenblase
  • Leberverfettung
  • Gicht
  • Dickdarmkrebs, Brustkrebs
  • Unfruchtbarkeit
  • Schlafapnoe-Syndrom (gestörter Schlaf durch Sauerstoffmangel aufgrund von herabgesetzter Atmung)

Binge-eating Störung

Diese Essstörung kommt bei adipösen (fettleibigen) Menschen vor und wird erst seit 1994 erforscht. Menschen mit einer Binge-eating Störung leiden an unkontrollierbaren Essattacken, in denen sie in kurzer Zeit viel hochkalorische Nahrung in sich hineinstopfen („binge“ kommt aus dem Englischen und bedeutet „Prasserei“). Anders als bei Bulimie, der Ess-Brechsucht, wird die Nahrung nicht wieder erbrochen, daraus resultiert eine starke Gewichtszunahme. Diese Menschen fühlen sich den Essattacken hilflos ausgeliefert, haben hinterher Schuldgefühle, können ihre Essstörung jedoch nicht allein behandeln. Sie brauchen eine Behandlung der Essstörung mit Essstruktur und psychotherapeutischer Hilfe.

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