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Schlaftrunk aus Kirschen

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Schlaf ist lebensnotwendig. Dennoch haben wir oft zu wenig davon. Ein tägliches Glas Sauerkirschensaft kann da Abhilfe verschaffen und sogar bei leichten Schlafstörungen helfen, so das Ergebnis einer Studie aus England. Schlaf ist lebensnotwendig. Dennoch haben wir oft zu wenig davon. Ein tägliches Glas Sauerkirschensaft kann da Abhilfe verschaffen und sogar bei leichten Schlafstörungen helfen, so das Ergebnis einer Studie aus England.

„Warum wir überhaupt schlafen, ist eines der größten ungelösten Rätsel der modernen Biologie“, sagte einst der amerikanische Biologe Craig Heller. Heute gehen wir davon aus, dass das Gehirn den Schlaf zur Regeneration und zum Speichern der Erinnerungen des letzten Tages benötigt. Schlafen wir über einen längeren Zeitraum zu wenig, fühlen wir uns daher auch schnell erschöpft und nicht mehr leistungsfähig. Unsere moderne Gesellschaft ist jedoch ständig wach und lässt Ruhezeiten kaum noch zu. Aus diesem Grund nimmt auch die Zahl an Schlafstörungen in der Bevölkerung zu.

Schlafmittel machen oft abhängig

Ärzte können Medikamente verschreiben, jedoch machen diese oft abhängig. Eine Alternative stellen Heilpflanzen mit schlaffördernder Wirkung dar, von denen Baldrian die bekannteste ist. Forscher aus England haben sich dagegen mit Montmorency-Sauerkirschen beschäftigt, die schon länger im Verdacht stehen, die Schlafqualität zu verbessern. Sie werden hauptsächlich in den USA angebaut und sind in Deutschland vor allem in getrockneter Form erhältlich.

Um die Wirkung der Kirschen auf den Schlaf zu untersuchen, teilten die Wissenschaftler 20 junge und gesunde Menschen in zwei Gruppen ein. Die erste Gruppe erhielt über einen Zeitraum von einer Woche täglich morgens und abends ein Glas Sauerkirschensaft, dessen Inhalt ungefähr 100 Sauerkirschen entsprach. Die zweite Gruppe erhielt unter den gleichen Bedingungen einen ähnlich aussehenden Placebo-Saft. Die Schlafqualität beider Gruppen wurde mittels Aktigraphie und einem Fragebogen zur Schlafqualität gemessen. Die Aktigraphie zeichnet die Bewegungen der Probanden im Schlaf auf und lässt dadurch Rückschlüsse auf Schlaf- und Wachzeiten zu.

Mehr Schlafhormone durch Sauerkirschen

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Die Ergebnisse der Studie belegen, dass die Teilnehmer der Sauerkirschsaft-Gruppe einen besseren und längeren Schlaf als die Probanden der Placebo-Gruppe hatten. Während die letzte Gruppe durchschnittlich 6 Stunden und 20 Minuten schlief, profitierten die Sauerkirschsaft-Trinker von fast 40 Minuten mehr Schlaf am Tag. Zusätzlich nahm die Schlafeffizienz um ca. 5 % zu. Auch die von den Teilnehmern berichtete Dauer von störenden Kurzschlafepisoden nahm unter der Einnahme von Sauerkirschsaft um 77 % ab. Um diese Ergebnisse zu erklären, untersuchten die Forscher auch die mit dem Urin ausgeschiedene Menge des Schlafhormons Melatonin. Es wird vom Gehirn selbst produziert und sorgt dafür, dass wir müde werden und Einschlafen können.

Die Teilnehmer der Sauerkirschsaft-Gruppe wiesen einen erhöhten Spiegel von Melatonin im Urin auf, was eine Ursache für den besseren Schlaf sein könnte. Dennoch war die gemessene Konzentration des Schlafhormons sehr niedrig im Vergleich zu künstlich eingesetztem Melatonin, dass in bis zu 100-fach stärkerer Dosierung zur Behandlung von Schlafstörungen verabreicht wird. Diesen Effekt konnten sich die Wissenschaftler nicht erklären, empfehlen aber trotzdem den Einsatz von Sauerkirschensaft bei leichten Schlafstörungen. Denn dieser verursacht im Gegensatz zu rezeptpflichtigen Schlafmitteln keine Nebenwirkungen.

Quellen:
  • Howatson G, et al. Effect of tart cherry juice (Prunus cerasus) on melatonin levels and enhanced sleep quality. Eur J Nutr. 2011 Oct 30.
Dr. med. Tim Hollstein
Geschrieben von Dr. med. Tim Hollstein , Arzt
Zuletzt aktualisiert am 22.04.2013