Insektenstiche

Schnelle Hilfe bei Juckreiz und Schwellungen
Mückenstiche sind in der Regel harmlos, verursachen dennoch heftigen Juckreiz und Schwellungen bis hin zu einer Entzündung der betroffenen Hautregion. Unterwegs findet sich schnelle Hilfe am Wegesrand – Spitzwegerichblätter. Dazu wird ein Stück Blatt zerkaut und der entstandene Brei auf die Stichstelle aufgelegt. Spitzwegerich kann Schwellungen und Juckreiz lindern. Sie können es auch mit einem Brei aus Salz und Wasser probieren, auch mit dieser Methode kann der Juckreiz und eine Schwellung gemildert werden.
In Apotheken sind daneben kühlende und entzündungshemmende Cremes erhältlich, die nach einem Insektenstich angewendet werden können.
In der Apitherapie (Heilmethode mit Bienenprodukten) wird Propolistinktur empfohlen, besonders wenn sich die Stichstelle entzündet. Stiche von anderen Insekten lassen sich ebenfalls mit diesen Methoden behandeln.
Wenn Bienen stechen, dann bleibt wegen der Widerhaken der Stachel samt Giftblase in der Haut hängen. Die Biene stirbt, doch die Giftblase pumpt das Gift selbstständig weiter in die Haut hinein. Daher sollte der Stachel schnell entfernt werden. Dazu schnippt man diesen mit dem Fingernagel weg, ohne die Giftblase zu zerdrücken.
Erste Hilfe in lebensbedrohlichen Situationen
Etwa 19% der Bevölkerung in Deutschland zeigt eine erhöhte Reaktion auf Insektengift. Etwa 3,3 Millionen Menschen leiden hierzulande an einer Insektengiftallergie (auch oft als Insektenstichallergie bezeichnet). Etwa 3000 Menschen werden jährlich notärztlich behandelt und etwa 15 Menschen sterben an den Folgen eines Insektenstiches. Eine Allergie kann sich schleichend entwickeln oder plötzlich auftreten. Bei einigen Imkern, die öfters gestochen werden, kann sich eine Sensibilisierung einstellen, das heißt, mit jedem weiteren Bienenstich reagiert der Körper mit heftigeren Symptomen.
Doch wie macht sich eine richtige Insektengiftallergie bemerkbar? Bei unempfindlichen Menschen schwillt die Hautregion um die Einstichstelle an, oft geht dies mit einer Hautrötung und Juckreiz einher. In diesem Fall reicht es, die betreffende Hautregion zu kühlen oder eine kühlende Salbe aufzubringen. Schwellen aber weiter entfernte Körperbereiche an, und machen sich Magenschmerzen, Atemnot, Zittern, Übelkeit, Schweißausbrüche, Hautauschläge, Pulsrasen oder Kreislaufbeschwerden bemerkbar, so sollte nicht gezögert werden, einen Notarzt zu rufen. Wichtig ist, dass man nicht selbst zum Krankenhaus oder zum Arzt fährt, sondern direkt den Notarzt ruft, da der Notarztwagen einfach schneller vor Ort sein kann.
Die betroffene Person sollte bis zum Eintreffen des Notarztes liegen, um den Kreislauf zu entlasten und vor allem sollte sie beruhigt werden. Denn nicht selten geht eine allergische Reaktion mit Angst und Panik einher.
Stiche im Mundraum sind auch für Nicht-Allergiker lebensgefährlich, da die Schwellungen im Mund- und Rachenraum zu akuter Atemnot führen können. Auch hier besteht die erste Hilfe darin, sofort einen Notarzt zu rufen. In der Zwischenzeit kann der Hals von außen gekühlt werden (Gefrorenes vorher in ein Tuch wickeln und nicht direkt auf die Haut legen). Der Betroffene sollte Eis oder Eiswürfel lutschen, um ein schnelles Anschwellen der Schleimhäute zu verhindern. Auch kann Salz lebensrettend wirken, wenn sofort Salz auf die Zunge aufgebracht wird, damit diese nicht anschwillt.
Behandlung von Insektengiftallergie

Bevor eine medizinische Behandlung der Insektengiftallergie erfolgt, wird ein Allergologe einen Haut- und Bluttest durchführen. Der Grad der Allergie wird klassifiziert und danach die Behandlung durchgeführt. In vielen Fällen kann eine Hyposensibilisierung dem Betroffenen helfen. Diese wird in der Regel stationär vorgenommen. Mehrmals täglich werden geringe Mengen des allergieauslösenden Insektengiftes injektiert. So soll sich der Körper langsam an das Gift gewöhnen. Nach dem Klinikaufenthalt wird die Behandlung ambulant weitergeführt. Die Abstände der Injektionen werden dabei ausgedehnt, so dass am Ende der Hyposensibilisierung, die einige Jahre dauern kann, eine monatliche Erhaltungsdosis ausreicht. Daneben erhalten Allergiker ein Notfallset, das aus flüssigem Kortison, einem Antihistaminikum und einem Sprühfläschchen mit dem Wirkstoff Epinephrinhydrochlorid besteht. Die Zusammensetzung des Notfallsets kann aber je nach Bedarf des Patienten auch davon abweichen.


