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Willkommen im Wollwald: Hier gibt’s den Stoff, aus dem Wollträume sind

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Ihre Leidenschaft, die trägt sie schon im Namen. Es ist tatsächlich ihr echter Name – und der taugt auch gar nicht zum Künstlernamen, denn ihre Kunst ist dafür viel zu zart und schön. Ninett Wollschläger ist ein kreativer Freigeist und hat sich auf einen abgelegenen Hof in den Wäldern Brandenburgs zurückgezogen, wo sie gemeinsam mit ihrer Familie und einigen Schafen lebt. So autark wie möglich, so sehr im Einklang mit der Natur und ihren Tieren, wie es geht. Dort arbeitet und schafft sie in ihrer Filzwerkstatt, dem Wollwald.

 

Am Anfang war das Schaf aus Wensleydale

Den Rohstoff für ihre Arbeit, also die Rohwolle, liefern fünf Wensleydale-Schafe. Diese Tiere gehören zu einer seltenen und bedrohten englischen Rasse, die ungewöhnlich viel Fürsorge benötigt, deren gelockte Wolle aber bei Selberspinnern und -filzern ziemlich begehrt ist. Ninett ist deswegen darauf bedacht, dem Endprodukt viel Liebe zu spenden: Ihre Schützlinge erhalten das bestmögliche Futter und die Wolllöckchen werden schon am Schaf gehegt und gepflegt. Für faire Wolle von glücklichen Schafen.

 

Das mit der Verköstigung ist allerdings nicht immer so einfach, da die Tiere normalerweise zum Grasen auf saftigen nordenglischen Wiesen stehen statt auf dem eher sandigen Brandenburger Boden. Hier muss schon mal gezielt zugefüttert werden – und jedes einzelne Schaf verlangt seine spezielle Aufmerksamkeit. Doch die Mühe lohnt sich, denn die Wolle ist eine echte Rarität! Der Preis für ein Kilo Wensleydale-Rohwolle liegt bei schlappen 25 Euro. Zu Ninetts Lieblingsschafen zählen außerdem die Skudden, eine sehr alte Hausschafrasse. Die Vliese kauft sie von verschiedenen Hobbyhaltern aus der Umgebung.

Von der Rohwolle zum Feenkleid

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Bunt geht es zu in der Filzwerkstatt: Nach dem Waschen, Spülen und trocknen der selbst geernteten Rohwolle landet diese erstmal im Färbebad. In einem alten Waschkessel, der noch ganz traditionell mit Holz beheizt wird. Dort passt schön viel Wolle rein und sie bleibt fluffig und verfilzt nicht.

 

Ninett liebt natürliche Farben, die leben. Farben, die sie erst als Mandalas in den Kessel zeichnet und die dann im ganzen Spektrum des Regenbogens leuchten und alles andere sind als matschiges Einheitsbraun. Zum Einsatz kommen hierbei ökologische Färbemittel, die umweltverträglich färben und die hochwertige Wolle nicht verunreinigen. Die entstandenen Materialien werden dann luftgetrocknet und in Zöpfe geflochten. Begeisterte Selberfilzer finden im Wollwald ganz spezielle Löckchen, Kammzüge und Seiden-Hankies – produziert in Kleinstmengen, die meist schnell vergriffen sind.

 

Das Filzen ist dann ein recht zeitaufwändiger Prozess, bei dem viel Geduld und Fingerspitzengefühl vonnöten ist, wenn man einen stabilen haltbaren Filz erhalten möchte. Für Ninett Wollschläger ist es eine Tätigkeit, die unendlich viele Möglichkeiten bietet, sich kreativ auszutoben. Mit ihren Produkten möchte die Brandenburgerin vor allem Freude bereiten und zum Selbermachen inspirieren. Und dafür bietet der Rohstoff Wolle überraschend viele Möglichkeiten.

 

Ob sie sich auch ein bisschen als Modeschöpferin sieht? Oh ja, auch das macht sie sehr gerne! Feinste Merinowolle mit Seide verbunden, über dem Holzfeuer gefärbt, mit Regenwasser gespült, trägt sich wie eine Zweite Haut und „lebt“. Viele Kunden beschreiben Ninetts farbenfrohe Wollerzeugnisse gar als schwebend, feengleich. So filzt sie unter anderem hauchzarte Kleider, Röcke, Oberteile, Hausschuhe und sogar Hüte. Zusätzlich bekommt man bei ihr allerhand Gemütliches, Dekoratives und Verwunschenes für Haus und Garten.

Wo ist denn der Wollwald?

Wer den Wollwald und seine Schätze finden möchte, meldet sich am besten direkt bei Ninett persönlich. Am liebsten ist ihr der persönliche Kontakt, der es ihr ermöglicht, ganz individuell auf Fragen und Wünsche einzugehen. Schaut doch mal auf ihrer Homepage und auch auf ihrer Facebook-Seite vorbei, auf der sie regelmäßig von Neuigkeiten aus dem Wollwald erzählt und ihre neuesten Werke vorzeigt. Übrigens gibt Ninett ihr Wissen auch gerne weiter. Wer sich für das ehrwürdige Handwerk der Filzerei interessiert, nimmt am besten einfach mal an einem ihrer Workshops teil. 

Geschrieben von Redaktion am 27.06.2017