Gelbwurz-Extrakt hilft bei Knötchenflechte

Laut einer amerikanischen Studie könnte Gelbwurz in der Langzeitbehandlung der Knötchenflechte nützlich sein. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer bemerkte eine Besserung der Symptome. Bisher ist nur eine Therapie mit nebenwirkungsstarken Medikamenten möglich.

Was gibt dem Currypulver seine charakteristische gelbe Farbe? Es ist das Gewürz Kurkuma, das auch als Gelbwurz oder indischer Safran bekannt ist. In Asien wird es seit jeher aufgrund seiner heilenden Wirkung als wichtige Arznei verwendet und vorwiegend bei Beschwerden im Magen-Darmbereich eingesetzt. Es wirkt entzündungshemmend, schmerzlindernd und fördert den Gallefluss. Der Hauptinhaltsstoff Curcumin vermittelt diesen Effekt. Doch neuere Untersuchungen zeigen, dass Curcumin noch viel mehr zu bieten hat. Es scheint vor gewissen Krebsformen zu schützen und aufgrund seiner entzündungshemmenden Eigenschaften Autoimmunkrankheiten zu lindern. Darunter fallen vor allem die Schuppen- und Knötchenflechte.

Weiße Beläge im Mund

Die Knötchenflechte, auch bekannt als Lichen ruber planus, ist eine chronisch verlaufende Autoimmunerkrankung der Mundschleimhaut. Spezialisierte Immunzellen dringen in die Schleimhaut ein und verursachen eine andauernde Entzündungsreaktion. Weiße, stippchenartige Belägen auf der Zunge und der Innenseite der Wangen sind die Folge. Die Behandlung dieser seltenen Erkrankung erfolgt in aller Regel mit Kortisontabletten und anderen Hemmstoffen des Immunsystems, die eine Vielzahl an Nebenwirkungen besitzen. Daher wird in der Phytotherapie-Forschung nach Alternativen gesucht.

Curcumin wirkt entzündungshemmend

Aufgrund seiner vielversprechenden Eigenschaften und den Überlieferungen aus traditionellen Quellen wurde der Gelbwurz in der Behandlung dieser Erkrankung getestet. Eine bereits vor Jahren durchgeführte Untersuchung ergab eine deutliche Besserung der Symptome unter Einnahme von hochdosiertem Gelbwurz-Extrakt. Amerikanische Forscher wollten diese Ergebnisse mit einer neuen Langzeitstudie untermauern und untersuchten über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren die Wirkung von Curcumin auf die Knötchenflechte. Dazu nahmen die an Lichen ruber planus erkrankten Studienteilnehmer Gelbwurz-Extrakt in einer mittleren Dosierung von fünf Gramm ein und notierten regelmäßig ihr Krankheitsgefühl. Es zeigte sich, dass zwei Drittel der Patienten einen Rückgang der Beschwerden unter Curcumin-Therapie bemerkten. Ein Drittel berichtete jedoch über Nebenwirkungen wie Durchfall und Stuhldrang. Fünf Prozent der Probanden konnte keine Verbesserung mit dem Präparat feststellen.

Die Ergebnisse dieser Studie legen nahe, dass Gelbwurz-Extrakt mit dem Hauptinhaltstoff Curcumin eine mögliche Option zur Behandlung der Knötchenflechte darstellt. Da die Dosierung sehr hoch gewählt ist, bietet sich eine Einnahme mit schwarzem Pfeffer an. Er erhöht die Curcumin-Aufnahme beträchtlich und wurde auch bei einigen Probanden dieser Studie verwendet. Da die Forscher jedoch abschließend keine eindeutige Empfehlung abgeben, sollte eine Gelbwurz-Therapie in jedem Fall in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.

Quellen:
  • Uehleke B. Hoch dosierter Gelbwurzextrakt ist auch in der Langzeitbehandlung von Lichen planus nützlich. Zeitschrift für Phytotherapie 2012; 33: 175–176
  • Chainani-Wu N et al. Use of curcuminoids in a cohort of patients with oral lichen planus, an autoimmune disease. Phytomedicine. 2012 Mar 15;19(5):418-23. doi: 10.1016/j.phymed.2011.11.005. Epub 2012 Feb 2.
  • Wiesenauer et al. PhytoPraxis (2008). Springer Verlag
Geschrieben von Redaktion am 19.02.2013