Jod – ein Spurenelement gegen radioaktive Verseuchung ?

Der 11.03.2011 hat die Welt verändert. Täglich erreichen uns beunruhigende Nachrichten aus Japan. Gebannt schaut die Welt zu und bei vielen kommen Fragen und Sorgen auf, wie man sich vor den heimtückischen radioaktiven Strahlen schützen kann. Aus Japan wissen wir, dass die Regierung Jodtabletten an die Bevölkerung verteilt und so bleibt es nicht aus, dass auch in hiesigen Apotheken Jodtabletten zur Zeit der Renner sind. Das ist „totaler Blödsinn“ sagen Experten vom Stoffwechsel-Centrum der Berliner Uniklinik Charité.

Jod in Lebensmitteln

Jod ist ein lebenswichtiges Spurenelement, das wir mit der Nahrung aufnehmen. Es kommt in größerem Maße in Salzwasserfischen, Lebertran, Seetang und Schalentieren vor. Es wird empfohlen, Brot und Speisen mit Jodsalz zu salzen. Vielen anderen Lebensmitteln ist schon Jod zugesetzt. Jodgegner sprechen hierbei von einer Zwangsmedikation und von einer unkontrollierten Massenjodierung.

Was bewirkt Jod?

Wenn mit der Nahrung zu wenig Jod aufgenommen wird, kann es zu einer Vergrößerung der Schilddrüse kommen. Es entsteht ein Kropf. In der Schwangerschaft kann ein Jodmangel die Entwicklung des Fötus nachteilig beeinflussen. Jod ist also ein Bestandteil der Schilddrüsenhormone und spielt eine wichtige Rolle bei der Zellteilung und somit auch beim Wachstum.

Daher benötigen Frauen in der Schwangerschaft mehr Jod (230 – 260 Mikrogramm/Tag) als andere Erwachsene (ca. 200 Mikrogramm/Tag). Der Bedarf bei Kindern liegt bei 100-200 Mikrogramm/Tag.

Symptome bei Jodmangel

Neben dem sichtbaren Symptom einer Schilddrüsenunterfunktion (Kropf) können weitere Symptome auf einen Jodmangel hinweisen. Müdigkeit und ein gesteigertes Schlafbedürfnis, Entwicklungsstörungen bei Kindern (körperlich und geistig), Kälteempfindlichkeit und Konzentrationsstörungen. Die allgemeinen Symptome wie Müdigkeit können jedoch auch völlig andere Ursachen haben, daher sollten auch andere Möglichkeiten in Betracht gezogen werden. Vor einer Einnahme von Jodtabletten sollte immer ein Arzt befragt werden. Warum von einer Selbstmedikation abgesehen werden soll, lesen Sie im nächsten Abschnitt.

Zuviel Jod führt zur Vergiftung

Normalerweise ist in unserer Nahrung, durch Jodzusätze, ausreichend Jod für die tägliche Versorgung vorhanden. Angesichts der drohenden atomaren Katastrophe in Japan sind Jodtabletten auch hier in Deutschland sehr gefragt. Es wird aber eindringlich davor gewarnt, Jodtabletten zur Vorsorge gegen Strahlenschäden einzunehmen. Denn bei einer Überdosierung können gesundheitliche Schäden nicht ausgeschlossen werden. Es können Magen-Darm-Beschwerden auftreten und auch Schmerzen im Mund-und Rachenbereich zählen zu den Symptomen einer Jodvergiftung. Auch Hautausschläge und Schleimhautverätzungen sind möglich sowie Herzjagen, Zittrigkeit, Schwitzen und Unruhe. Eine Jodvergiftung geht zudem oft mit einer verringerten Harnmenge einher, so dass zur Ausleitung einer Überdosierung die Flüssigkeitszufuhr erhöht werden muss.

  • Bei einem atomaren Unfall wird radioaktives Jod (Jod-131 und Jod-133) in großen Mengen freigesetzt. Im Bereich des Unfallortes ist es daher sinnvoll Jodtabletten einzunehmen.
Geschrieben von Redaktion am 23.03.2011
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