Heidel- und Erdbeeren fürs Herz!

Regelmäßig verzehrt können Beerenfrüchte vor einem Herzinfarkt schützen, so das Ergebnis einer Langzeitstudie an Frauen jungen und mittleren Alters. Grund ist die gefäßschützende Wirkung des in den Früchten enthaltenen Farbstoffs Anthocyan.

Jeden Frühling erstrahlt die Natur in einer neuen Farbenpracht. Verantwortlich für das bunte Spektakel sind unter anderem Blütenfarbstoffe wie die Flavonoide. Die zu den sekundären Pflanzenstoffen zählenden Substanzen geben nicht nur den Blumen und Früchten ihre Farbe, sie haben sich auch als wirkungsvolle Arzneimittel in der naturheilkundlichen Medizin einen Namen gemacht. Sie schützen die Körperzellen um ein Vielfaches besser vor „Stress“ als Vitamin C und ihnen wird eine positive Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System nachgesagt. Von besonderem Interesse scheint dabei das Flavonoid Anthocyan zu sein. Im Gegensatz zu den übrigen Flavonoiden könnte es im jungen Lebensalter zur Vorbeugung eines Herzinfarkt eingesetzt werden, zumindest legen dies frühere Studien nahe. Daher entschied sich ein Team aus amerikanischen und englischen Forschern, der Sache genauer auf den Grund zu gehen, und untersuchte den Effekt von Anthocyan auf den Herzinfarkt im Rahmen einer großangelegten Studie.

Weniger Herzinfarkte durch Heidel- und Erdbeeren

Die Wissenschaftler befragten 93.000 gesunde Frauen jungen und mittleren Alters über 18 Jahren lang nach ihren Ernährungsgewohnheiten. Aus diesen Daten berechneten sie den individuellen Gehalt an täglich aufgenommenen Anthocyanen je Frau. Gleichzeitig wurde beobachtet, welche Teilnehmerinnen im Laufe der Studie einen Herzinfarkt erlitten. Daraus konnten die Forscher ableiten, dass die Gruppe mit der höchsten Anthocyan-Aufnahme am Tag ein 32 % geringeres Risiko für einen Herzinfarkt hatte. Da diese sekundären Pflanzenstoffe überwiegend in Heidel- und Erdbeeren vorkommen, interessierten sich die Wissenschaftler vor allem für die Frauen, die regelmäßig beide Beerensorten zu sich nahmen. Auch hier zeigte sich ein klarer Zusammenhang: Frauen, die mehr als dreimal in der Woche Heidel- und Erdbeeren aßen, hatten ebenfalls ein bis zu 34 % geringeres Risiko, an einem Herzinfarkt zu erkranken.

Anthocyane schützen die Herzgefäße

Die Forschergruppe um Studienleiter Cassidy vermutet, dass dieser positive Effekt dem antioxidativen Potential der Anthocyane zuzuschreiben ist. Genauer gesagt fangen sie zellschädigende freie Radikale ab, reduzieren das schlechte LDL-Cholesterin bei gleichzeitiger Erhöhung des guten HDL-Cholesterins und hemmen direkt die Entstehung von gefährlichen Gefäßwandverkalkungen im Herzen. Dennoch müssen noch weitere Studien durchgeführt werden, um die Wirkung der Anthocyane besser belegen zu können. Zumal in dieser Studie nur Frauen untersucht wurden.

Doch es spricht nichts dagegen, im nächsten Sommer trotzdem auf die Jagd nach überaus leckeren und gesunden Beeren zu gehen. Und wer Heidel- und Erdbeeren nicht mag: Anthocyane sind auch in großer Menge in Auberginen, Brombeeren und Johannisbeeren enthalten. Da dürfte für jeden was dabei sein.

Quellen:
  • Cassidy A, et al. High Anthocyanin Intake Is Associated With a Reduced Risk of Myocardial Infarction in Young and Middle-Aged Women. Circulation. 2013 Jan 15;127(2):188-96.
  • Rudolf Hänsel, Otto Sticher (Hrsg.): Pharmakognosie. Phytopharmazie. 9. Auflage, Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2009
Geschrieben von Redaktion am 04.02.2013