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Wie die Naturheilkunde Ihrem Kind helfen kann

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Moderne Kräutermedizin in der Kinderheilkunde

Ob Fieber, Erkältung oder Bauchweh: Hat es den Nachwuchs erwischt, greifen Eltern gerne zu pflanzlichen Heilmitteln. Geht es um die Kinder, genießen pflanzliche Heilmittel gegenüber der Schulmedizin einen Sympathiebonus, da ihnen zu recht eine sanfte und nebenwirkungsarme Wirkung nachgesagt wird. 

Und Kinder auch bei Kindern steht die Kräutermedizin hoch im Kurs – so wird der pflanzliche Hustensirup oder Fiebertee meist dem Zäpfchen vorgezogen.

Tatsächlich kommt den Arzneipflanzen in der Kinderheilkunde ein hoher Stellenwert zu – nicht nur in der Selbstmedikation der Eltern für das Kind. Aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und sanften, aber effektiven Wirkung so mancher Heilkräuter werden pflanzliche Arzneimittel gern von naturheilkundlich erfahrenen Kinderärzten verordnet. Auf Vorlage eines Rezeptes können die Kosten einiger pflanzlicher Arzneimittel bei Kindern bis 12 Jahren von der Kasse erstattet werden.

Vor allem bei Erkältungskrankheiten, Magen-Darmbeschwerden, Nervosität und Schlafstörungen lässt sich mit pflanzlichen Wirkstoffen viel bewirken. Auch äußerlich angewandt sind Kräuter nützlich: Hautkrankheiten wie Neurodermitis, Windeldermatitis, Herpes, Insektenstiche und Wunden können mit Cremes, Salben und Bädern versorgt werden. Je nach Krankheitsbild empfiehlt sich der Einsatz pflanzlicher Wirkstoffe allein – oder unterstützend zur schulmedizinischen Behandlung.

Welche Grundregeln sollte man beachten?

In der Regel ist auf die kindlichen Selbstheilungskräfte, kombiniert mit Ruhe und einer Wärmflasche oder einer stärkenden Suppe, Verlass. Ohne das ärztliche Urteil sollte auf den Einsatz von Arzneimitteln möglichst verzichtet werden, egal ob pflanzlicher oder synthetischer Natur.

Auch bei Gabe pflanzlicher Medikamente muss auf eine kindgerechte Dosis geachtet werden! Man macht dies in der Kinderheilkunde bei Säuglingen in Bezug auf Körpergewicht, bei Kindern ab 2 Jahren in Bezug auf Körperoberfläche und Lebensalter. Eine Faustregel besagt, dass man Kinder von 6-9 Jahren die Hälfte, Kinder von 10 – 12 Jahren zwei Drittel der Dosis eines Erwachsenen geben darf.

Erste Wahl für Kinder sind Frischpflanzenpresssäfte, Sirups und Kräutertees. Bei Beuteltees sollten die Eltern auf die Qualität der Herstellung achten und Filterteemarken aus der Apotheke kaufen. Kräuterteerezepturen kann man sich in der Apotheke mischen lassen, diese haben garantierte Arzneibuchqualität. Fertigpräparate wie Tabletten, Dragees, Lutschpastillen und Frischpflanzenpresssäfte bekommt man hier ebenfalls sowie Inhalationsgeräte, Salben und Badezusätze.

Unschädlicher als gedacht sind alkoholische Tinkturen oder Kräuterweine für Kinder und Babys ab dem 8. Lebensmonat. Ein Glas Apfelsaft enthält in der Regel mehr Alkohol als 20 Tropfen einer Tinktur mit 45 Volumenprozent Alkohol. Doch wo es eine Alternative gibt, sollte man diese verwenden.

Auch sanfte Kräutermedizin kann Nebenwirkungen haben und Allergien auslösen. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Kind einen bestimmten Wirkstoff wirklich verträgt, hilft Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker gerne weiter.

Regeln zur Selbstmedikation/Wann zum Arzt:
  • Versuchen Sie, die Ursache herausfinden. Weint Ihr Kind wegen Bauchweh oder hat es Fieber? Versuchen Sie, pflanzliche Medikamente entsprechend der Symptome gezielt einzusetzen.
  • Legen Sie sich auf ein Mittel fest, statt verschiedene Kräuter wahllos durchzuprobieren.
  • Beginnen Sie mit einer niedrigen Dosierung
  • Wenn keine Besserung eintritt, warten Sie nicht lange mit dem Arztbesuch. Auch wenn es nur ein Schnupfen ist, sollten Sie nach ein paar Tagen mit ihrem Kind zum Arzt gehen.
  • Ihr Kind muss sofort zum Arzt bei Bewusstlosigkeit, Bewusstseinsstörung, Fieberkrämpfe, Lähmungen, Herzrhythmusstörung, unklare Brustschmerzen oder Bauchschmerzen und alle unklaren Beschwerden die über „Alltagsbeschwerden“ hinausgehen!

Was ist moderne Kräutermedizin?

Heute gibt es auf der einen Seite die rationale Phytotherapie, auf der anderen die Volksheilkunde, Homöopathie und traditionellen Medizinsysteme. Natürlich ist vieles von dem, was in alten wie neuen Kräuterbüchern zu lesen ist, mit Vorsicht zu genießen. Die rationale Phytotherapie untersucht auf wissenschaftlichem Wege die Wirksamkeit und Wirkmachenismen von Heilpflanzen – pflanzliche Arzneimitteln haben übrigens dieselben gesetzlichen Auflagen und Zulassungshürden zu nehmen wie chemisch-synthetische Medikamente.

Oft liest man jedoch auf der Packungsbeilage von pflanzlichen Arzneien, die schon lange bei Kindern angewendet werden oder vom Kinderarzt verordnet wurden den folgenden Hinweis: „Nicht anwenden bei Kindern unter 12 Jahren.“ Für Eltern ist das natürlich verwirrend. Der Gesetzgeber verlangt besteht auf diesen Hinweis, weil der wissenschaftliche Nachweis für die ungefährliche Anwendung an Kindern und Jugendlichen für dieses Präparat noch fehlt und lange nicht gefordert wurde.

Auch die rationale Phytotherapie stützt sich in der Kinderheilkunde vorwiegend auf Erfahrungen aus der Praxis. Für ein neues pflanzliches Arzneimittel wird seit 2007 in der EU verlangt, dass der Hersteller klinische Studien vorlegt oder plant. Anstelle klinischer Studien an Kindern, können sogenannte Beobachtungsstudien eingereicht werden. Als Nachweis genügen bei manchen Präparaten auch die Monographien der Kommission E. Dieser Sachverständigenrat hat für viele gebräuchliche Heilpflanzen Daten gesammelt und Anwendungsgebiete und Beschränkungen veröffentlicht, auch Hinweise für Kinder und Jugendliche sind enthalten.

Morgana Hack
Geschrieben von Morgana Hack , Ärztin und Ayurvedaärztin
Zuletzt aktualisiert am 05.02.2013

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